Regie: Walter Hill
Die Gier nach Gold...
"Trespass" enstand 1992, also kurz bevor Walter Hill seine
beiden Western "Geronimo" und "Wild Bill" realsiierte und erinnerte mich stark
an den sehr unterschätzten Großstadtnachtthriller "Judgement Night" aus dem Jahr
1993. Möglich hat dieser sogar ein bisschen bei Walter Hill abgekupfert, denn
"Trespass" enstand einige Monate vorher. Die Handlung ist schnell erzählt. Es
geht um einen Goldschatz, den die beiden Feuerwehrmänner Vince Gillian (Bill
Paxton) und Don Perry (William Sadler) im Industriegebiet von East St. Louis,
Illinois zu finden hoffen. Sie fahren mit dem Auto aus Arkansas los, mit dabei
eine ominöse Schatzkarte, die ihnen beim letzten Einsatz ein in den Flammen
sterbender Mann zugesteckt hat. Gibt es dieses Gold tatsächlich ? Es scheint
möglich zu sein. Aber dazu müssen sie nach einem verlassenen Gebäude oder einem
alten Fabrikgebäude suchen und das wäre erst der Anfang. Sie parken dort in
dieser verlassenen Gegend und machen sich auf die Suche. Doch sie werden bereits
beobachtet. Der Obdachlose Bradley (Art Evans) wohnt dort und ist nicht gerade
begeistert von diesen Eindringlingen, die mit ihren Werkzeugen einen Riesenlärm
machen. Ausserdem merken die beiden Männer zu spät, dass dieses Fabrikareal auch
ein Ort ist, wo brutale Gangs ihre Treffen veranstalten. Zufällig bemerken sie
dort einen Mord, den King James (Ice-T) mit seinen Männern Sexus (Tiny Lister)
oder Saxon (Ice Cube) begehen. Natürlich werden sie schnell bemerkt und damit
ist die Jagd auf die Zeugen eröffnet. Immerhin können die beiden Freunde den
Halbbruder von King James in ihre Gewalt bringen. Aber wie wollen sie ihr Leben
retten ? Der Schatz gerät vorläufig in den Hintergrund des Geschehens...
Ich
mag viele Filme von Walter Hill, auch "Trespass" ist in meinen Augen ein guter
und spannender Gangsterfilm, das Geschehen auf beengtem Raum ist straff
inszeniert und bietet eine gekonnte Atmosphäre. Über allem steht dennoch am Ende
das Gold, die Gier lässt selbst in höchster Gefahr den Menschen nicht los und
bald fallen die Masken. Ich denke Walter Hill ist ein Fan von John Hustons
"Schatz der Sierra Madre". Die Figuren sind zwar nicht besonders tief
gezeichnet, aber dennoch reizvoll, da die Gangster keine Proleten sind, sondern
auch gerissen und Intellligent vorgehen. Auch die bürgerliche Herkunft schützt
nicht vor krimineller und rücksichtsloser Energie, die bald sehr stark zum
Tragen kommt. Für mich zwar nicht Hills Meisterwerk, aber gehört zu seinen
besten 10 Arbeiten und ist ein optimales Midnight Movie. Leider ist der Film
maßlos unterschätzt und man kritisierte ihn auch als rassistisch.
Bewertung: 8 von 10 Punkten.
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