Dienstag, 13. November 2018

Love, Simon
















Regie: Greg Berlanti

Gay und very happy...

Filme mit schwuler Thematik liegen derzeit sehr im Trend. Möglicherweise hat dies der Megaerfolg von "Brokeback Mountain" möglich gemacht.  Im Oscarjahr 2017 gewann Barry Jenkins "Moonlight" den Preis als bester Film des Jahres und auch das Kinopublikum war sehr an dieser Geschichte interessiert. Insgesamt wurde 65, 1 Millionen Dollar eingespielt. Auch im darauffolgenden Jahr ging mit "Call me by your name" ein aussichtsreicher Kandidat ins Rennen um den begehrtesten Filmpreis der Welt. Drehbuchautor James Ivory war auch siegreich und die Kinokassen bestätigten mit 42 Millionen Dollar Einspielergebnis erneut das Interesse des Mainstreampublikum an diesen Stoffen. Sehr ähnlich sind sich die Geschichte: Der Einzelne muss das Coming Out wagen, denn nur so erhält er auch die Möglichkeit wie jeder andere erfolgreich auf Partnersuche zu gehen. In der Regel ist dies nicht nur ein Bewusstseinsprozess, sondern auch ein echter Kraftakt wie in den beiden hervorragenden Independent Produktionen "Beach Rats" von Eliza Hitman oder in "Closed Monster" von Stephen Dunn.
"Love, Simon" ist da um einiges lockerer und die Hauptfigur schafft da mühelos das Coming Out und wird am Ende noch damit belohnt, dass der Junge sich noch einen extrem attraktiven Boyfriend angelt.
Regisseur Greg Berlanti lebt offen homosexuell und ist seit November 2013 mit dem US-Fußballer Robbie Rogers liiert. Im Februar 2016 wurden die beiden mit Hilfe einer Leihmutter Eltern eines Jungen.
Sein "Love, Simon" ist ein Gay-Update der in den 80er Jahren äusserst beliebten John Hughes Teeniefilmen wie "Pretty in Pink", "Ist sie nicht wunderbar ?" oder "Sixteen Candles". In diesen Filmen war das HappyEnd eine Pflicht und so erweist sich "Love, Simon" als FeelgoodMovie ersten Ranges. Das Budget betrug ca. 14 Millionen Dollar - eingespielt hat der Film 66, 3 Millionen Dollar. Somit wird "Love, Simon" keineswegs der letzte kommerzielle Gayfilm gewesen sein.
Noch vor kurzem wurde Hauptdarsteller Nick Robinson in "Jurassic World" von gefrässigen Saurier gejagt - diesmal sind es seine geheimen Wünsche und Empfindungen, die ihm Probleme bereiten. Er heißt Simon Spiers und bezeichnet sich als ganz normal...nur eben in einem Punkt tickt er anders als die Mehrheit seines Umfelds. Er ist schwul und keiner weiß davon. Obwohl er wahrscheinlich akzeptiert werden würde. Seine Eltern (Jennifer Garner, Josh Duhamel) sind tolerant und verständnisvoll, seine kleine Schwester (Talitha Bateman) sicherlich auch. Und seine drei besten Freunde Leah Burke (Katherine Langford - die ist natürlich in ihn heimlich verliebt), Abby Suso (Alexandra Ship) und Nick Eisner (Jorge Lendeborg jr) hätten wahrscheinlich auch kein Problem damit. Aber es ist schwierig sich mutig zu bekennen. Eines Tages macht ein Posting auf einer Blogging Plattform die Runde. Ein Junge in seiner Stadt, wahrscheinlich ein Mitschüler,  hat sich dort als anonym dazu bekannt schwul zu sein. Der Schreiber nennt sich "Blue" und Simon schreibt ihm sofort unter dem Nickname "Jacques" zurück. Tatsächlich antwortet der Fremde und irgendwie kommen sich die beiden Jungs näher, auch wenn sie beide anonym bleiben. Simon macht sich Gedanken, wer der Unbekannte sein könnte. Zuerst tippt er auf Bram Greenfeld (Keiynan Lonsdale) auf den er ein bisschen steht. Doch der macht mit Mädels rum. Auch der Kellner Lyle (Joe Pollari) erweist sich als falscher Verdacht. Am Ende tippt er auf Cal Price (Miles Heizer), der ebenfalls wie Simon bei der Schulaufführung von "Cabaret" mitmacht. Dort hat auch der verrückte Martin Addison (Logan Miller) eine Hauptrolle. Der steht auf Addy und durch zufall findet er Simons Geheimnis heraus. Eine Erpressung kann nicht schaden - so zumindest versucht Martin, dass Simon ihn erfolgreich mit Addy verkuppeln kann. Dies führt natürlich zu allerhand von Verwicklungen...



Am Ende steht aber der erste Kuß im Riesenrad und die ganze Geschichte ist unterlegt mit einem coolen Soundtrack - es sind zu hören The Kings, Portugal.The Man, Troye Sivan, Khalid, Jackson 5 und The Bleachers. "Love Simon" ist der erste Hollywood Mainstream Teeniefilm, der sich auf eine schwule Romanze konzentriert. Natürlich ist das alles sehr easy und nicht unbedingt immer realistisch - aber Spass macht der Film trotzdem. Warum nicht mal eine schwule Lovestory ohne diese 1000 gefühlten Probleme..
 




Bewertung. 7 von 10 Punkten. 

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