Samstag, 8. November 2025

Einfach zu haben


 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Will Gluck

Olives Lügen...

2010 war Emma Stone noch eine aussichtsreiche Nachwuchsdarstellerin, die erste Erfolge mit der Teeniekomödie "Superbad" oder der Horrorkomödie "Zombieland" feiern konnte. Auch in der romantischen Komödie "Einfach zu haben" (Originaltitel: Easy A) von Regisseur Will Gluck spielte sie die Hauptrolle - vier Jahre später bekam sie für "Birdman" ihre erste Oscarnominierung. Für "La La Land" gewann sie den oscar, ebenso für "Poor Things".  In "Einfach zu haben" wird die Geschicht von Olive Penderghast erzählt, einer siebzehnjährigen Highschool-Schülerin aus Ojai, Kalifornien erzählt, die in ihre Webcam spricht. Um einem Campingausflug mit ihrer besten Freundin Rhiannon Abernathy (Aly Michalka) und deren Hippie-Eltern zu entgehen, behauptet Olive fälschlicherweise, sie habe an diesem Wochenende ein Date mit einem College-Jungen. In Wahrheit bleibt sie das ganze Wochenende zu Hause und hört Natasha Bedingfields "Pocketful of Sunshine“ von einer musikalischen Grußkarte, die ihr ihre Großmutter geschickt hat. Auf Rhiannons Drängen am darauffolgenden Montag lügt Olive schließlich, sie habe ihre Jungfräulichkeit an ihr fiktives Date verloren. Die prüde, gläubige Christin Marianne Bryant (Amanda Bynes) belauscht ihr Gespräch, und Olives Geschichte spricht sich bald in der ganzen Schule herum. Die von Marianne geleitete Kirchengruppe der Schule beschließt, Olive vor ihrer vermeintlichen Promiskuität zu „retten“. Olive vertraut die Wahrheit ihrem Mitschüler Brandon (Dan Byrd) an, einem schwulen Schüler, der wegen seiner sexuellen Orientierung gemobbt wird. Sie willigt ein auf einer Teenagerparty so zu tun, als hätte sie Sex mit ihm, damit die Leute glauben, er sei heterosexuell. Nach einem Streit mit Rhiannon beschließt Olive, ihren neuen Ruf als "Flittchen“ anzunehmen und beginnt, sich aufreizender zu kleiden. Sie näht ein rotes "A“ auf ihre Kleidung, inspiriert von Hester Prynne aus Nathaniel Hawthornes Roman "Der scharlachrote Buchstabe“ von 1850, den sie im Englischunterricht gelesen hat. Jungen, die bisher kein Glück bei Mädchen hatten, flehen Olive an, ihre Popularität zu steigern, indem sie ihnen erlauben, zu behaupten, sie hätten Sex mit ihr gehabt, was sie im Austausch gegen Geschenkgutscheine für verschiedene Geschäfte tut. Mariannes Freund Micah (Cam Gigandet) infiziert sich im Bett mit der Schulberaterin Mrs. Griffith (Lisa Kudrow) mit Chlamydien, behauptet aber, Olive habe ihn angesteckt. Da Mrs. Griffiths Ehemann, Mr. Griffith (Thomas Haden Church), Olives Lieblingslehrer ist, nimmt sie die Schuld auf sich, um ihre Ehe zu retten. Die Jugendgruppe der Kirche, zu der nun auch Rhiannon gehört, beginnt Olive zu schikanieren, um sie zum Schulabbruch zu bewegen. Sie verabredet sich mit Rhiannons Schwarm Anson (Jake Sandvig), stürmt aber wütend davon, nachdem er versucht, sie zu bestechen, damit sie tatsächlich Sex mit ihm hat und nicht nur behauptet, es getan zu haben. Olive nimmt wieder Kontakt zu Todd (Penn Badgley, als junger Todd ist Braeden Lemasters zu sehen) auf, ihrem Schwarm aus Kindertagen und dem Maskottchen der Schule. Dieser sagt, er glaube die Gerüchte nicht, weil sie für ihn gelogen habe, als er vor Jahren noch nicht bereit für seinen ersten Kuss war. Sie bittet alle, die sie bezahlt haben, die Wahrheit zuzugeben, doch niemand ist bereit, seinen neu gewonnenen Ruf aufzugeben.... 










Star des Films ist natürlich Emma Stone, die hier bereits ihr großes Talent zeigt. Lobenswert das Drehbuch, dass die Klischees von Teeniefilmen neu definiert werden. Diese sexbesessenen Klischees werden verwandelt in einen scharfsinnigen, nachdenklichen Film, der auch die Prüderie der Amerikanischen Gesellschaft auf die Schippe nimmt. Herrlich unkonventionell und urkomisch sind Patricia Clarkson, Stanley Tucci und Bryce Clyde Jenkins als Olives Familie. 











Bewertung: 7 von 10 Punkten.  
 

Die Goonies


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Richard Donner

Junge Schatzsucher...

Im Laufe seiner aktiven Zeit als Filmregisseur hat Richard Donner sehr viele Blockbuster wie "Superman", "Lethal Weapon 1-3" oder "Die Geister, die ich rief" geschaffen. Auch der Teenie-Abenteuerfilm "The Goonies" gehört zu seinen besten Filmen - mit 68 Millionen Dollar Umsatz erreichte der Film sogar die Kino Top10 des Jahres.  Als ihre Häuser im Viertel "Goon Docks“ von Astoria, Oregon, an einen expandierenden Country Club versteigert werden, trifft sich eine Gruppe von Jungen, die sich "die Goonies“ nennen – Michael „Mikey“ Walsh (Sean Astin), Richard „Data“ Wang (Ke Hui Kwan), Clark „Mouth“ Devereaux (Corey Feldman) und Lawrence „Chunk“ Cohen (Jeff Cohen) – für ein letztes gemeinsames Wochenende. Beim Stöbern auf dem Dachboden der Walshes stoßen sie auf einen Dublonen aus dem Jahr 1632 und eine alte Schatzkarte, die angeblich zum Schatz des legendären Piraten "One-Eyed Willy“ führt, der sich vermutlich irgendwo in der Nähe befindet. Da sie den Schatz als ihre letzte Chance sehen, ihre Häuser zu retten, überwältigen und fesseln die Jungen Mikeys älteren Bruder Brandon „Brand“ (Josh Brolin), um an ihm vorbeizukommen und zu einem verlassenen Restaurant an der Küste zu gelangen, das mit der Karte übereinstimmt. Brand folgt ihnen bald zusammen mit Andrea „Andy“ Carmichael (Kerri Green), einer Highschool-Cheerleaderin, die in ihn verknallt ist, und ihrer besten Freundin Stephanie „Stef“ Steinbrenner (Martha Plimpton). Die Gruppe entdeckt bald, dass das verlassene Restaurant ein Versteck der Fratelli-Familie ist: Francis (Joe Pantaliano), Jake (Robert Davi) und ihre Mutter (Anne Ramsey). Die Goonies entdecken einen Tunnel im Keller und folgen ihm, doch Chunk verlässt das Gebäude, um die Polizei zu alarmieren, nachdem er versehentlich in einem Gefrierschrank eingesperrt wurde. Chunk winkt ein Auto heran, um zur Sheriff-Station zu fahren, doch es stellt sich heraus, dass es die Fratellis sind, die ihn entführen und einsperren. Sie verhören ihn, bis er verrät, wohin die Goonies verschwunden sind, und nehmen die Verfolgung auf. Chunk bleibt zusammen mit ihrem massigen und missgestalteten jüngeren Bruder „Sloth“ (John Matuszak) zurück, mit dem er sich anfreundet. Nachdem Sloth sie beide befreit hat, ruft Chunk den Sheriff an, der glaubt, es sei wieder eine seiner Lügengeschichten. Chunk und Sloth folgen der Spur der Fratellis. Die Goonies entgehen mehreren tödlichen Fallen in den Tunneln und erbeuten Kerzen aus den Skelettresten eines früheren Schatzsuchers, wobei sie den Fratellis nur knapp voraus bleiben. Schließlich erreichen sie die Grotte, in der Willys Piratenschiff, die Inferno, vor Anker liegt. Die Gruppe findet das Schiff voller Schätze vor und beginnt, sich die Taschen vollzustopfen, doch Mikey warnt sie davor, etwas davon auf eine Waage vor Willys Skelett zu nehmen, da sie dies als ihren Tribut an ihn betrachten..... 







Natürlich sind Ihnen die Fratellis dicht auf den Fersen. "Die Goonies“ ist eine energiegeladene, manchmal laute Mischung aus Spielberg-hafter Stimmung und Vergnügungspark-Tricks, die Kinder und nostalgische Erwachsene gleichermaßen anspricht. Für seine Zeit - in den 80ern - hatte der Film ein beinahe schon halsbrecherisches Tempo, dass ihn schnell, lustig, einfallsreich und unterhaltsam macht. Anne Ramsey erhielt für ihre Rolle als böse Mama Fratelli eine Nominierung für den Saturn Award. 







Bewertung: 7,5 von 10 Punkten.  

Jedem seine Hölle


 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Andre Cayatte

Die Entführung... 

Der französische Thriller "Chancun son enfer" (deutscher Titel: Jedem seine Hölle) ist vor allem auf seine Hauptdarstellerin Annie Giradot zugeschnitten, sie liefert eine sehr emotionale Vorstellung als Mutter eines entführten Mädchens ab. Andre Cayatte ist der Regisseur dieses Films, der bei seiner Veröffentlichung zunächst eine Altersfreigabe ab 18 Jahre bekam. Cayatte war nicht nur Filmemacher, sondern auch Rechtsanwalt und war auch ein bedeutender Kritiker des französischen Justizsystems und deren Mehtoden. Mit Filmen wie "Schwurgericht" oder "Vor der Sintflut" erlangte er große Bekanntheit. "Chancun son enfer" verzeichnete bei seinem Kinostart im Jahr 1977 beinahe 1 Millionen Zuschauer in Frankreich.  Die neunjährige Tochter von Madeleine und Bernard Girard (Annie Girardot und Bernard Fresson) fällt einem Entführer in die Hände. Die verzweifelte Mutter appelliert per Fernsehansprache an die Öffentlichkeit und wendet sich außerdem an die Polizei. Wenig später gehen eine hohe Lösegeldforderung und Instruktionen ein, die detailliert beschreiben, wie die Girards ihre Tochter wieder zurück bekommen. Obwohl alle Forderungen eingehalten wurden, findet Madame Girard am Übergabeort nur noch ihr totes Kind, eingeschnürt in einen Plastiksack. Das Mädchen wurde erdrosselt. Wut und Verzweiflung lassen die Familie Girard nach einigen Tagen selbst aktiv werden und sie versuchen, dem Mörder auf die Spur zu kommen. Da das Mädchen keinerlei Verletzungen aufweist und niemand ihr Verschwinden bemerkt hat, entsteht der Verdacht, dass die Neunjährige möglicherweise mit einem Bekannten mitgegangen ist. Wer ist der Täter ?....








André Cayattes Drama punktet von der ersten Minute an mit einem rasanten Tempo, welches Hauptdarstellerin Annie Girardot höchstpersönlich vorlegt. Ihre halsbrecherische Geschwindigkeit bildet sogleich den Zeitraum des Vorspanns, man sieht sie in ihrem Wagen, der auf Kollisionskurs mit anderen Autos geht, rote Ampeln werden überfahren und andere Fahrzeuge einfach aus dem Weg gehupt, bist sie in der Redaktion eines TV-Senders ankommt. Der Film zeigt die emotionale Anspannung der gesamten Familie, zu der auch der reiche Großvater (Fernand Ledoux) und Michel (Stephane Hillel), der Sohn von Madelaine aus erster Ehe, gehören. Als Kommissar ist Hardy Krüger zu sehen. Am Ende wartet der Film mit einem fiesen Plot auf. 









Bewertung: 8 von 10 Punkten