Regie: Zhang Yimou
Sonnenaufgang...
Der chinesische Filmregisseur Zhang Yimou gewann 1988 bei den
Filmfestpielen in Berlin den goldenen Bären für seinen Film "Rotes
Kornfeld". Die meisterhafte Farbdramaturgie des Filmes über das Leben im
ländlichen China begeisterte Cineasten auf der ganzen Welt und wurde
zum Markenzeichen des Filmemachers. Sein Film "Rote Laterne" gilt als
einer der besten Filme der 90er Jahre, aber in der Folge veränderten
sich die Inhalte seiner Werke. Mit "Hero" drehte er im Jahr 2002 einen
prächtigen Wuxia-Film, der verwandte Nachfolger "House of the Flying
Daggers" wurde ebenso ein internationaler Erfolg. Im Jahr 2008 wurde er
als Regisseur für die Olympischen Spiele in Peking verpflichtet - er war
verantwortlich für die spektakuläre Eröffnungsfeier und für die
Schlußfeier. Fürs Kino drehte er mehr und mehr kommerzielle Filme wie
"The Flowers of War", "A Woman, a gun and a noodleshop" oder "The Great
Wall". Mit dem Film "Shadow" kehrte er 2018 zum Wuxia Genre zurück. Sein
2021 entstandener Spionagethriller "Cliff Walkers" ist der
Untergrundbewegung und den Revolutionären während der Zeit vor dem
zweiten Weltkrieg gewidmet. Wie alle seine Filme ist auch "Cliff
Walkers" optisch ein echter Hingucker. Die Szenenbilder, die
Kameraführung sowie die Ausstattung sind von erlesener Schönheit.
Im September wird die im Nordosten Chinas gelegene Manduschrei von
der japanischen Armee besetzt. Das kaiserliche Japan nennt den neuen
Staat Mandschukuo, der nun mit einer Marionettenregierung für die
Japaner arbeitet. In dieser Zeit landen zwei Paare per Fallschirm in
einem dort eingeschneiten Gebiet. Es sind die Eheleute Zhang Xianchen
(Yi Zhang) und Wang Yu (Hailu Quin) sowie die verliebten Chu Liang
(Yawen Zhu) und Xiao Lan (Haocun Liu). Ein lebensgefährlicher Einsatz im
besetzten Gebiet. Die vier Revolutionäre - Mitglieder der
kommunistischen Partei - sollen der Besatzungsmacht einen chinesischen
Informanten entreißen, der genau Bescheid wissen über die unmenschlichen
Verbrechen der japanischen Besatzer. Schon sehr bald ist klar, dass die
Mission unter einem schlechten Stern steht. Sie bemerken, dass sie
verraten wurden. Dennoch müssen sie sich im winterlichen Hinterland bis
zur Stadt Harbin durchschlagen. Lan wird dort immerhin vom Agenten Zhou
Yi (Yu Hewei) aufgenommen. Aber der japanische Sektionschef (Ni Dahong)
will die geheime Operation mit dem Codenamen "Utrennya" (russisch und
heißt übersetzt "Sonnenaufgang) mit allen Mitteln verhindert. Er
schreckt auch vor unmenschlichen Foltermethoden nicht zurück...
Der Film ist ein Geschenk des Regisseurs zur Staatsgründung am 1.
Oktober 1949, als die kommunistischen Partei ihren Sieg davontrug und
somit Mao Zedong die Volksrepublik China ausrufen konnte. Es ist ein
optisch klasse bebildertes Katz- und Mausspiel zwischen den Japanern und
den Revölutionären. Natürlich hat jede Seite auch einen Mann, der für
die Gegenseite arbeitet. Es gibt also auf beiden Seiten den bisher nicht
enttarnten Doppelagenten. Wie die meisten Spionagefilme wird mit
doppeltem Boden gearbeitet, es ist halt nicht ganz leicht zu
durchschauen. Durch den guten Suspencefaktor werden diese kryptischen
Anteile wieder ausgeglichen. Die perfekte Optik läuft vielleicht an der
einen oder anderen Stelle Gefahr zu künstlich bzw. konstruiert zu
wirken.
Bewertung: 7 von 10 Punkten.
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