Samstag, 3. Oktober 2026

Zeit des Verbrechens















Regie: Claude Lelouch

Vorsicht Banditen...

Im Jahr 1986 drehte der französische Regisseur Claude Lelouch mit "Attention Bandits !" (deutscher Titel: Die Zeit des Verbrechens) einen sehr aussergewöhnlichen Gangsterfilm. Die Kritiker in Frankreich urteilten positiv über den Film und feierten ihn als Rückkehr zu Lelouchs Wurzeln. Getragen wird die sehr unkonventionelle Rachegeschichte von authentischen und warmherzigen Darstellerleistungen, die sichtlich Freude daran hatten, Teil des Films zu sein. Am 3. juni 1987 wurde der Film im Kino gestartet, zu einer Zeit als die Kinobesucherzahlen in Frankreich sich stark auf dem absteigenden Ast befanden. Dennoch schaffte er in seiner ersten Kinowoche über 200.000 Franzosen ins Kino zu locken, das reichte in diesen mageren Kinozeiten fürr den ersten Rang der Kinocharts. Am Ende sahen insgesamt 644.413 Zuschauer den Film, ein respektables Ergebnis angesichts dieser damals sehr düsteren Lage der Filmindustrie.  Der junge smarte Gangster Julien Bastide (Patrick Bruel), den alle Mozart nennen und drei weitere junge Räuber (Jean Michel Dupuis, Xavier Maly, Olivier Gruveiller) verübten einen Raubüberfall bei Cartier in Paris. Er kontaktiert den inzwischen zurückgezogenen Simon Verini (Yean Yanne), der durch dunkle Geschäfte, Hehlerei und Betrügerei inzwischen Eigentümer eines Landguts geworden ist und trifft ihm mit Verinis Frau (Christine Barbelevien) und der kleinen Tochter Marie Sophie (Edwige Navarro) beim Angeln am Teich in der Nähe des Anwesens. Auf dem Anwesen leben auch Verinis Onkel Charles (Charles Gerard) sowie die Haushälterin und ihr Ehemann. Simon Verini hat sich auf gestohlene Kunst und Schmuck spezialisiert, daher willigt er ein die Beute zu verkaufen. Doch während der Lösegeldübergabe wird seine Frau entführt und bei der Übergabe des Lösegeldes brutal und kaltblütig ermordet. Simon verdächtigt nun Mozart oder einer seiner drei Spießgesellen. Vor seiner kommenden Festnahme und Verurteilung bleibt ihm nur noch kurze Zeit seine Tochter in einem angesehenen Schweizer Internat unterzubringen, dann wird er zu 10 Jahren Haft verurteilt. Seiner Tochter schreibt er regelmäßig Briefe und lügt sie an. Das Ehepaar wäre gemeinsam in Brasilien. Jahre vergehen. Weniger Monate vor seiner Entlassung offenbart Simon seiner inzwischen fast erwachsenen Tochter (Marie Sophie L. ) die Wahrheit. Die Tochter selbst wird von ihm als Prinzessin bezeichnet. Sie sieht ihren Vater als eine Art Robin Hood an. Nach seiner Haftentlassung hat Verini natürlich nur eines im Sinn: Rache. Mit der Hilfe seiner Tochter, die bald den attraktiven Antoine (Herve Favre) sucht er unaufhörlich nach dem Täter. Noch immer verdächtigt er Mozart oder einen seiner drei Komplizen, doch Beweise fehlen ihm. Schließlich vertraut sich ihm seine frühere Haushälterin, die Frau des tatsächlichen Mörders an, die inzwischen von ihm getrennt lebt. Dieses Geständnis führt nicht nur zu einem Strudel an Gewalt. Auch Gefühle spielen verrückt...









Lelouch lässt seine Figuren sehr sympathisch erscheinen. Es sind Gangster - sie angeln aber gerne, sie verlieben sich und sie schaffen am Ende das Unmögliche. Stellenweise mutet es märchenhaft an. Für die Musik zeichnete Francis Lai verantwortlich. Die Arbeit an der Kamera war Sache von Jean Ives Mener. Hauptdarsteller Yean Yanne wurde durch Chabrols "Das Biest muss sterben" international bekannt. Patrick Bruel ist ein äusserst populärer Sänger in seiner Heimat. Er hatte mehrere Nummer 1 in Frankreich. 









Bewertung: 8,5 von 10 Punkten. 

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