Montag, 10. September 2018

Der Detektiv


























Regie: Gordon Douglas

Korrupter Großstadtdschungel...

"Schwul zu sein hat in mir viel mehr Schuldgefühle ausgelöst, als die Tatsache ein Mörder zu sein" ...einer der markanten Sätze aus Gordon Douglas Neo Noir "Der Detektiv" aus dem Jahr 1967, der in etwa fast zeitgleich entstand als Douglas und Sinatras gemeinsame "Tony Rome" Detektivfilme, die ebenfalls die dunkle Serie in den sechziger Jahren weiterführen. Dabei ist diesmal Frank Sinatra der noch aktive Polizei Sergeant Joe Leland. Erst am Ende wird er enttäuscht - wie schon Tony Rome - den Polizeidienst quittieren und auf eigene Rechnung arbeiten. Den Polizeifunk in seinem Dienstwagen nimmt er nur noch als Aussenstehender wahr und färht etwas ziellos durch die Straßen von New York. "Der Detektiv" war zu seiner Zeit ein achtbarer Kassenerfolg, der insgesamt in den USA 6,5 Millionen Dollar einspielte und am Ende des Jahres auf Platz 20 der erfolgreichsten Filme des Jahres 1968 landete.
Sinatra kann seine lakonische Stärke bestens ausspielen und liefert mit seiner Darstellung des aufrechten Polizisten einen klaren, unsentimentalen Blick auf die polizeiliche Arbeit.
Aus der heutigen Sicht wirkt der Schauplatz im Homosexuellen Milieu sehr angestaubt, aber zu seiner Zeit und vor den historisch wichtigen Ereignissen in der Christopher Street in Sachen Emanzipation dürfte die Darstellung damals sehr brisant und gewagt gewesen sein. Ebenso die Charakterisierung von Lelands unglücklicher Frau, gespielt von Lee Remick, die als Nymphomanin unter ihrer zügellosen Sexsucht leidet.
Schon am Anfang geht es hart zur Sache. Von den Streifenpolizisten Tanner (Patrick McVey) und Kelly (Sugar Ray Robinson) wird Joe Leland von der Mordkommission an einen blutigen Tatort gerufen. Der aus bestem Elternhaus stammende Junggeselle Theodore Leikman jr (James Inman) ist bestialisch ermordet worden. Man fand den Toten nackt, die Genitalien wurden entfernt und es fehlen zwei Finger. Der Tote ist fürchterlich zugerichtet und der junge Polizist Robbige Loughren (Al Freeman jr) möchte sich am liebsten übergeben. Doch Joe Leland weiß, dass der junge Kollege da durch muß, denn es ist Alltag bei der Polizei im 19ten District von New York. Während die Polizisten Nestor (Robert Duvall) und Mercidis (Pat Henry) die Gegend untersuchen, bekommt Leland von der ebenfalls im Haus lebenden Carol Linjack (Dixie Linjack (Dixie Marquis) den Hinweis, dass Leikman homosexuell war und ein Liebhaber (Tony Musante) bei ihm wohnte.
In einer Rückblende lernt der Zuschauer den Privatbereich von Leland kennen und damit auch seine Probleme mit seiner schönen Ehefrau Karen Wagner Leland (Lee Remick), die auch nach der Heirat immer noch einen hohen Männerverschleiß hat. Neben den Ermittlungen am Mord des reichen schwulen Leikman gerät der Polizist auch in einen Sumpf aus korrupten Politikern und Opportunisten, damit bringt er auch noch seinen Vorgesetzten (Horace McMahon) gegen sich auf. Diese Abgründe tun sich auf, weil Leland versucht der verzweifelten Norma McIvor (Jacqueline Bisset) zu helfen, die ihren Mann Colin (William Windom) vermisst - irgendwann stößt er auf die Organisation "Rainbow" und ahnt noch nicht, dass beide Fälle schicksalshaft miteinander verbunden sind...




Gordon Douglas, der B-Film Kultregisseur hat mit "Der Detektiv" einen seiner besten Filme überhaupt geschaffen. "Der Detektiv" ist ein 60er Jahre Vorläufer der späteren düsteren New York Krimithriller wie "Nur 72 Stunden" oder "Brennpunkt Brooklyn" und wirkt auch deshalb so authentisch, weil das meiste vor realer Kulisse gedreht wurde. Sechs Wochen dauerten die Dreharbeiten, darunter allein 10 Tage im 19. Polizeirevier in der 67. Straße, das als authentisches Live-Set diente. Die Romanvorlage dazu stammte von Roderick Thorpe und Drehbuchautor Preisträger Abby Mann machte daraus einen packendes Script mti gesellschaftskritischen Anspruch.




Bewertung: 8 von 10 Punkten. 

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