Samstag, 17. August 2024

Die letzten Glühwürmchen



 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 Regie: Isao Takahata

Japan, 1945...

"Die letzten Glühwürmchen" von Isao Takahata aus dem Jahr 1987 kam ein Jahr später im Doppelpack mit "Mein Nachbar Totoro" von Hayao Miyazaki in die japanischen Kinos. Die Filme wurden sehr gut besucht und heute gehören sie zu den Highlights dieses Genres. "Die letzten Glühwürmchen" heißt im Original "Hotaru no Haka", was soviel bedeutet wie "Das Grab der Leuchtkäfer" und entstand nach der gleichnamingen autobiographischen Kurzgeschichte von Akiyuk Nosaka, dessen kleine Schwester im Zweiten Weltkrieg verhungerte. Die Filmmusik von Michio Mamiya passt perfekt zu der düsteren Atmosphäre, erinnert gleichzeitig an bessere Zeiten und wirkt melancholisch.
Im März 1945 zerstören amerikanische Bomber gegen Ende des Pazifikkriegs den Großteil von Kobe. Die Kinder eines Kapitäns der Kaiserlich Japanischen Marine, Seita und Setsuko Yokokawa, überleben, doch ihre Mutter wird schwer verletzt und stirbt später im Lazarett. Seita verheimlicht den Tod ihrer Mutter vor Setsuko, um sie bei Laune zu halten. Die Geschwister ziehen zu einer entfernt lebenden Tante, und Seita holt Vorräte, die er vor dem Bombenangriff vergraben hatte, und gibt seiner Tante alles, bis auf eine Dose Sakuma-Tropfen. Als die Rationen knapp werden, überredet die Tante Seita, die Seidenkimonos seiner Mutter für Reis zu verkaufen. Seita verwendet auch einen Teil des Geldes seiner Mutter auf der Bank, um Vorräte zu kaufen. Ihre Tante, die von der kaiserlichen Sache einer Gehirnwäsche unterzogen wurde und nur um ihr Wohlergehen besorgt ist, behält die meisten Vorräte für sich, ihre Tochter und ihren männlichen Untermieter, während sie Seita und Setsuko verbal beleidigt und sie beschuldigt, sie auszunutzen. Nachdem sie sie gezwungen hat, für sich selbst zu sorgen, verlassen Seita und Setsuko den Ort  und ziehen in einen verlassenen Luftschutzbunker. Sie fangen Glühwürmchen aus den Sümpfen und lassen sie dort frei, um Licht zu haben. Am nächsten Tag sterben die Glühwürmchen. Setsuko begräbt sie und erzählt ihrem beschützenden Bruder, ihre Tante habe ihr erzählt, ihre Mutter sei gestorben. Dann fragt sie traurig, warum sie so früh gestorben sei. Als ihnen der Reis ausgeht, stiehlt Seita Bauern und plündert Häuser während Luftangriffen, woraufhin ihn ein Bauer brutal angreift. Ein Polizist erkennt, dass Seita aus Hunger stiehlt und bringt den Bauern dazu, davon abzusehen. Zwei Monate später wird Setsuko krank und ein Arzt erklärt, dass sie an Unterernährung leide. Seita hebt verzweifelt das letzte Geld vom Bankkonto seiner Mutter ab. Danach ist er verzweifelt, als er erfährt, dass Japan kapituliert hat und sein Vater höchstwahrscheinlich tot ist, da der Großteil der japanischen Marine versenkt wurde. Seita kehrt mit Essen zu Setsuko zurück, findet sie jedoch sterbend vor. Sie stirbt später, als Seita mit der Zubereitung des Essens fertig ist. Seita verbrennt Setsukos Leiche und ihre Stoffpuppe in einem Strohsarg. Er trägt ihre Asche in der Bonbondose zusammen mit dem Foto seines Vaters. Seita verhungert einige Wochen später an einem Bahnhof in Sannomiya, umgeben von anderen unterernährten Menschen. Ein Hausmeister wird damit beauftragt, die Leichen vor der Ankunft der Amerikaner wegzubringen. Als der Hausmeister Seitas Besitztümer durchsucht, findet er die Bonbondose und wirft sie auf ein Feld. Setsukos Asche verteilt sich und ihr Geist springt aus dem Behälter und wird von Seitas Geist und einer Wolke aus Glühwürmchen begleitet. Die beiden besteigen einen Geisterzug und blicken während der gesamten Fahrt als stille, passive Beobachter auf die Ereignisse zurück, die zu Seitas Tod führten. Ihre Geister kommen an ihrem Ziel an: einer Bank auf einem Hügel mit Blick auf das heutige Kobe, umgeben von Glühwürmchen, gesund und zufrieden...











Eine durch und durch berührende Geschichte, die intensiv und emotional die Herzen der Zuschauer berührt. Es ist sicherlich Isao Takahatas großes Meisterwerk, diese Reise durch die einsamen Bezrike der Menschheit, von den die Welt kollektiv wegsah und es immer noch tut. Der Film spielte bis heute an der Kinokasse 516 Millionen US-Dollar ein.









Bewertung: 10 von 10 Punkten. 
 

Schwarze Katze, weißer Kater



 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie:: Emir Kusturica

Die Balkanhochzeit...

Emir Kusturica wurde 1954 in Sarajewo geboren und ist der bekannteste Regisseur aus Bosnien-Herzegowina. 1986 wurde sein Film "Papa ist auf Dienstreise" in der Kategorie "Bester Auslandsfilm" sowohl für den Golden Globe als auch für den Oscar nomininiert. Auch "Time of the Gypsies", "Arizona Dream", "Underground" und "Schwarze Katze, weißer Kater" wurden international bekannt und erhielten sehr gute Kritiken. Für "Underground" erhielt er sogar die Goldene Palme von Cannes. Der Nachfolgefilm "Schwarze Katze, weißer Kater" wurde bei den internationalen Filmfestspielen in Venedig mit dem Regiepreis ausgezeichnet. Es ist eine Hommage an die Sinti Kultur und sehr schnell zieht die absurde und chaotischen Story den Zuschauer in seinen Bann, die kraftstrotzende und schwarzhumorige Geschichte über einen Hochzeit, die völlig aus dem Ruder läuft, erzählt von Matko Destanov (Bajram Severdzan), einem kleinen Roma Schmüggler und Geschäftemacher und seinem 17jährigen Sohn Zare (Florijan Ajdini), die in einem baufälligen Haus an der Donau in Ostserbien - nahe der bulgarischen Grenze - leben. Er hat einen waghalsigen Plan vor, denn er möchte einen ganzen Zug mit geschmuggeltem Treibstoff stehlen. Allerdings fehlt ihm dafür das nötige Kleingeld - daher muss er Geld  für seinen Coup zu erhalten um bittet er den Gangster Grca Pitic (Sabri Sulejmani) um das notwendige Kapital. Da Matkos Vater Zarije (Zabit Memdedov) zweimal  das Leben von Grca gerettet hat, geht dieser auf den Deal. Er schenkt Matko sogar das Geld, dieser muss ihm lediglich Bericht erstatten wie das Geschäft gelaufen ist.
Matko plant die Einzelheiten des Auftrags mit einem Verbündeten namens Dadan (Srdan Todorovic), einem reichen, lebenslustigen, drogenschnupfenden Gangster, der einen Harem mit sich führt, mit Granaten jongliert und beim Glücksspiel betrügt. Dadan führt ihn aber hinters Licht und vermasselt den Deal, indem er Matko ein mit Drogen versetztes Getränk gibt und den Auftrag selbst ausführt, während Matko bewusstlos ist. Matko kann seinen Kredit nicht zurückzahlen, also macht Dadan einen Deal, bei dem er ihm die Schulden erlässt, wenn Matkos attraktiver Sohn Zane die kleinwüchsige Afrodita (Salija Ibraimova), Dadans Schwester, heiratet. Zare ist jedoch in Ida (Branca Katic) verliebt, eine Bardame, die in einem Lokal arbeitet, das von ihrer Roma-Großmutter Sujka (Ljubica Adsovic) geführt wird Auch Afrodita will nicht mit einem Mann verheiratet werden, den sie nicht liebt und wartet auf den Mann ihrer Träume. Dadan zwingt jedoch Afrodita zur Heirat, indem er sie in einen Brunnen taucht, während Zare von dem Plan, sie zu verheiraten, zum ersten Mal von seinem Schwarm Ida erfährt, die Dadans und Matkos Pläne in dem Restaurant, in dem sie arbeitet, belauscht hat. In der Zwischenzeit holt Zare seine Großvater Zarije mit Hilfe einer Zigeunerband aus dem Krankenhaus, in dem er festgehalten wird. Grga Pitić hat seine eigenen Probleme, da er möchte, dass seine Enkel, darunter der 2,00 m große Riese Grga Veliki (Jaspar Destani), heiraten. Die beiden, die zwangsverheiratet werden soll, ertragen widerstrebend die Hochzeitszeremonie in Matkos Haus, die Dadan trotz des plötzlichen scheinbaren Todes von Zarije nicht verschieben will. Sie sollten eigentlich nicht heiraten, während sie trauern, aber Dadan beschließt, die Todesnachricht zu verschieben, also verstecken Matko und Zarije Zarijes Leiche auf dem Dachbode -  in Eis gepackt. Ida und Sujka sorgen für das Catering bei der Hochzeit  und natürlich ist Ida bestürzt, ihren Geliebten mit einer anderen verheiratet zu sehen. Ganz klar, dass dieses Hochzeitsfest noch völlig aus dem Ruder laufen wird...









Diese chaotische Hochzeit ist aber auch eine wilde, schonungslose Feier des Lebens dieser Menschen. Wie Federico Fellini findet Kusturica in dieser Umgebung Anmut und Schönheit. Die Liebesszenen sind sehr schön gestaltet - ein Loblied auf Liebe, Freiheit und Freundschaft. Auch wenn die Oberfläche noch so laut und schrill aussehen mag. Es ist mit "Schwarze Katze, weißer Kater" ein sehr erdiger, dynamischer Film entstanden, der nie sicheren und bequemen Mustern folgt, sondern neu, fital und erfrischend wirkt. Die Feinheiten der Sinti und Roma Kultur werden hier auf sehr positive Weise festgehalten.









 
Bewertung: 10 von 10 Punkten. 
 

Prinzessin Mononoke


 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Hayao MIyazaki

Ein bösartiger Dämon...

Hayao Miyazakis Animefilm "Prinzessin Mononoke" entstand 1997 und war in diesem Jahr auch der umsatzstärkste japanische Film, der den Rekord von Spielbergs "E.T." aus dem Jahr 1982 übertraf. Bis heute hat der Film ca. 195 Millionen Dollar eingespielt.
Wie auch andere Filme von Miyazaki thematisiert Mononoke Hime die Umweltzerstörung und die Frage, ob es eine echte Koexistenz von Mensch und Natur geben kann. Ein weiteres Leitthema ist eine Kritik über den Umgang mit Leprakranken.
Hayao Miyazaki wurde 1941 in Tokio geboren und gründete gemeinsam mit Isal Takahata das berühmte Zeichentrickfilmstudio Studio Ghilbi, aus dem zahlreiche Klassiker des Genres wie "Mein Nachbar Totoro", "Die letzten Glühwürmchen" oder "Das Schloß im Himmel" hervorgingen. Ausserdem ist das Studio weltweit bekannt als Karrieresprungbrett anderer Anime Künstler. MIyazaki wurde bereits für seine Filme "Chihiros Reise ins Zauberland" und "Der Junge und der Reier" mit dem Oscar ausgezeichnet. Für seine Filme "Das wandelnde Schl0ß" und "Wie der Wind sich hebt" erhielt er immerhin eine Nominierung.
Im japanischen Muromachi (von 1336 bis 1573) wird ein Emishi-Dorf von einem abscheulichen Yōkai-Dämon angegriffen. Der letzte Emishi-Prinz, Ashitaka, tötet ihn, bevor er das Dorf erreicht, doch der Dämon packt seinen Arm und verflucht ihn vor seinem Tod. Der Fluch verleiht ihm übermenschliche Kräfte, verursacht ihm aber auch Schmerzen und wird ihn schließlich töten, wie die Seherin des Ortes weiß. Die Dorfbewohner entdecken, dass der Dämon ein Wildschweingott war, der durch eine Eisenkugel in seinem Körper verdorben wurde. Die weise Frau des Dorfes, Hī-sama, sagt Ashitaka, dass er in den westlichen Ländern, aus denen der Dämon stammt, möglicherweise ein Heilmittel finden kann und dass er nicht in seine Heimat zurückkehren kann. Mit seinem Reittier Yakkul macht sich der Prinz auf seine Odyssee. Auf dem Weg nach Westen trifft Ashitaka Jigo, einen opportunistischen Mönch, der Ashitaka sagt, dass er möglicherweise Hilfe beim elementaren Großen Waldgeist finden kann,  der am Tag in der Gestalt eines hirschähnlichen Tiergottes lebt und sich nachts in einen riesigen Nachtwandler verwandelt. In der Nähe treiben Männer auf einer Klippe Ochsen zu ihrer Heimatstadt Iron Town, angeführt von Lady Eboshi, und wehren einen Angriff eines Wolfsrudels ab, das von der Wolfsgöttin Moro angeführt wird, die Eboshi mit einem Schuss verwundet. Auf einem der Wölfe reitet San, ein Menschenmädchen. Unten begegnet Ashitaka San und den Wölfen, die seinen Gruß zurückweisen. Dann rettet er zwei der von der Klippe gefallenen Männer und bringt sie zurück durch den Wald, wo er kurz den Großen Waldgeist erblickt. Ashitaka und die Überlebenden erreichen Iron Town, wo er fasziniert begrüßt wird. Iron Town ist ein Zufluchtsort für Ausgestoßene und Leprakranke, die dort Eisen verarbeiten und Feuerwaffen wie Handkanonen und Luntenschlossmusketen herstellen. Ashitaka erfährt, dass die Stadt durch Abholzung von Wäldern zum Abbau des Eisens erbaut wurde, was zu Konflikten mit Asano, einem Daimyō und einem riesigen Ebergott namens Nago führte. Eboshi gibt zu, dass sie Nago erschossen und ihn so in den Dämon verwandelt hat, der Ashitakas Dorf angegriffen hat. Sie enthüllt auch, dass San – Prinzessin Mononoke genannt – von Wölfen aufgezogen wurde und die Menschheit hasst. San dringt in Iron Town ein und kämpft gegen Eboshi, aber Ashitaka greift ein und überwältigt sie beide. Inmitten der Hysterie schießt ein Dorfbewohner mit einer Schusswaffe auf ihn, aber der Fluch gibt ihm die Kraft, San aus dem Dorf zu tragen. San wacht auf und versucht, den geschwächten Ashitaka zu töten, zögert jedoch, als er ihr Komplimente über ihre Schönheit macht. Sie beschließt, ihm zu vertrauen, nachdem der Waldgeist in dieser Nacht seine Schusswunde geheilt hat. Am nächsten Tag plant ein Eberclan unter der Führung des blinden Gottes Okkoto, Iron Town anzugreifen, um den Wald zu retten. Eboshi macht sich mit Jigo auf, um den Waldgeist zu töten. Eboshi will dem Kaiser den Kopf des Gottes geben (der glaubt, dass er dadurch Unsterblichkeit erhält), im Gegenzug für Schutz vor Asano, während Jigo die hohe Belohnung begehrt. Ashitaka erholt sich und findet Iron Town von Asanos Samurai und Jizamurai belagert vor.  Der Eberclan wurde in der Schlacht vernichtet und Okkoto ist schwer verwundet. Jigos Männer bringen Okkoto mit einer List dazu, sie zum Waldgeist zu führen. San versucht, Okkoto aufzuhalten, wird jedoch mitgerissen, als ihr Schmerz sie in einen Dämon verwandelt. Während alle am Teich des Waldgeistes aufeinandertreffen, rettet Ashitaka San, während der Waldgeist Moro und Okkoto einschläfert. Als er beginnt, sich in den Nachtwandler zu verwandeln, schlagen allerdings seine Jäger zu...




"Prinzessin Mononoke" ist ein sehr komplexer und erwachsener Zeichdrickfilm, er ist düster, sieht optisch klasse aus und hat auch eine sehr passende Filmmusik von Joe Hisaishi. Time out wählte den Film auf Platz 26 der besten Animationsfilme aller Zeiten und auch in der Empire Liste der 500 besten Filme taucht Miyazakis Anime auf.  Gerade die Brüche der klassischen Klischees machen die Figuren ausgesprochen interessant. Vor dem Hintergrund des Kriegs mythischer Tiergötter gegen die Menschen greift Miyazaki auf eines seiner Hauptthemen zurück und mahnt das friedliche Zusammenleben zwischen Mensch und Tier, Technik und Natur an.






Bewertung: 8 von 10 Punkten. 

Outside the law


 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Rachid Bouchareb

Heimatlos...

Bei der Oscarverleihung 2007 wurde der Kriegsfilm "Tage des Ruhms" des französischen Regisseurs Rachid Bouchareb als algerischern Beitrag in der Kategorie der besten Auslandsfilme nominiert. Doch die Konkurrenz (u.a. Pans Labyrinth, Nach der Hochzeit) war groß und am Abend des 25. Februar 2007 konnte sich der deutsche Film "Das Leben der Anderen" als Sieger durchsetzen.
Vier Jahre später gelang ihm dieser Erfolg erneut und er fand sich mit seinem Thriller "Outside The Law" auf der Liste der fünf Kandidaten, die um den Sieg in der Oscarkategorie "Auslandsfilm" kämpften. Die Konkurrenz "In einer besseren Welt" (Dänemark), "Biutiful" (Mexiko), "Dogtooth" (Griechenland) und "Die Frau, die singt" (Kanada) war wieder sehr stark - Dänemark gewann, für Rachid Bouchareb blieb es bei der Nominierung. Der Film löste bei seinem Kinostart im Mai 2010 in Frankreich aufgrund der Geschichte der Massaker von Setif, Guelma und Kherrate ein großes Medieninteresse aus, dem Demonstrationen folgten.
Der Film erzählt die Geschichte von drei Brüdern aus Algerien: Said (Jamel Debbouze), Messaoud (Roschdy Zem) und Abdelkader (Sami Bouajila) erleben in ihrer Kindheit wie die Eltern (Ahmed Benaissa und Chafia Boudraa) von ihrem Gutshof verjagt werden, den bereits ihre Vorfahren bewirtschaftet hatten. Durch die Vertreibung sind alle drei Brüder diesen kolonialen Machtstrukturen feindlich gesinnt. 1945 wird ihr Vater beim Massaker von Setif erschossen, das bis dahin so enge Band der Familie zerreißt durch diesen Schicksalsschlag. Said erweist sich als der Bruder, der am ehesten mit den gängigen Systemen kooperieren kann. Er wird in Paris zum eleganten Ganoven und sein Traum ist es, den jungen algerischen Boxer Brahim (Mustapha Bendou) zum Sieg bei den französischen Boxmeisterschaften verhelfen. So will er die Franzosen aufgrund ihres Krieges mit Algerien demütigen. Abdelkader ist der Intellektuelle der Brüder und er ist es, der im Gefängnis landet, wo er sich weiter radikalisiert und für Frankreich zum Staatsfeind erklärt wird. Der mutige und ruhige Messaoud kämpft sogar für seine früheren Unterdrücker im Indochina-Krieg. Mitte der fünfziger Jahre treffen sich die Brüder in den algerieschen Banlieus von Paris wieder, dort lebt auch die Mutter in erbärmlichen Holzhütten am Rande des Existenzminimums. Während sich Said einen Platz in der französischen Gangsterszene erkämpft, sichließen sich seine Brüder der miltanten FLN an. Alle Brüder werden in diese Phase ihres lebens zu Mördern. Als sich Abdelkader immer mehr im Netz aus Fanatismus und Terror verfängt, eskaliert die Situation; die Brüder und ihre unterschiedlichen Auffassungen von Freiheit und Gerechtigkeit kollidieren...





Bouchareb verfolgte nach eigener Aussage die Absicht, nicht nur trockene historische Fakten zu präsentieren, sondern mit einer Genrehandlung zu unterhalten, die sich an Kriminalfilm und Western anlehnt, man erkennt in einigen Szenen, dass auch Francis Ford Coppolas Jahrhundertfilm "Der Pate" als Inspiration diente. Der Regisseur wahrt eine entschiedene Distanz zu seinen Protagonisten und ihren Handlungen, verfällt keiner Faszination der Gewalt und die Inszenierung seiner Geschichte ist klassisch bis konventionell. Dabei verknüfpft er Geschichte mit spannenden Thrillerelementen.  In Frankreich wurden ca. 400.000 Kinotickets verkauft.






Bewertung: 8 von 10 Punkten.