Regie: Lee Sang Il
Der Auftragsmord...
Schade ist es schon, dass die deutsche DVD des sehr guten
japanischen Remakes des Clint Eastwood Klassikers "The Unforgiven" nicht
die Originalfassung und deutsche Untertitel enthält (sollte eigentlich
zur Standard-Ausstattung dazu gehören), denn der von Lee Sang-Il
inszenierte "Yurusarezaru Mono" ist ähnlich gut gelungen wie die
Western-Remakes "Die glorreichen Sieben" oder "Für eine Handvoll
Dollar" der alten Akira Kurosawa Samurai Filme "Sieben Samurai" und
"Yojimbo - Der Leibwächter".
Die Handlung von "The
Unforgiven" wurde vom Westen der USA nach Hokkaido, Japan in die frühe
Meji Zeit (ca. 1868 bis 1880) verlegt. Dort lebt der ehemalige Samurai
Jubei Kamata (Ken Watanabe) mit seinen zwei Kindern auf einer
abgelegenen Farm. Seine geliebte Frau, die einen besseren Menschen aus
dem ehmaligen Killer machte, ist verstorben und die Familie lebt in
großer Armut.
Die Kinder wissen nicht, dass ihr guter Vater in einem früheren Leben der berühmt berüchtigte Killer Jubei war.
Eine
Rückblende am Anfang zeigt eine Winterlandschaft des Jahres 1868 mit
sehr vielen blutverschmierten Leichen, es sind Regierungskräfte - alle
ermordet durch die Hand des Killers. Dieser taucht dann unter und erst
1880 wird er wieder mit seinem früheren Leben konfrontiert, denn der
alte Weggefährte Kingo Baba (Akira Emoto) besucht ihn. Er will Jubei für
einen Auftrag gewinnen, der die beiden Männer in eine Grenzstadt führen
soll. Dort entstellten die beiden Brüder Sanosuke (Yukiyoshi Ozawa) und
Unosuke Hotta (Takahiro Miura) beim Besuch in einem Bordell die junge
Prostituierte Natsume (Shiori Kutsuna). Da der lokale Gesetzeshüter
Ichizo Oishi (Kōichi Satō) die beiden Schurken relativ gut davonkommen
lässt und ihnen nur eine geringe Strafe aufbrummt, sammeln die anderen
Prostituierten Geld für ein Kopfgeld, das sie auf die beiden Brüder
aussetzen. Blut soll fließen. Tatsächlich lockt das Geld viele Killer in
die Stadt. Der berüchtigte Masaharu Kitaoji (Jun Kunimura) reist mit
seinem Biographen Himeji (Ken´ichi Takito) an, bekommt aber als Erster
eine brutale Kostprobe wie Oishi mit den anreisenden Auftragsmördern
verfährt. Er nimmt ihm die Schwerter ab, er schlägt ihn, er wird vor
allen gedemütigt.
Dies hält natürlich die beiden ehemaligen
Mörder nicht ab davon ebenfalls in die Stadt zu kommen. Inzwischen haben
sie sogar mit dem jungen Goro Sawada (Yuya Yagira), einem Halb-Ainu,
einen neuen Weggefährten bekommen, der sich rühmt, bereits fünf Männer
erledigt zu haben. Doch als das Trio die Grenzstadt erreicht und im
Gasthof einkehren will, wartet dort schon der aggressive Mann des
Gesetzes auf sie...
die Geschichte ist natürlich bestens bekannt und
wird von Lee Sang Il, dem japanischen Regisseur mit koreanischen Wurzeln
im Grunde auch nicht groß verändert. Lediglich das Ende ist etwas
abgewandelt und der Showdown des Remakes kam mir ein bisschen
dynamischer vor wie im Eastwood Klassiker. Interessanterweise hat man
trotz der japanischen Location immer auch das Gefühl einen lupenreinen
Western mit opulenten Widescreen Bildern zu sehen - Kameramann Norimichi
Kasamatsu agiert perfekt und erhält von mir die Bestnote. Das
Unternehmen "Remake" ist damit voll geglückt - Westernfans werden
begeistert sein. Ken Watanabe hat natürlich nicht so viele Jahre auf dem
Buckel wie sein Vorbild Clint Eastwood als William Munny, macht aber
seine Sache sehr gut und gefällt in seiner besten Rolle seit "Last
Samurai". Die besten Momente hat - genauso wie im Originalfilm - der
Gesetzeshüter. Den genialen Part von Gene Hackman übernahm Kōichi Satō,
ein in seinem Heimatland schon mehrfach ausgezeichneter Schauspieler.
Bewertung: 8 von 10 Punkten.
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