Regie: Gordon Douglas
Korrupter Großstadtdschungel...
"Schwul zu sein hat in mir viel mehr Schuldgefühle ausgelöst, als
die Tatsache ein Mörder zu sein" ...einer der markanten Sätze aus Gordon
Douglas Neo Noir "Der Detektiv" aus dem Jahr 1967, der in etwa fast
zeitgleich entstand als Douglas und Sinatras gemeinsame "Tony Rome"
Detektivfilme, die ebenfalls die dunkle Serie in den sechziger Jahren
weiterführen. Dabei ist diesmal Frank Sinatra der noch aktive Polizei
Sergeant Joe Leland. Erst am Ende wird er enttäuscht - wie schon Tony
Rome - den Polizeidienst quittieren und auf eigene Rechnung arbeiten.
Den Polizeifunk in seinem Dienstwagen nimmt er nur noch als
Aussenstehender wahr und färht etwas ziellos durch die Straßen von New
York. "Der Detektiv" war zu seiner Zeit ein achtbarer Kassenerfolg, der
insgesamt in den USA 6,5 Millionen Dollar einspielte und am Ende des
Jahres auf Platz 20 der erfolgreichsten Filme des Jahres 1968 landete.
Sinatra kann seine lakonische Stärke bestens ausspielen und liefert
mit seiner Darstellung des aufrechten Polizisten einen klaren,
unsentimentalen Blick auf die polizeiliche Arbeit.
Aus der heutigen Sicht wirkt der Schauplatz im Homosexuellen Milieu
sehr angestaubt, aber zu seiner Zeit und vor den historisch wichtigen
Ereignissen in der Christopher Street in Sachen Emanzipation dürfte die
Darstellung damals sehr brisant und gewagt gewesen sein. Ebenso die
Charakterisierung von Lelands unglücklicher Frau, gespielt von Lee
Remick, die als Nymphomanin unter ihrer zügellosen Sexsucht leidet.
Schon am Anfang geht es hart zur Sache. Von den Streifenpolizisten
Tanner (Patrick McVey) und Kelly (Sugar Ray Robinson) wird Joe Leland
von der Mordkommission an einen blutigen Tatort gerufen. Der aus bestem
Elternhaus stammende Junggeselle Theodore Leikman jr (James Inman) ist
bestialisch ermordet worden. Man fand den Toten nackt, die Genitalien
wurden entfernt und es fehlen zwei Finger. Der Tote ist fürchterlich
zugerichtet und der junge Polizist Robbige Loughren (Al Freeman jr)
möchte sich am liebsten übergeben. Doch Joe Leland weiß, dass der junge
Kollege da durch muß, denn es ist Alltag bei der Polizei im 19ten
District von New York. Während die Polizisten Nestor (Robert Duvall) und
Mercidis (Pat Henry) die Gegend untersuchen, bekommt Leland von der
ebenfalls im Haus lebenden Carol Linjack (Dixie Linjack (Dixie Marquis)
den Hinweis, dass Leikman homosexuell war und ein Liebhaber (Tony
Musante) bei ihm wohnte.
In einer Rückblende lernt der Zuschauer den Privatbereich von
Leland kennen und damit auch seine Probleme mit seiner schönen Ehefrau
Karen Wagner Leland (Lee Remick), die auch nach der Heirat immer noch
einen hohen Männerverschleiß hat. Neben den Ermittlungen am Mord des
reichen schwulen Leikman gerät der Polizist auch in einen Sumpf aus
korrupten Politikern und Opportunisten, damit bringt er auch noch seinen
Vorgesetzten (Horace McMahon) gegen sich auf. Diese Abgründe tun sich
auf, weil Leland versucht der verzweifelten Norma McIvor (Jacqueline
Bisset) zu helfen, die ihren Mann Colin (William Windom) vermisst -
irgendwann stößt er auf die Organisation "Rainbow" und ahnt noch nicht,
dass beide Fälle schicksalshaft miteinander verbunden sind...
Gordon Douglas, der B-Film Kultregisseur hat mit "Der Detektiv"
einen seiner besten Filme überhaupt geschaffen. "Der Detektiv" ist ein
60er Jahre Vorläufer der späteren düsteren New York Krimithriller wie
"Nur 72 Stunden" oder "Brennpunkt Brooklyn" und wirkt auch deshalb so
authentisch, weil das meiste vor realer Kulisse gedreht wurde. Sechs
Wochen dauerten die Dreharbeiten, darunter allein 10 Tage im 19.
Polizeirevier in der 67. Straße, das als authentisches Live-Set diente.
Die Romanvorlage dazu stammte von Roderick Thorpe und Drehbuchautor
Preisträger Abby Mann machte daraus einen packendes Script mti
gesellschaftskritischen Anspruch.
Bewertung: 8 von 10 Punkten.
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