Mittwoch, 5. Dezember 2012
Krabat
Regie: Marco Kreuzpaintner
Zwölf Raben...
Krabat" ist der neue Film vom "Sommersturm" Regisseur Marco Kreuzpaintner und ist die Verfilmung des gleichnamigen und 1971 erschienen Romans von Otfried Preußler, das neben "Räuber Hotzenplotz" sein bekanntestes Buch ist und sich mittlerweile auch als Schullektüre etabliert hat. Die Geschichte basiert auf einer bekannten sorbischen Volkssage.
Der Roman verkaufte sich millionenfach und sorgt bis heute für anhaltende Begeisterung beim jungen Publikum. Er erzählt die Geschichte eines jungen Zauberlehrlings, der sich seiner Verantwortung stellen und gegen die Schwarze Magie kämpfen muss. Vertraute Story, das erinnert doch an "Herr der Ringe" oder "Harry Potter" und so war es klar, dass so eine Vorlage unbedingt verfilmt werden muss.
Kreuzpaintner veränderte allerdings in der filmischen Umsetzung einiges und das dürfte viele Fans des Buchs vielleicht enttäuschen.
So spielt der Film nicht während des Nordischen Krieges (in dieser Zeit entstand auch die Sage), sondern legt die Geschichte 60 Jahre früher an während des Dreißigjährigen Krieges.
Eine düstere europäische Zeit, die wirklich tausend gute Filmstoffe liefern könnte, aber bislang im Kino nur selten bis fast gar nicht vorkam. Lediglich die TV-Produktion "Simplizissimus" scheint mir in diesem Zusammenhang erwähnenswert.
Und jetzt diesen vielleicht sogar irrtümlich als Fantasy Streifen deklarierten Blockbuster aus deuschen Landen.
Der Film ist eher düstere Sage oder Märchen aus einer hoffnungslosen Zeit.
Gegen Emde des 30Jährigen Krieges, ein verwüstetes Land...Nachdem seine Mutter an den Folgen der Pest starb, irrt der 14jährige Krabat (David Kross) mit zwei anderen Jungen bettelnd als Sternsinger durchs Land aus Schutt und Asche. In einem Traum wird er von einer inneren Stimme angetrieben und landet schließlich in einer alten Mühle, die von einem unheimlichen Müllermeister (Christian Redl) betrieben wird. Dieser bietet Krabat an, wie seine anderen elf Gehilfen bei ihm in die Lehre zu gehen und dafür ein Dach über dem Kopf zu haben. Er lernt die anderen Lehrlinge kennen und bald bemerkt er, dass ein düsteres Geheimnis auf dieser Mühle lastet. Die Gesellen lernen nicht nur das Müllerhandwerk, sondern werden in Schwarzer Magie unterricht. Um diesen diabolischen Kreislauf am Leben zu halten, muss jedes Jahr einer der Schüler für den großen "Herrn Gevatter" geopfert werden, dann wird ein neuer Geselle nachrücken. Dieser Teufelskreis kann nur in der Silvesternacht durch die Freibitte eines geliebten Mädchens durchbrochen werden....
In weiteren Rollen spielen Daniel Brühl, Robert Stadlober, Hanno Kofler und Paula Kalenberg.
Geht man nicht so stark mit der Veränderung und Verkürzung der Vorlage ins Gericht, dann wird man von "Krabat" nicht nur gut unterhalten, der Film ist sogar in seinem Genre eine kleine Perle geworden.
Im Mittelpunkt der Erzählung stehen Themen wie die verführerische Kraft der Macht und das Gelöbnis eines ultimativen Gehorsams. Diesen Subtext kann Kreuzpainter sehr stimmig vermitteln. Kameramann Daniel Gottschalk gelingen eindrucksvolle brilliante Bilder dieser bedrohlichen Atmosphäre. Die Location erscheint als bedrückendes Niemandsland. Die Mühle inmitten des kargen bis winterlichen Panoramas wirkt durchgehend morbide und dreckig. Es herrscht Dunkelheit. Ein Film, der wie geschaffen ist für die grosse Kinoleinwand und für das Eintauchen in eine magische, extrem düstere Geschichte...fernab von den üblichen Hollywood Fantasy Motiven.
Lediglich die Kampfszene im Dorf ist nicht besonders gut geglückt, hier wurde nach meinem Empfinden schlecht geschnitten und schwach gefilmt.
Aber das Gesamtergebnis kann sich sehen lassen. Hoffe, dass Deutschland sich an weitere historische Stoffe herantraut.
Bewertung: 8 von 10 Punkten.
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