Regie: Matt Reeves
Düstere, depressive Fledermaus...
In "The Batman" von Matt Reeves schlüpfte erstmalig Robert Pattison
in die Rolle der heldenhaften Fledermaus, dabei gehen die Macher andere
Wege als die Vorgänger Tim Burton der zwei Batman Movies mit Michael
Keaton realisierte (Batman, Batmans Rückkehr) Joel Schumacher, der mit
Val Kilmer und George Clooney ebenfalls zwei Filme machte (Batman
Forever,Batman und Robin) sowie Christopher Nolan, dem mit
Hauptdarsteller Christian Bale und drei Meisterwerke in Sachen
Comicverfilungen gelang (Batman Begins, The Dark Knight, The Dark Knight
Rises). Burtons Arbeiten waren etwas märchenhaft, Joel Schumacher
machte daraus ein knalliges Happening und Nolan inszenierte extrem
düster. Diese Komponente hat Matt Reeves zwar beibehalten, aber sein
"The Batman" geht nun eindeutig weg vom Fantasybereich, hin zum
lupenreinen Film Noir. Das Budget von Reeves Film lag bei fast 200
Millionen Dollar und spielte trotz der Covid19-Pandemie immerhin gute
770 Millionen Dollar ein, was ihm eine Top 10 Platzierung der
erfolgreichsten Filme des Jahres 2022 einbrachte. Reeves wurde bekannt
durch seinen Katastrophenfilm "Cloverfield". Er war auch der Regisseur
von "Let me in", Planet der Affen: Revolution" und "Planet der Affen:
Survival".
Robert Pattisons Interpretation von Milliardär Bruce Wayne wirkt
depressiv, was aber zur ganzen Atmosphäre dieses besondern Batman-Films
recht gut passt.
An Halloween wird der amtierende Bürgermeister von Gothan City, Don
Mitchell Jr. (Rupert Penny Jones) von einem maskierten Killer ermordet,
der sich Riddler (Paul Dano) nennt. Lieutenant James Gordon (Jeffrey
Wright) vom Gotham City Police Department sucht den Rat von Batman. Doch
sein Vorgesetzer Commissioner Pete Savage (Alex Ferns) hält nichts von
dem Helden, der Selbstjustiz an den Bösen der Stadt ausübt. Lange ärgern
muss er sich aber nicht, denn Savage wird gleich das nächste Opfer vom
Riddler, der bei jedem Mord eine Nachricht an Batman hinterlässt. Keiner
in Gotham weiß, dass hinter der Heldenmaske der sehr zurückgezogene
Milliardär Wayne steckt. Eingeweiht ist lediglich der treue Butler
Alfred (Andy Serkis). Bei den Ermittlungen entdecken Batman und Gordon,
dass der Riddler einen USB-Stick in Mitchells Auto zurückließ, der
Bilder von Mitchell und einer Frau, Annika Kosolov (Hana Hrzic) in der
Iceberg Lounge enthält - einem angesagten Nachtclub, der vom Pinguin
(Colin Farrell), der rechten Hand von Mafioso Carmine Falcone (John
Turturro) betrieben wird. Natürlich führt Batmans Weg in die Lounge.
Dort entdeckt er, dass Annikas Mitbewohnerin Selina Kyle (Zoe Kravitz)
dort als Kellnerin arbeitet. Das kann kein Zufall sein. Dann
verschwindet Annika plötzlich. Grund genug, dass sich Batman mit Selina
zusammentut. Die Spur führt in einen riesigen Dschungel von Korruption
und Bestechung, aber auch in Batmans Vergangenheit und dem Mord an
seinen Eltern...
Das Szenenbild dieser durchaus gelungenen Dystopie ist sehr
expressionistisch und zeigt einen Helden mit Ecken und Kanten - der
Superheld ist durchaus angreifbar in seinen Handlungen. In Gotham
regiert eine flächendeckende Korruption und das einzige Allheilmittel
scheinen selbsternannte Heilsbringer zu sein, die sich als fragwürdig
herausstellen. Selbst Bruce Wayne zeigt sich als als unfähig sich selbst
zu kontrollieren. Er steht am Anfang seiner Batman Laufbahn und wirkt
wie ein Getriebener, ein Schlafloser. Einer, der beginnt zu handeln.
Bewertung: 7,5 von 10 Punkten.
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