Regie: James Foley
In der Todeszelle...
Gute Filme und schlechte Filme finden sich in James Foleys
Filmographie. Für den Madonna Film "Whos that girl ?" bekam der
Regisseur seine erste Nominierung bei der Vergabe der "Goldene
Himbeere". 2018 und 2019 konnte er für seine beiden "Fifty Shades of
Grey" Filme noch zweimal eine Nominierung als schlechtester Regisseur
des Jahres holen. Demgegenüber stehen aber sehr geglückte Filme wie "Auf
kurze Distanz" mit Sean Penn, "After Dark my Sweet" und vor allem das
hervorragende Kammerspiel "Glengarry Glen Ross" aus dem Jahr 1992.
1996 wurde er für die Verfilmung des John Grisham Bestsellers "Die
Kammer" als Regisseur verpflichtet. Der Film wurde allerdings ein
Kassenflop mit 22 Millionen Dollar Umsatz. Lediglich Robert Altmans
"Gingerbread man" lief im Kino noch schlechter.
Die Geschichte spielt in Indianola, Mississippi im April 1967. Die
Rassenunruhen beherrschen das gesamte Land und der Klu Klux Klan ist
schwer beschäftigt mit terroristischen und mörderischen Aktivitäten.
Einer der Ziel der Rassisten ist der jüdische Bürgerrechtsanwalt Marvin
Kramer, der eines Morgens seine beiden fünfjhrigen Zwillingssöhne ins
Büro mitnimmt - wenige Minuten nach seinem Eintreffen geht in seinem
Büro eine Bombe hoch, die die beiden Kids tötet. Kramer überlebt,
allerdings beinamputiert. Er begeht daraufhin Selbstmord. Zurück bleibt
die Witwe Ruth (Millie Perkins).
Als vermeintlicher Täter wird der Klansoldate Sam Cayhall (Gene
Hackman), schließlich zum Tod in der Gaskammer des Mississippi State
Penitentiary verurteilt. Doch bevor nun das Urteil verstreckt werden
soll, sind schon 29 Jahre vergangen. Cayhalls Enkel Adam Hall (Chris
O´Donnell), der Anwalt ist, möchte seinen Großvater beraten, dass
zumindest ein Aufschub erreicht werden kann. Dabei ist Adam alles andere
als ein Freund seines Großvaters. Die ganze Familie hat aufgrund der
Vergangenheit des Großvaters den Namen geändert. Adams Vater hat durch
diese fatale Familienkonstellation Selbstmord begangen und die Tochter
Lee Bowen (Faye Dunaway) führt ein Leben als bekannte Prominente, sie
ist alkohlkrank - was sie genauso verheimlichen kann wie ihren
berüchtigten Dad. Die erste Begegnung zwischen Enkel und Großvater
verläuft auch wenig herzlich. Sam ist ein schroffer, verbitterter und
reueloser Rassist, der mit seiner Beteiligung an dem Bombenattentat
immer noch prahlt, er bestreitet jeodch, dass die Bombenanschläge zum
Töten gedacht waren. Ausserdem verspottet er die politische Einstellung
von Adam, doch dieser lässt nicht locker und findet bald einen Zugang zu
seinem Verwandten, der im Hochsicherheitstrakt auf seine Hinrichtung
wartet, die in nur wenigen Tagen stattfinden soll....
Robert Prosky ist als E. Garner Goodman zu sehen und David Marshall
Grant spielt den oppoturnistischen Gouverneur McAllister. Obwohl am
Ende noch der Haupttäter Rollie Wedge (Raymond G. Barry) ausfindig
gemacht werden kann, wird das Urteil in der Gaskammer vollstreckt.
Foleys Film ist sicherlich nicht die beste Grisham Verfilmung, aber
dennoch ist er nicht so schlecht wie die Kritik ihn damals bewertete.
Der gesamte Film wird in weiten Teilen von Gene Hackman getragen, der
präsent und überzeugend agiert. Faye Dunaway ist m.E. irgendwie
fehlbesetzt und Chris O´Donnell bleibt eher farblos. Auch ist der Film
wenig spannend, sondern eher dialoglastig.
Bewertung: 7 von 10 Punkten.
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