Regie: Nicholas Gessner
Dreizehn Stühle...
Der Film "Zwölf plus Eins" basiert auf dem satirischen Roman *Die zwölf Stühle* (1928) der sowjetischen Autoren Ilf und Petrow, der bereits mehrfach verfilmt wurde (darunter 1970 in einer Version von Mel Brooks). Die Handlung dreht sich um die zunehmend verzweifelten Versuche, in den Besitz wertvoller Edelsteine zu gelangen, die in einem Stuhlset versteckt waren. Es war Tates letzter Film, bevor sie, ihr ungeborener Sohn und vier weitere Personen in ihrem Haus von Anhängern Charles Mansons ermordet wurden. Der Film kam posthum in die Kinos. In den 50er Jahren gab es eine Version mit Walter Giller und Georg Thomalla. Mit jüdischem Witz angereichert versuchte sich Mel Brooks im Jahr 1970 an diesem Stoff. Bereits ein Jahr zuvor drehte der schweizer Filmregisseur Nicholas Gessner (bekanntester Film: Das Mädchen am Ende der Straße) seine Version der Geschichte und dabei konnte er auf eine attraktive Besetzung zurückgreifen. Der Film wurde in Deutschland am 25. Dezember 1975 im ZDF uraufgeführt. Mario Beretti (Vittorio Gassmann) ist ein junger italienisch-amerikanischer Friseur, der in New York City einen schlecht laufenden Salon nahe einer Baustelle betreibt. Sein Leben nimmt eine entscheidende Wendung, als er vom Tod seiner Tante in Lavenham (England) erfährt, die ihn zu ihrem Alleinerben eingesetzt hat. Mario reist eilig nach England und stellt fest, dass sein Erbe kaum etwas von Wert umfasst – lediglich dreizehn antike Stühle. Er verkauft sie, um seine Reisekosten zu decken, erfährt jedoch kurz darauf durch eine letzte Nachricht seiner Tante Laura, dass sich in einem der Stühle ein Vermögen von 100.000 Dollar an Juwelen befindet. Seine Versuche, die Stühle zurückzukaufen, scheitern. Gemeinsam mit der reizenden amerikanischen Antiquitätenhändlerin Pat (Sharon Tate) – die in dem Laden vor Tante Lauras Haus arbeitet, wo er die Stühle verkauft hatte – begibt er sich auf eine skurrile Suche nach den Möbelstücken. Die Reise führt das Duo von London über Paris bis nach Rom. Unterwegs begegnen sie einer Reihe ebenso exzentrischer Charaktere: darunter Albert (Terry-Thomas), der Fahrer eines Möbelwagens; eine Prostituierte namens Judy (Mylene Demongeot) ; Maurice (Orson Welles), der Leiter einer Wandertheatertruppe, die eine dürftige Inszenierung von „Dr. Jekyll und Mr. Hyde“ aufführt; sowie der italienische Unternehmer Carlo Di Seta (Vittorio de Sica) und dessen lebhafte Tochter Stefanella (Ottavia Piccolo). Die abenteuerliche Jagd endet in Rom, wo der Stuhl mit den Juwelen auf einen Lastwagen gelangt und von Nonnen abgeholt wird, die ihn für einen wohltätigen Zweck versteigern. Es ist der letzte Stuhl gewesen und Mario bringt es nicht fertig, hier Ansprüche zu stellen. Da seine Suche erfolglos geblieben ist, reist Mario mit dem Schiff zurück nach New York City. Pat verabschiedet sich von ihm und winkt ihm zum Abschied zu. Der Film endet mit Marios Rückkehr nach New York City und in seinen Friseursalon. Seine Freunde aus dem anderen (und deutlich luxuriöseren) Salon gesellen sich zu ihm, ebenso wie zwei Bauarbeiter und sein letzter Kunde, Randomhouse (Sandro Dori). Dort macht Mario eine seltsame Entdeckung: Kurz vor seiner Abreise nach Europa hatte er eine Methode erfunden, mit der Haare auf wundersame Weise nachwachsen können. Er lacht ekstatisch, ja geradezu manisch, über seine Entdeckung, denn sie wird ihn reich machen...
"12 + 1" heißt im Original "Una su 13" und ist eine italienisch-französische Coproduktion. Es ist sicherlich kein A-Film, er wirkt auch trashig - aber er ist sympathisch und bietet viel Spielwitz und Slapstick. Es geht Schlag auf Schlag beim Suchen und Zerstören der Stühle, alles wird turbulent, grotesk und temporeich serviert.
Bewertung. 6,5 von 10 Punkten.












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