Montag, 2. November 2026

Ein Elefant irrt sich gewaltig....















Regie: Yves Robert 

Begegnung im Parkhaus...

Als eine äußerst turbulente Chronik entpuppt sich die französische Komödie "Ein Elefant irrt sich gewaltig" von Yves Robert aus dem Jahr 1976 - sehr amüsant, aber doch mit sehr lockeren Moralvorstellungen, die man sicherlich auch kritisieren kann. Denn der phlegmatische und zurückhaltende Etienne, gespielt von Jean Rocheford, der die Vierzig schon überschritten hat und eigentlich glücklich verheiratet ist, trägt sich mit dem Gedanken "fremdzugehen". Bei seiner Veröffentlichung war der Film ein Riesenerfolg, so sehr, dass Hollywood mit Gene Wilder im Jahr 1984 ein Remake mit dem Titel "Die Frau in Rot" drehte. Etienne ist in seiner Ehe mit Marthe (Daniele Delorme) glücklich - sie ist gerade dabei ihr Studium mit Erfolg abzuschließen, das sie vor kurzem wieder aufgenommen hat. Sie wirkt selbstbewusst, das Paar hat zwei Töchter. Etienne teilt seine Leidenschaft für Tennis mit seinen drei besten Freunden: Simon (Guy Bedos), einem hypochondrischen Arzt, der ständig Trouble mit seiner dominanten Mutter (Marthe Villalonga) hat, Daniel (Claude Brasseur) einem Autoverkäufer, der nichts über sein Privatleben äussert, weil er homosexuell ist und Bouly (Victor Lanoux), einem unverbesserlichen Fremdgeher, Macho und Verführer, der völlig ausser Kontrolle gerät, als er entdeckt, dass seine Frau Marie-Ange (Anne-Marie Blot) das gemeinsame Haus mit Möbeln und den Kindern verlassen hat. Eigentlich ist ja Etienne ein treuer Ehemann, doch in der Tiefgarage sieht er die hübsche Charlotte (Anne Duperey) zum ersten Mal. Das schlanke, schöne Model in einem raffinierten, roten Kleid ist mehr als nur ein Blick wert. In seiner Firma sieht er sie zum zweiten Mal, weil man die attraktive Frau für eine Werbekampagne engagiert hat. Er verliebt sich heimlich in sie. Marthe, die hart an ihrem Diplom arbeitet, wird von dem 17jährigen Teenie Lucien (Christophe Bourseiller) begehrt und beinahe schon gestalkt. Étienne ist hin- und hergerissen zwischen seiner Sehnsucht nach Charlotte und seiner Loyalität zu Marthe. Obwohl er wankelmütige Männer verachtet, setzt er alles daran, Charlotte kennenzulernen und ein Date mit ihr zu vereinbaren. Trotz einer Reihe von Missverständnissen und unerwarteten Ereignissen, die ihre Pläne zu durchkreuzen drohen – darunter die unerwiderte Liebe seiner Kollegin Esperanza (Martine Sarcey)  erliegen Étienne und Charlotte schließlich ihrer gegenseitigen Anziehung und beginnen eine angenehme, aber flüchtige Affäre, die zunächst platonisch abläuft.  Nach einer unvergesslichen Nacht in Charlottes Wohnung mit Blick auf den Arc de Triomphe stellt sich heraus, dass Charlotte nicht der richtige Name der jungen Frau ist, dass sie auch verheiratet ist und dass ihr Mann unerwartet von einer Reise zurückkehrt und Étienne, im Bademantel, auf dem Gesims entlang des Gebäudes in die Enge treibt...








So fängt der Film an und endet auch mit dieser Szene. Die Schaulustigen bemerken ihn und versammeln sich schließlich um ihn. Fernseh- und Radioteams treffen ein, ebenso die Feuerwehr. Étienne beobachtet sie amüsiert und malt sich aus, welche Eroberungen er in der Menge machen könnte. Sein komisches Abenteuer wird live im Fernsehen übertragen und enthüllt so sein Verhalten seinen Freunden, seiner Frau Marthe und seinen Töchtern. Nachdem die Feuerwehr ein Sicherheitsnetz gespannt hatte und Charlotte endlich mit ihrem Mann weggefahren war, springt Étienne. Während seines Falls erahnt er philosophisch den Beginn eines neuen Lebens. Claude Brasseur gewann für die Darstellung der vielleicht ersten positiven homosexuellen Figur im französischen Kino gerechterweise den Cesar. Anne Duperey und der Drehbuchautor Jean Loop Dabadie wurden ebenfalls nominiert. Ausserdem gab es eine Golden Globe Nominierung als bester Auslandsfilm. Gemeinsam mit "Vincent, Francois, Paul und die Anderen" aus dem Jahr 1974 legte Yves Roberts Komödie den Grundstein für den französischen "Buddy Film". Nach "Brust oder Keule" mit 5,8 Millionen Zuschauern und "Her mit den kleinen Engländerinnen" (5,7 Mio) war "Ein Elefant irrt sich gewaltig" der dritterfolgreichste französische Film des Jahres. Ca. 3 Millionen Zuschauer wurden gezählt, was in den Jahrescharts aller Filme des Jahres Platz 7 bedeutete. 













Bewertung: 7,5 von 10 Punkten.

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