Regie: Sidney Poitier
Buck und der Prediger...
Sidney Poitier (1927 bis 2022) war der erste Afroamerikaner, der ein gefragter Filmstar wurde und durchgängig Hauptrollen in Hollywood Filmen spielte. Meistens handelten diese Filme auch vom Rassismus in den USA. 1964 bekam Sidney Poitier für "Lilien auf dem Felde" den Oscar als Bester Hauptdarsteller. Er war der erste schwarze Schauspieler, dem diese Ehre zuteil wurde - vor ihm gab es mit Hattie McDaniel nur einen Sieg in der Kategorie "Beste Nebendarstellerin". Nach seinen Erfolgen als Schauspieler vor allem in den 60er Jahren arbeitete er ab Anfang der 70er Jahre auch als Regisseur. "Buck und der Prediger" ist ein US-amerikanischer Western aus dem Jahr 1972, der von Columbia Pictures veröffentlicht wurde. Das Drehbuch stammt von Ernest Kinoy, Sidney Poitier inszenierte nicht nur, sondern spielte neben Harry Belafonte und Ruby Dee auch die Hauptrolle.Es war Poitiers Regiedebüt. Vincent Canby von der New York Times schrieb über Poitier: „Er zeigte ein Talent für unbeschwerten, ungestümen und ausgelassenen Humor, der seinen ernsteren Filmen fehlte".Der Film brach mit den Traditionen des Hollywood-Westerns, indem er schwarze Schauspieler in den Hauptrollen besetzte und die Spannungen und die Solidarität zwischen Afroamerikanern und Indigenen im späten 19. Jahrhundert thematisierte. Die bekannten Bluesmusiker Sonny Terry, Brownie McGhee und Don Frank Brooks wirkten am Soundtrack mit, der von Jazzlegende Benny Carter komponiert wurde. Die Handlung spielt Ende der 1860er Jahre im Kansas-Territorium, kurz nach dem Amerikanischen Bürgerkrieg. Ein ehemaliger Soldat namens Buck (Sidney Poitier) führt Trecks von Afroamerikanern aus Louisiana in die unbesiedelten Gebiete von Kansas. Um die sichere Passage und die Versorgung seiner Gruppe mit Nahrung zu gewährleisten, verhandelt Buck mit den dort ansässigen Ureinwohnern. Er bezahlt sie, und im Gegenzug erlauben sie ihm, eine begrenzte Anzahl von Büffeln zu erlegen und ihr Land zu durchqueren – vorausgesetzt, er beeilt sich.Eine Gruppe gewalttätiger Weißer (angeführt von Deshay, der von Cameron Mitchell gespielt wird) wird von Plantagenbesitzern in Louisiana angeheuert, um die Trecks und Siedlungen der Afroamerikaner zu überfallen und sie entweder nach Louisiana zurückzutreiben oder zu töten. Die Angreifer versuchen, Buck in eine Falle zu locken. Doch seine Frau Ruth (Ruby Dee) warnt ihn, und er kann fliehen. Auf der Flucht trifft er zufällig auf Reverend Willis Oaks Rutherford (Harry Belafonte), einen zwielichtigen Mann, der sich als Prediger ausgibt, und zwingt ihn, mit ihm die Pferde zu tauschen. Obwohl Preacher anfangs Rachegelüste gegenüber Buck hegte, ändert er seine Meinung und beschließt, mit ihm zusammenzuarbeiten, nachdem er das Gemetzel gesehen hat, das die weißen Plünderer an den afroamerikanischen Reisenden verüben. Buck, Ruth und Preacher setzen alles daran, den Treck nach Westen zu bringen. Dazu gehören Hinterhalte gegen einige Plünderer in einem Bordell, Bankraub und, wenn nötig, der Kampf gegen die gesamte Bande...
„Buck and the Preacher“ ist in Deutschland unter dem Titel "Der Weg der Verdammten" bekannt und war einer der ersten Filme des Regisseurs, der die Geschichte schwarzer Amerikaner im Kampf gegen die weiße Mehrheit erzählte. Zunächst war Joseph Sargent für die Regie vorgesehen, doch dessen Vorstellungen vom Film wichen zu sehr vonn Poitiers Ideen ab. So kam es, dass der angesehene Filmstar auf dem Regiestuhl Platz nahm. In der Rolle der Indianerin Sinsie ist Harry Belafontes Frau Julie Robinson zu sehen. Der Film war kein großer finanzieller Erfolg - er hat lediglich die Kosten durch das erreichte Einspielergebnis in den Kinos gedeckt. Die anfänglich verhaltene Reaktion des Publikums könnte darauf zurückzuführen sein, dass Buck sich stark von typischen Blaxploitation-Helden wie Shaft und Coffy unterscheidet, die in der modernen Gesellschaft leben. Das Setting des Wilden Westens war möglicherweise zu weit von der Lebenswelt des afroamerikanischen Publikums entfernt. Hinzu kommt, dass weiße Helden typischerweise im Mittelpunkt amerikanischer Western standen, was ebenfalls dazu beigetragen haben mag, dass der Film für die Zielgruppe fremd wirkte. Er ist jedoch sehr unterhaltsam, die Kameraführung von Alex Phillips sehr kompetent, wenngleich an manchen Stellen die Geschichte etwas chaotisch wirkt.
Bewertung: 7 von 10 Punkten.






.jpg)








Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen