Regie: Burt Reynolds
Dominoe...
Burt Reynolds war ein Kinostar und hatte riesige Erfolge mit Filmen wie "Ein ausgekochtes Schlitzohr", "Zwei ausgebuffte Profis", "Um Kopf und Kragen" oder "Auf dem Highway ist die Hölle los". Unter diesem Status als Großverdiener unter den Hollywoodstars litt aber seine Anerkennung als seriöser Schauspieler. Er konnte sein Talent aber mit seinen vielleicht besten drei Filmen "Beim Sterben ist jeder der Erste", "Die Kampfmaschine" oder "Straßen der Nacht" dennoch unter Beweis stellen. 1997 würdigte ihn die Academy sehr spät mit einer Nominierung als bester Nebendarsteller in Paul Thomas Andersons "Boogie Nights".
Gelegentlich setzte er sich auch auf den Regiestuhl. Sein Debüt als
Director war "Gator" im Jahr 1976. Fünf Jahre später wagte er sich als
Regisseur an einen NeoNoir. Sein Polizeithriller "Sharky und seine
Profis" kann sich sehen lassen. Der Film spielte an der Kasse 35
Millionen Dollar ein und die kritik urteilte sehr wohlwollend. Fakt ist,
dass "Sharkys Machine" alle Zutaten beinhaltet, die ein harter,
gewalttätiger und zynischer Großstadt-Polizistenfilm haben muss.
Hauptfigur ist der Polizist und Drogenfahnder Tom Sharky, der
natürlich von Reynolds selbst gespielt wird. Er arbeitet undercover in
Atlanta und bei einem dieser Einsätze geht so ziemlich alles schief was
schief gehen kann. Der Gangster (Hari Rhodes) kann zwar von Sharky
getötet werden, doch es gibt weitere Opfer zu beklagen. Frustiert
quittiert Sharky seinen Dienst beim Drogendezernat und wechselt zur
Sitte. Sharky hat den Ruf sehr dominant und unbelehrbar zu sein. Etwas
was seinem neuen Boss Friscoe (Charles Durning) gar nicht passt. Doch
mit seinen neuen Kollegen Papa (Brian Keith), Abhörspezialist Nosh
(Richard Libertini) und Arch (Bernie Casey) kommt Sharkey schnell klar.
Durch die Verhaftung der Prostituierten Mabel (Carol Locatell) auf einer
Wahlparty des angehenden Gouverneurs Hotchkins (Earl Holliman) wird
Sharky auf einen exklusiven Escort Service aufmerksam. Der wird von
Gangster Victor (Vittorio Gassman) geleitet. Eines seiner Mädchen, die
schöne Dominoe (Rachel Ward) verlangt für eine Nacht 1.000 Dollar, will
aber aussteigen und Frau des Gouverneurs werden. Doch der fiese Gangster
hält gar nichts davon, wenn seine Mädels kündigen. Am anderen Tag steht
dessen Bruder Billy (Henry Silva) mit einer abgesägten Schrotflinte vor
Dominoes Tür und pustet der Frau den Kopf weg...
Dies ist der Auftakt einer blutigen Schlacht zwischen Unterwelt und
dem Sittendezernat von Atlanta mit einem entfesselten Bullen, der nun
alle Hebel in Bewegung setzt, um die Gangster unschädlich zu machen. Und
da ist ihm jedes noch so erdenkliche Mittel Recht. Inhaltlich knüpft
Reynolds mit seiner Geschichte an Otto Premingers "Laura" an. Denn wie
dieser 40er Jahre Klassiker setzt auch "Sharky und seine Profis" auf die
gleiche überraschende Wendung in der Mitte der Geschichte. Die Härte
wird fast bis zum Schluß konsequent fortgesetzt. Eine Geschichte ohne
Gnade. Das HappyEnd wirkt dagegen fast ein bisschen zu aufgesetzt. Aber
dennoch volle Empfehlung für einen der richtig guten 80er Noirs.
Bewertung: 7 von 10 Punkten.
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