Freitag, 24. Juli 2015

The Unforgiven (Yurusaezaru Mono)

























Regie: Lee Sang Il

Der Auftragsmord...

Schade ist es schon, dass die deutsche DVD des sehr guten japanischen Remakes des Clint Eastwood Klassikers "The Unforgiven" nicht die Originalfassung und deutsche Untertitel enthält (sollte eigentlich zur Standard-Ausstattung dazu gehören), denn der von Lee Sang-Il inszenierte "Yurusarezaru Mono" ist ähnlich gut gelungen wie die Western-Remakes "Die glorreichen Sieben" oder "Für eine Handvoll Dollar"  der alten Akira Kurosawa Samurai Filme "Sieben Samurai" und "Yojimbo - Der Leibwächter".
Die Handlung von "The Unforgiven" wurde vom Westen der USA nach Hokkaido, Japan in die frühe Meji Zeit (ca. 1868 bis 1880) verlegt. Dort lebt der ehemalige Samurai Jubei Kamata (Ken Watanabe) mit seinen zwei Kindern auf einer abgelegenen Farm. Seine geliebte Frau, die einen besseren Menschen aus dem ehmaligen Killer machte, ist verstorben und die Familie lebt in großer Armut.
Die Kinder wissen nicht, dass ihr guter Vater in einem früheren Leben der berühmt berüchtigte Killer Jubei war.
Eine Rückblende am Anfang  zeigt eine Winterlandschaft des Jahres 1868 mit sehr vielen blutverschmierten Leichen, es sind Regierungskräfte - alle ermordet durch die Hand des Killers. Dieser taucht dann unter und erst 1880 wird er wieder mit seinem früheren Leben konfrontiert, denn der alte Weggefährte Kingo Baba (Akira Emoto) besucht ihn. Er will Jubei für einen Auftrag gewinnen, der die beiden Männer in eine Grenzstadt führen soll. Dort entstellten die beiden Brüder Sanosuke (Yukiyoshi Ozawa) und Unosuke Hotta (Takahiro Miura) beim Besuch in einem Bordell die junge Prostituierte Natsume (Shiori Kutsuna). Da der lokale Gesetzeshüter Ichizo Oishi (Kōichi Satō) die beiden Schurken relativ gut davonkommen lässt und ihnen nur eine geringe Strafe aufbrummt, sammeln die anderen Prostituierten Geld für ein Kopfgeld, das sie auf die beiden Brüder aussetzen. Blut soll fließen. Tatsächlich lockt das Geld viele Killer in die Stadt. Der berüchtigte Masaharu Kitaoji (Jun Kunimura) reist mit seinem Biographen Himeji (Ken´ichi Takito) an, bekommt aber als Erster eine brutale Kostprobe wie Oishi mit den anreisenden Auftragsmördern verfährt. Er nimmt ihm die Schwerter ab, er schlägt ihn, er wird vor allen gedemütigt.
Dies hält natürlich die beiden ehemaligen Mörder nicht ab davon ebenfalls in die Stadt zu kommen. Inzwischen haben sie sogar mit dem jungen Goro Sawada (Yuya Yagira), einem Halb-Ainu, einen neuen Weggefährten bekommen, der sich rühmt, bereits fünf Männer erledigt zu haben. Doch als das Trio die Grenzstadt erreicht und im Gasthof einkehren will, wartet dort schon der aggressive Mann des Gesetzes auf sie...



die Geschichte ist natürlich bestens bekannt und wird von Lee Sang Il, dem japanischen Regisseur mit koreanischen Wurzeln im Grunde auch nicht groß verändert. Lediglich das Ende ist etwas abgewandelt und der Showdown des Remakes kam mir ein bisschen dynamischer vor wie im Eastwood Klassiker. Interessanterweise hat man trotz der japanischen Location immer auch das Gefühl einen lupenreinen Western mit opulenten Widescreen Bildern zu sehen - Kameramann Norimichi Kasamatsu agiert perfekt und erhält von mir die Bestnote. Das Unternehmen "Remake" ist damit voll geglückt - Westernfans werden begeistert sein. Ken Watanabe hat natürlich nicht so viele Jahre auf dem Buckel wie sein Vorbild Clint Eastwood als William Munny, macht aber seine Sache sehr gut und gefällt in seiner besten Rolle seit "Last Samurai". Die besten Momente hat - genauso wie im Originalfilm - der Gesetzeshüter. Den genialen Part von Gene Hackman übernahm Kōichi Satō, ein in seinem Heimatland schon mehrfach ausgezeichneter Schauspieler.




Bewertung: 8 von 10 Punkten.

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