Samstag, 14. November 2015
The Gunman
Regie: Pierre Morel
Von der Vergangenheit eingeholt...
Pierre Morels bekanntester Film ist sicherlich "Taken" (96 Hours) aus dem Jahr 2008. Darin sucht ein zu allem entschlossener Vater seine in Paris entführte Tochter und übt grässliche Vergeltung. Der Film wurde ein Riesenerfolg - was sicherlich auch in hohem Maße an Hauptdarsteller Liam Neeson lag, der sich mit seiner Hauptrolle auf einen Schlag in die Riege der neuen großen Actionhelden katapultierte.
In seinem neuen Film "Gunman" setzt Morel wieder auf einen guten Schauspieler. Er konnte Oscargewinner Sean Penn für die Hauptrolle gewinnen. Das besondere dabei ist, dass er fürs Publikum nicht unbedingt als Sympathieträger daherkommt.
Alles beginnt im Kongo des Jahres 2006. Dort ist Jim Terrier (Sean Penn), der ehemaliger Soldat der Special Forces, als Mitglied des Sicherheitsdienstes tätig. Er soll in dem vom Bürgerkrieg gezeichneten Land für Ordnung sorgen. Er führt allerdings ein Doppelleben, von dem auch seine Freundin Annie (Jasmine Trincia) nichts ahnt. Terrier ist Mitglied einer geheimen Söldnergruppe und schreckt auch nicht vor Auftragsmorden zurück. Als er den Auftrag erhält einen wohl korrupten Bergbauminister zu elimineren, weiß er, dass er das Land verlassen muß - ohne seiner Geliebten Lebewohl zu sagen. Dies tut für ihn sein Bekannter Felix (Javier Bardem), der ebenfalls in der Gruppe ist und auf Annie ein Auge geworfen hat. 8 Jahre vergehen, bis er wieder ins Land kommt. Der Killer von einst hat sein blutiges Geschäft aufgegeben und engagiert mit humanitärer Hilfe. Doch eines Tages holt ihn seine mörderische Vergangenheit ein. Bewaffnete Männer wollen einen Anschlag auf ihn verüben, in letzter Sekunde kann er die Killer bezwingen. Wer trachtet nach seinem Leben ? Terrier glaubt an einen Zusammenhang mit den Ereignissen vor 8 Jahren. Er erfährt, dass zwei seiner damals ebenfalls am Anschlag beteiligten Kollegen bereits liquidiert wurden. In London trifft er Cox (Mark Rylance), einen weiteren Söldnerkollegen, den er warnt. Auf der Suche nach den Hintermännern gibts auch ein Wiedersehen mit dem undurchsichtigen Felix, der mittlerweile mit Annie verheiratet ist...
"The Gunman" basiert lose auf Jean-Patrick Manchettes Thrillerroman "The Prone Gunman" und erzählt eine reichlich bekannte Geschichte von einem alternden Killer, der für einen letzten Auftrag aus dem Ruhestand zurückkehrt. Gezwungenermaßen natürlich. An politischen Hintergründen ist de Film nicht interessiert, es dominiert der Action-Anteil. Dabei gibts einige Schauplatzwechsel, was zusätzlich an Bond oder Bourne erinnert. Die Verschwörung reicht bis ganz nach oben. Zusätzlich muss sich Sean Penn noch mit einem weiteren Problem rumschlagen. Er ist gesundheitlich lädiert und das Drehbuch will es so, dass der Exsöldner bei Stress- und Belastungssituationen zusammenbricht. Die Riege der Co-Stars präsentiert Hochkaräter wie Jarvier Bardem, Idris Elba und Ray Winstone. Doch keiner dieser Namen setzt große Akzente. So bleibt ein unterhaltsamer, aber auch klischeebeladener Thriller. Die Action hätte ruhig auch etwas kreativer gestaltet werden können. Der Höhepunkt der Jagd findet dann in einer spanischen Stierkampfarena statt. Der Bösewicht - Auge um Auge - mit einem wütenden Stier. Sean Penn selbst darf mehr als einmal als "Gunman" seinen trainierten Mittfünziger Body präsentieren. Wir sehen ihn surfen mit gestähltem Oberkörper, auch die Liebe bekommt noch einmal eine zweite Chance. Was will man mehr...ganz der Old school Style. Das Mädel wartet natürlich bis der Macker die milde Haftstrafe abgesessen hat.
Bewertung: 6 von 10 Punkten.
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