Montag, 22. April 2024

Rain Man


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Barry Levinson

Der unbekannte Bruder...

Im Jahr 1989 erhielt Dustin Hoffman für seine beeindruckende Leistung als Autist mit einer Inselbegabung in dem Film "Rain Man" den Schauspiel-Oscar. Unter Verziecht auf spektakuläre Effekte gelang es Hoffman ein eindrucksvolles und stimmiges Portrait zu liefern. Seine Darstellung war es, die beim Publikum Anteilnahme und Interesse erweckte. Gleichzeitig war dieser Oscar auch eine Art Weckruf für weitere zukünftige Preisträger. Denn seit "Rain Man" ist eine extreme Zunahme an Oscarpreisträgern und Nominierten zu beobachten, die für ihre Darstellung eines kranken oder gebrechlichen Menschen gelobt und ausgzeichnet werden. So gewann im Folgejahr 1990 Daniel Day Lewis den Oscar für den körperlich behinderten Maler und Autor Christy Brown. Es folgten Geoffrey Rush (Oscar als Pianist Helfgott, der an schizoaffektiven Störung leidet), Russell Crowe (als Mathegenie Forbes mit schiziphrener Psychose), Brendan Freser (lebensbedrohliche Adipositas), Anthony Hopkins (Altersdemenz), Eddie Redmayne (Motoneuron Erkrankung des Physikers Stephen Hawking) oder Matthew McConaughy (Aidserkrankung). Die Liste lässt sich fortsetzen.
Der Autohändler Charlie Babbitt (Tom Cruise) ist gerade dabei, vier Lamborghinis zum Wiederverkauf nach Los Angeles zu importieren. Er muss die Autos an ungeduldige Käufer liefern, die bereits Anzahlungen für die Rückzahlung des Kredits geleistet haben, den er für den Kauf aufgenommen hat, aber die Zollbehörde hält die Autos im Hafen zurück, weil sie die Abgastests nicht bestanden haben. Charlie weist einen Mitarbeiter an, die Käufer anzulügen, während er seinen Gläubiger hinhält. Als Charlie erfährt, dass sein entfremdeter Vater Sanford Babbitt gestorben ist, reisen er und seine Freundin Susanna (Valerie Golino) nach Cincinnati, um den Nachlass zu regeln. Er erbt nur eine Gruppe Rosensträucher und ein klassisches Buick Roadmaster Cabriolet von 1949, wegen dem er und sein Vater sich gestritten hatten - der Rest des 3-Millionen-Dollar-Nachlasses geht an einen namentlich nicht genannten Treuhänder. Natürlich will Charlie mehr wissen und erfährt, dass das Geld an eine örtliche Nervenheilanstalt weitergeleitet wird, wo er seinen älteren Bruder Raymond (Dustin Hoffman) trifft, von dem er sein ganzes Leben lang nichts wusste. Raymond hat das Savant-Syndrom und Autismus und hält sich an strenge Routinen. Er verfügt über ein hervorragendes Erinnerungsvermögen, zeigt jedoch kaum emotionalen Ausdruck, außer wenn er in Not ist. Charlie nimmt Raymond einfach ohne zu fragen mit in ein Hotel. Entmutigt darüber, wie Charlie seinen Bruder behandelt, verlässt Susanna ihn. Charlie bittet Raymonds Arzt, Dr. Gerald Bruner (Jerrry Molen) um die Hälfte des Nachlasses als Gegenleistung für Raymonds Rückkehr, doch Bruner lehnt ab. Charlie beschließt, das Sorgerecht für seinen Bruder zu erlangen, um die Kontrolle über das Geld zu erlangen. Nachdem Raymond sich weigert wegen seiner Flugangst nach Los Angeles zu fliegen, fahren er und Charlie stattdessen mit dem Auto dorthin. Sie kommen nur langsam voran, weil Raymond darauf besteht, sich an seine Routinen zu halten, zu denen es gehört, jeden Tag "The Peoples Court“ im Fernsehen zu schauen, bis 23:00 Uhr ins Bett zu gehen und sich zu weigern, zu reisen, wenn es draußen regnet. Er lehnt es auch ab, auf der Autobahn zu fahren, nachdem sie einen Autounfall erlebt haben. Im Laufe der Reise lernt Charlie mehr über Raymond, einschließlich seiner Fähigkeit, sofort komplexe Berechnungen durchzuführen und Hunderte von Objekten auf einmal zu zählen, was weit über die normalen menschlichen Fähigkeiten hinausgeht. Er erkennt auch, dass Raymond als Kind bei der Familie gelebt hatte und dieser "Rain Man" war, eine tröstende Figur, die Charlie ganz dunkel als imaginären Freund in Erinnerung hatte. Raymond hatte eines Tages den Säugling Charlie davor bewahrt, sich durch heißes Badewasser zu verbrühen, aber ihr Vater beschuldigte ihn, Charlie beinahe verletzt zu haben, und schickte ihn in die Anstalt, da er nicht in der Lage war, für sich selbst einzustehen und das Missverständnis zu korrigieren. Charlies Gläubiger beschlagnahmt die Lamborghinis und zwingt ihn, die Anzahlungen seiner Käufer zurückzuzahlen, wodurch er hoch verschuldet bleibt. Nachdem er Las Vegas passiert hat, kehren er und Raymond zum Caesars Palace zurück und schmieden einen Plan, um durch Blackjack und Kartenzählen das nötige Geld zu gewinnen. Obwohl die Casino-Chefs einen Videobeweis für den Plan erhalten und sie zum Verlassen auffordern, gewinnt Charlie erfolgreich 86.000 US-Dollar, um seine Schulden zu begleichen. Er versöhnt sich auch mit Susanna, die zu den Brüdern nach Las Vegas zurückgekehrt ist. Als Charlie nach Los Angeles zurückkehrt, trifft er sich mit Bruner, der ihm 250.000 Dollar anbietet, damit er Raymond verlässt. Charlie weigert sich und sagt, er sei nicht mehr darüber verärgert, dass er aus dem Testament seines Vaters gestrichen wurde, sondern er möchte eine Beziehung zu seinem Bruder haben. Bei einem Treffen mit einem vom Gericht bestellten Psychiater erweist sich Raymond als unfähig, selbst zu entscheiden, was er will. Charlie beendet die Befragung und sagt Raymond, dass er froh ist, ihn als seinen Bruder zu haben. Als Raymond und Bruner in einen Zug steigen, um zur Anstalt zurückzukehren, verspricht Charlie, sie in zwei Wochen zu besuchen...







Eine schöne Botschaft hat dieser Film von Barry Levinson. Und neben der hervorragenden Darstellung von Dustin Hoffman darf man aber auch die ebenbürtige Leistung von Tom Cruise nicht vergessen, der in diesem Road Movie eine Wandlung durchmacht. Mit 172 Millionen Dollar war "Rain Man" der erfolgreichste Film in den USA. Auch in Deutschland schaffte es Levinsons Film mit über 6 Millionen Zuschauern an die Spitze der Kinojahrescharts zu gelangen. "Rain  Man" wurde für insgesamt 8 Oscars nominiert. Vier dieser Nominierungen (bester Film, beste Regie, Darsteller Dustin Hoffman und Bass & Morrow für das Drehbuch) führten am Ende auch zum Sieg. Die vier anderen Nominierungen (Musik Hans Zimmer, Kamera John Seale sowie Ausstattung und Schnitt) gingen Leer aus.






Bewertung: 8,5 von 10 Punkten. 

Insider


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Michael Mann

Übermächtiger Gegner...

Trotz des Einspielergebnisses von 60 Millionen US-Dollar war Michael Manns bester Film "Insider" eine BoxOffice Katastrophe. Das Budget verschlang bereits die hohe Summe von über 70 Millionen. Führungskräfte von Disney hatten erhofft, dass der Film den gleichen kommerziellen Erfolg wie Alan J. Pakulas "Die Unbestechlichen" haben würde. Allerdings erwies es sich, dass das Thema des Films für jüngere Kinogänger nur begrenzt attraktiv war. Das Hauptinteresse für den Film lag bei einem Publikum über 40 Jahre.
Während eines Prologs überzeugt ein CBS-Produzent, Lowell Bergman (Al Pacino), den Gründer der Hisbollah, Scheich Fadlallah (Cliff Curtis), seinem Kollegen, dem bekannten Mike Wallace (Christopher Plummer) ein Interview für 60 Minuten zu gewähren. Während sie sich auf das Interview vorbereiten, behaupten sowohl Wallace als auch Bergman standhaft gegen die Einschüchterungs- und Störungsversuche der bewaffneten und feindseligen Leibwächter des Scheichs. Später wendet sich Bergman an Jeffrey Wigand (Russell Crowe) – einen ehemaligen Manager des Tabakunternehmens Brown & Williamson – und bittet ihn um Hilfe bei der Erklärung technischer Dokumente. Wigand stimmt zu, macht Bergman jedoch neugierig, als er unter Berufung auf eine Vertraulichkeitsvereinbarung hinzufügt, dass er nichts anderes besprechen werde. Der mächtige Konzern und frühere Arbeitgeber zwang Wigand später zu einer restriktiveren Vereinbarung, was Wigand dazu veranlasste, Bergman zu beschuldigen, ihn betrogen zu haben. Anschließend besucht Bergman Wigand, um sich zu verteidigen und die mögliche Geschichte zu untersuchen. Obwohl Wigand offenbar über sehr schädliche Informationen verfügt, zögert er, seine Abfindung bei B&W durch die Preisgabe von Informationen aufs Spiel zu setzen. Wigands Familie (seine Frau wird von Diane Venora gespielt) zieht in ein bescheideneres Haus und Wigand beginnt als Lehrer zu arbeiten. Eines Nachts findet Wigand Hinweise auf ein Hausfriedensbruch und erhält einen finsteren Anruf. Mit anderen Worten: Brown & Williamson scheuen keine Skrupel den Mann und seine Familie massiv einzuschüchtern. In der Zwischenzeit kontaktiert Bergman Richard Scruggs (Colm Venore), einen Anwalt, der Mississippi in einem Prozess gegen die Tabakindustrie vertritt, und schlägt vor, dass die Absetzung von Wigand seine Vertraulichkeitsvereinbarung aufheben und CBS die Möglichkeit geben könnte, die Informationen zu verbreiten; Scruggs bekundet Interesse. Einige Zeit später erhält Wigand eine Morddrohung per E-Mail und findet eine Kugel in seinem Briefkasten. Er kontaktiert das FBI, aber die Agenten, die ihn besuchen, sind feindselig und beschlagnahmen seinen Computer. Ein wütender Wigand fordert Bergman auf, ein Interview zu arrangieren, in dem Wigand angibt, dass er gefeuert wurde, nachdem er Einwände dagegen erhoben hatte, dass B&W ihre Zigaretten durch einen schädlichen Zusatzstoff absichtlich "süchtig machender" herstellte. Bergman arrangiert später einen Sicherheitsdienst für Wigands Haus, und die Wigands leiden unter Stress, die Ehe steht plötzlich auf der Kippe. Wigand sagt in Mississippi gegen die Einwände der B&W-Anwälte aus, obwohl ihm ein Schweigebefehl zugestellt wurde. Als er nach Hause zurückkehrt, erfährt er, dass seine Frau Liane ihn verlassen und die gemeinsamen Töchter mitgenommen hat. Eric Kluster (Stephen Tobolowsky), der Präsident von CBS News, beschließt, Wigands Interview nicht auszustrahlen, nachdem CBS-Rechtsanwältin Helen Caperelli (Gina Gershon) gewarnt hat, dass dem Sender rechtliche Schritte von B&W drohen. Bergman stellt Kluster zur Rede und glaubt, dass er den bevorstehenden Verkauf von CBS an Westinghouse schützt. Wallace und ihr ausführender Produzent Don Hewitt (Philip Baker Hall) stehen beide auf der Seite von Kluster. Als Wigand davon erfährt, ist er entsetzt und bricht den Kontakt zu Bergman ab. Die Ermittler untersuchen Wigands persönliche Geschichte, die mit absichtlich schmutzigen und unwahren Details in einem 500-seitigen Dossier kurz vor der Veröffentlichung steht. Bergman erfährt, dass das Wall Street Journal beabsichtigt, es in einem Artikel zu verwenden. Die Glaubwürdigkeit des Kronzeugen gegen die Tabakindustrie soll komplett zerstört werden. Bergman überredet den Herausgeber des Journals, es zu verschieben, während ein Anwalt und Ermittler, es noch einmal genauer beurteilen soll. Nach einem Machtkampf bei CBS wird Bergman angewiesen, einen "Urlaub“ zu nehmen, während der gekürzte 60-Minuten-Segment ausgestrahlt wird. Bergman kontaktiert Wigand, der sowohl niedergeschlagen als auch wütend ist, und beschuldigt Bergman, ihn manipuliert zu haben. Bergman verteidigt sich und lobt Wigand und seine Aussage. Scruggs drängt Bergman, den gesamten Beitrag auszustrahlen, um öffentliche Unterstützung für ihre Klage zu gewinnen, die ihrerseits durch eine Klage des Gouverneurs von Mississippi bedroht ist. Bergman kann nicht helfen und hinterfragt privat seine eigenen Motive, die Geschichte weiterzuverfolgen. Bergman kontaktiert einen Redakteur der New York Times und enthüllt die ganze Geschichte und die Ereignisse bei CBS. Die Times druckt die Geschichte auf der Titelseite ab und verurteilt CBS in einem vernichtenden Leitartikel. Das Journal weist das Dossier als Rufmord zurück und druckt Wigands Aussage ab. Hewitt wirft Bergman vor, CBS verraten zu haben, findet aber, dass Wallace nun zustimmt, dass es ein Fehler war, sich dem Druck der Konzerne zu beugen. 60 Minutes strahlt endlich den Originalteil aus, einschließlich des vollständigen Interviews mit Wigand. Bergman teilt Wallace mit, dass er zurückgetreten sei, da er glaubt, dass die Glaubwürdigkeit und Integrität von" 60 Minutes" nun dauerhaft getrübt sei...






Zweifelsohne ist Michael Mann ein hervorragender Film gelungen, der qualitativ seinem filmischen Verwandten "Die Unbestechlichen" in keiner Weise nachsteht. Im Grunde eine Wiederbelebung des Paranoia Thrillers der für 7 Oscars (Bester Film, beste Regie, Bester Darsteller Russell Crowe, beste Cinematographie Dante Spinotti, bestes Drehbuch Michael Mann und Eric Roth sowie für Ton und Schnitt) nominiert wurde - es führte aber in keiner dieser Kategorien zum Sieg. Die Darstellerleistungen von Al Pacino, Russell Crowe und Christopher Plummer sind ausgezeichnet. Der Film mit einer Laufzeit von 158 Minuten ist von Anfang bis Ende spannend.








Bewertung: 9 von 10 Punkten. 

American Diner


 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Barry Levinson

Abends in Baltimore...

Barry Levinsons Debütfilm "Diner" entstand im Jahr 1982. Der Film zählt inzwischen zu seiner "Baltimore" Filmreihe, denn seiner Heimatstadt hat er anschließend mit "Tin Man" (1987), "Avalon" (1990) und "Liberty Heights" drei weitere Filme gewidmet. Der Film enthält auch eine Szene, durch die Hauptdarsteller Mickey Rourke bekannt wurde. Es geht um eine Wette mit seinen Freunden. Boogie - so heißt Rourke in "Diner" - behauptet prahlerisch, dass ein begehrtes Mädchen, die jedoch sehr zurückhaltend auf männliches Anbaggern reagiert, dennoch sein bestes Stück in die Hand nehmen würde. Das Ganze hat er bei einem Kinobesuch geplant, seine Kumpels sitzen etwas entfernt von dem Pärchen, die beide Popcorn aus einer Pappbox essen, die Boogie auf seinem Schoß platziert hat. Ohen dass die junge Frau es bemerkt, steckt Boogie seinen Penis durch ein Loch im Boden der Box. Als das Mädchen wieder zugreifen will, hat es plötzlich das Glied in der Hand. Selbstverständlich feixen die Kumpels herum bei diesem ganz und gar nicht so geschmackvollen Coup.
Die Geschichte spielt im Jahr 1959 in Baltimore. Dort besuchen die Freunde Modell (Paul Reiser) Eddie (Steve Guttenberg), Shrevie (Daniel Stern), Boogie (Mickey Rourke) und Fenwick (Kevin Bacon) einen Weihnachtstanz, bevor sie zu ihrem üblichen Nachtlokal, dem Fells Point Diner, fahren. Unterwegs inszeniert Fenwick zum Ärger seiner Freunde einen vorgetäuschten Autounfall. Boogie, ein Friseur und Jurastudent, hat bei einem Basketballspiel eine Wette in Höhe von 2.000 US-Dollar abgeschlossen und lehnt das Angebot seines Familienfreundes Bagel (Michael Tucker) ab, die Wette abzublasen. Modell lässt sich von Eddie nach Hause fahren, während die anderen einen anderen Freund, Billy (Timothy Daly), in der Stadt abholen, um als Eddies Trauzeuge für seine Silvesterhochzeit zu fungieren. Am nächsten Morgen trifft sich Billy mit Eddie im Haus seiner Mutter wieder und sie besuchen ihre alte Billardhalle. Shrevie, der mit Beth (Ellen Barkin) verheiratet ist und als Verkäufer in einem Haushaltsgerätegeschäft arbeitet, erfährt von Fenwick, dass Boogie ein Date ins Kino hat. Bei einer Vorführung von "A Summer Place“, während seine Freunde zuschauen, bringt Boogie seine Verabredung Carol dazu, ihn durch die Popcornschachtel auf seinem Schoß zu befummeln. Sie rennt aus dem Theater, aber der gutmütige Boogie überzeugt sie, dass es ein Unfall war, und ihr Date bzw. die Wette geht weiter...




Am Ende heiratet Eddie seine
Elyse und Billy versichert seiner Flamme Barbara (Kathryn Dowling), dass er sie wirklich liebt. Die Hochzeit dreht sich um Eddies geliebte Baltimore Colts: Shrevie und Beth, die kurz zuvor noch verkracht waren, versöhnen sich; Boogie, Billy und Fenwick bringen Jane, Barbara und Diane; und Modell hält eine herzliche Rede. Der Film endet, als Elyse – deren Gesicht im gesamten Film nie zu sehen ist – den Blumenstrauß wirft, der auf dem Tisch der Freunde landet. Levinsons Film ist in Episoden aufgeteilt und orientiert sich zweifelsohne an "American Graffiti" von George Lucas, dessen hohe Qualität Levinsons Debüt leider nicht ganz erreicht, obwohl er sehr witzig ist. Einige Stellen jedoch wirken etwas unplausibel. 




Bewertung: 7 von 10 Punkten. 

Nachrichtenfieber - Broadcast News


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: James L. Brooks

Aus dem Alltag eines Nachrichtensenders...

Beim Erscheinen von James L. Brooks Kinofilm "Broadcast News" wurden vor allem auch die Schauspieler gelobt. Albert Brooks als wichtige Nebenfigur wurde so etwas wie das Gewissen des vorgestellten Nachrichtensenders und Holly Hunter wurde wegen ihrer vielschichtigen und komplexen Darstellung einer Karrierefrau, die manchmal aggressiv, manchmal zwanghaft und gelegentlich auch naiv auf ihre Umwelt reagiert.
Der Regisseur James L. Brooks hat zwar sehr wenig Kinofilme gedreht - er war eher eine Fernsehgröße durch die Erfolge der Mary Tyler Moore Sitcom, ausserdem gilt er als Schöpfer der "Simpsons".
Dennoch ist seine Kinobilanz famos. Sein Regiedebüt "Zeit der Zärtlichkeit" bescherte ihm gleich drei Oscars auf einen Streich (Produzent, Regisseur und Drehbuch). Weitere Nominierungen gab es auch für "Besser gehts nicht" (Nominierung als Produzent), Jerry Maguire (als Produzent) und für "Broadcast News" (Drehbuch und Produktion).
In "Broadcast News" gelingt es dem Filmemacher hervorragend den Zuschauer in die Welt des Fernsehens einzuführen. Ihm war aber mehr daran gelegen die Figuren der Geschichte lebendig zu machen, der ganz kritische Ansatz, der beispielsweise in Sidney Lumets "Network"  vorhanden ist, fehlt.
Jane Craig (Holly Hunter, die kleine Jane wird von Gennie James gespielt) ist eine talentierte und äusserst engagierte Nachrichtenproduzentin, deren Leben sich vor allem um ihre Arbeit dreht. Sie berichtet leidenschaftlich gerne und verabscheut neue Trends hin zu glattgebügelten News in anderen Nachrichtensendungen. Ihr bester Freund und Mitarbeiter ist Aaron Altman (Albert Brooks, als junger Aaaron ist Dwayne Markee zu sehen), der Jane liebt und sehr gerne nicht mehr in der Rolle ihres besten platonischen Freundes wäre. Aaren ist begabt als Autor und Reporter, doch er wirkt nicht sonderlich charismatisch und fühlt sich als Versager. Die beiden arbeiten im Büro eines nationalen TV-Senders in Washington. Neuer Mitarbeiter und Kollege wird der smarte Tom Grunick (William Hurt), der seine Karriere als Sportreporter begann. Tom ist groß. attraktiv, sympathisch und charismatisch. Er sagt von sich selbst, dass er nicht besonders klug ist und Nachrichtenerfahrung hat er auch keine.
Er bittet Jane ständig um Hilfe bei seiner Berichterstattung. Jane ärgert sich über seine mangelnden Qualifikationen, fühlt sich aber zu ihm hingezogen. Auch Tom fühlt sich zu Jane hingezogen, lässt sich jedoch von ihren Fähigkeiten und ihrer Intensität einschüchtern. Aaron und Jane reisen nach Nicaragua, um über die dortigen Sandinisten-Rebellen zu berichten, und geraten dort in eine Schießerei zwischen ihnen und den Contras, bleiben aber unversehrt und bringen Aufnahmen mit nach Hause, die die Zustimmung ihres nationalen Moderators gewinnen. Auf einer Firmenfeier erreicht die Gäste die Nachricht, dass ein libysches Flugzeug einen US-Militärstützpunkt in Italien bombardiert hat. Der Senderchef beschließt, einen Sonderbericht auszustrahlen, mit Tom als Moderator und Jane als ausführender Produzentin. Aaron, der auf der Party ist und über umfassende Kenntnisse zu diesem Thema verfügt, ist über Toms Auswahl am Boden zerstört. Jane argumentiert, dass Tom nicht über die Fähigkeiten verfügt, die Verantwortung für den Bericht zu übernehmen, wird aber vom Netzwerkchef überstimmt. Während er von zu Hause aus zuschaut, ruft Aaron Jane mit relevanten Informationen an, die sie über seinen Ohrhörer an Tom weiterleitet. Mit der Kombination aus Toms Haltung vor der Kamera und Janes Fähigkeiten im Umgang mit harten Nachrichten ist der Bericht ein großer Erfolg.
Um eine Geschichte ohne fremde Hilfe fertigzustellen, schreibt Tom einen Artikel über Vergewaltigung bei einer Verabredung. Das Stück enthält ein ausführliches Interview mit einem Vergewaltigungsopfer, in dem Tom als Reaktion auf ihre Geschichte Tränen in den Augen zeigt. Aaron und Jane sind von der Geschichte nicht beeindruckt, aber Jane findet sie trotzdem berührend. Angesichts möglicher Entlassungen erhält Aaron die Gelegenheit, die Wochenendnachrichten zu moderieren, da die meisten seiner Kollegen zum Korrespondentenessen im Weißen Haus gehen. Er bittet Tom um Rat, der Aaron dazu ermutigt, in seiner Vorgehensweise eher verkäuferisch vorzugehen. Aaron schreibt hochwertige Texte und befolgt Toms Rat, doch während der Sendung beginnt er unkontrolliert zu schwitzen, was zu einer katastrophalen Sendung führt. Währenddessen entwickeln Jane und Tom beim Korrespondentenessen im Weißen Haus eine romantische Beziehung....





Die Dynamik dieser Dreierkonstellation bleibt bis zum Schluß total interessant. Der Film wurde auch im Kino ein großer Erfolg und spielte weltweit 67 Millionen Dollar ein. Mit Mit 7 Oscarnominierungen (Bester Film, Beste Darstellerin Holly Hunter, Bester Darsteller William Hurt, Bester Nebendarsteller Albert Brooks, Beste Kamera Michael Ballhaus, Drehbuch James L. Brooks und bester Schnitt) ging der Film ins Oscarrennen. Jedoch ging der Film am Ende leer aus.




Bewertung: 7,5 von 10 Punkten.