Regie Claude Lelouch...
Mensch und Mond...
Der Mond hat Einfluss auf unser Gemüt, vor allem bei Vollmond. In dem 1990 entstandenen "So sind die Tage und der Mond" von Claude Lelouch kreuzen und verflechten sich die Lebenswege vieler Männer und Frauen. Manche profitieren von diesem Einfluss, für andere ist diese Zeit jedoch nachteilig, insbesondere da viele durch die gleichzeitige Umstellung auf Sommerzeit in derselben Nacht beeinträchtigt werden. Am Ende treffen sich alle auf der Straße wieder, wo es zu einem dramatischen Ende kommt. „So sind die Tage und der Mond“ ist ein melancholischer Episodenfilm. Als zeitlichen Rahmen hat Claude Lelouch sich einen verregneten Frühlingstag herausgegriffen, an dem nicht nur der Vollmond und Zeitumstellung zusammentreffen, sondern auch noch eine Mondfinsternis dazu kommt. Einige der Szenen im Prolog spielen allerdings vor diesem Tag. Auf virtuose Weise verknüpft Claude Lelouch die Erlebnisse seiner Figuren, deren Leben aus den Fugen geraten ist. Davon erzählt Claude Lelouch temporeich, parallel und in rasch wechselnden Szenen. Folgt man einem alten (Aber)Glauben, so sollte man sich vor dem Mond und seinem Einfluss besser in Acht nehmen. Denn der Erdtrabant beeinflusst nicht nur den Lauf der Gezeiten, seine geheimnisvollen Kräfte wirken auch direkt auf den Menschen ein und bringen ihn dazu, Dinge zu tun, die er sonst nicht tun würde. Da ist der frustrierte Lastwagenfahrer Gerard(Gerard Lanvin) der seinen Autotransporter aus der Normandie nicht schnell genug nach Paris zurückbringen kann, weil ihm nach der Zeitumstellung eine Stunde fehlt. Als er auch noch Ärger mit einem mondsüchtigen Streifenpolizisten (Laurent Spielvogel) bekommt, schmeißt er seinen Job einfach hin, stiehlt sich einen flotten Flitzer und nimmt sich einer jungen Frau (Caroline Licla) an, die ihrem Mann (Jacques Gamblin) in der Hochzeitsnacht davongelaufen ist. Verlassen von seiner Frau (Christine Boisson) sieht sich auch ein Restaurantbesitzer (Vincent Lindon), der um alles spielt, sogar um seine kleine Tochter (Salome Lelouch). Die schwangere Stewardess Sophie (Marie-Sophie L. )wiederum hat Probleme mit ihrem Geliebten (Patrick Chesnais), einem Arzt , der seinerseits nicht ahnt, was bald auf ihn zukommen wird....
Insgesamt dreizehn Menschen führt der französische Regisseur Claude Lelouch in seinem insgesamt 31. Film im Laufe von 24 Stunden zusammen und wieder auseinander, bis zum dramatischen Finale. Ein sehr eigenständiger und teilweise magischer Film voller Geschichten, Zufälle und schicksalhafter Begegnungen, großen Tragödien und kleinen Komödien, eine Ode an das Leben und den Tod. Dabei liefern die Kameramänner Jean Yves Le Mener und und Michel Quenneville atmosphärische Kinobilder. Die Einstellungen bei der rasanten Autofahrt deuten eine antike griechische Tragödie an, denn der Fahrer rast seinem unausweichlichen Schicksal entgegen. In der Rolle einer einsamen älteren Frau ist Annie Girardot zu sehen. Erwähnenswert auch die sehr erlesenen musikalischen Einlagen, die der Regisseur in seine Handlung eingepflegt hat.
Bewertung: 8 von 10 Punkten.


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