Dienstag, 18. Oktober 2022

Cliff Walkers


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Zhang Yimou

Sonnenaufgang...

Der chinesische Filmregisseur Zhang Yimou gewann 1988 bei den Filmfestpielen in Berlin den goldenen Bären für seinen Film "Rotes Kornfeld". Die meisterhafte Farbdramaturgie des Filmes über das Leben im ländlichen China begeisterte Cineasten auf der ganzen Welt und wurde zum Markenzeichen des Filmemachers. Sein Film "Rote Laterne" gilt als einer der besten Filme der 90er Jahre, aber in der Folge veränderten sich die Inhalte seiner Werke. Mit "Hero" drehte er im Jahr 2002 einen prächtigen Wuxia-Film, der verwandte Nachfolger "House of the Flying Daggers" wurde ebenso ein internationaler Erfolg. Im Jahr 2008 wurde er als Regisseur für die Olympischen Spiele in Peking verpflichtet - er war verantwortlich für die spektakuläre Eröffnungsfeier und für die Schlußfeier. Fürs Kino drehte er mehr und mehr kommerzielle Filme wie "The Flowers of War", "A Woman, a gun and a noodleshop" oder "The Great Wall". Mit dem Film "Shadow" kehrte er 2018 zum Wuxia Genre zurück. Sein 2021 entstandener Spionagethriller "Cliff Walkers" ist der Untergrundbewegung und den Revolutionären während der Zeit vor dem zweiten Weltkrieg gewidmet. Wie alle seine Filme ist auch "Cliff Walkers" optisch ein echter Hingucker. Die Szenenbilder, die Kameraführung sowie die Ausstattung sind von erlesener Schönheit.
Im September wird die im Nordosten Chinas gelegene Manduschrei von der japanischen Armee besetzt. Das kaiserliche Japan nennt den neuen Staat Mandschukuo, der nun mit einer Marionettenregierung für die Japaner arbeitet. In dieser Zeit landen zwei Paare per Fallschirm in einem dort eingeschneiten Gebiet. Es sind die Eheleute Zhang Xianchen (Yi Zhang) und Wang Yu (Hailu Quin) sowie die verliebten Chu Liang (Yawen Zhu) und Xiao Lan (Haocun Liu). Ein lebensgefährlicher Einsatz im besetzten Gebiet. Die vier Revolutionäre - Mitglieder der kommunistischen Partei - sollen der Besatzungsmacht einen chinesischen Informanten entreißen, der genau Bescheid wissen über die unmenschlichen Verbrechen der japanischen Besatzer. Schon sehr bald ist klar, dass die Mission unter einem schlechten Stern steht. Sie bemerken, dass sie verraten wurden. Dennoch müssen sie sich im winterlichen Hinterland bis zur Stadt Harbin durchschlagen. Lan wird dort immerhin vom Agenten Zhou Yi (Yu Hewei) aufgenommen. Aber der japanische Sektionschef (Ni Dahong) will die geheime Operation mit dem Codenamen "Utrennya" (russisch und heißt übersetzt "Sonnenaufgang) mit allen Mitteln verhindert. Er schreckt auch vor unmenschlichen Foltermethoden nicht zurück...




Der Film ist ein Geschenk des Regisseurs zur Staatsgründung am 1. Oktober 1949, als die kommunistischen Partei ihren Sieg davontrug und somit Mao Zedong die Volksrepublik China ausrufen konnte. Es ist ein optisch klasse bebildertes Katz- und Mausspiel zwischen den Japanern und den Revölutionären. Natürlich hat jede Seite auch einen Mann, der für die Gegenseite arbeitet. Es gibt also auf beiden Seiten den bisher nicht enttarnten Doppelagenten. Wie die meisten Spionagefilme wird mit doppeltem Boden gearbeitet, es ist halt nicht ganz leicht zu durchschauen. Durch den guten Suspencefaktor werden diese kryptischen Anteile wieder ausgeglichen. Die perfekte Optik läuft vielleicht an der einen oder anderen Stelle Gefahr zu künstlich bzw. konstruiert zu wirken.




Bewertung: 7 von 10 Punkten. 
 

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