
Regie: Andrew Dominic
Killer und Kaptialismus...
So schlecht wie die Kritiken hier teilweise ausfallen ist Andrew Dominics "Killing them Softly" sicherlich nicht. Der Film ist zwar etwas spröde, bisweilen sogar geschwätzig - aber er hat ein gewisses Kultpotential und so schnell vergisst man diese Killerballade durch die besondere Machart auch nicht.
Irgendwie passt "Killing them softly" ins Kino von Tarantino, es ist aber vollgefüllt mit Gesellschaftskritik und im Grunde ein Abgesang auf den amerikanischen Traum. Möglicherweise wird Brad Pitts Resümee als Killer Jacke Coogan "Amerika ist kein Land, es ist ein Geschäft" in die Liste des American Film Institute der 100 markantesten Filmzitate aufgenommen.
Aber zurück zum Anfang. Alles beginnt mit einem zwar durchdachten, aber inhaltlich reichlich dilettantischen Plan des Kleingangsters und Wäschereibesitzers Johnny Amato (Vincent Curatola), der mitbekommen hat, dass Pokerrunden Organisator Markie Trattmann (Ray Liotta) schon einmal den eigenen Laden überfallen hat. Folglich müsste ein neuer Überfall sofort sämtlichen Verdacht auf den lenken, der das Ding schon einmal durchgezogen hat. Klingt zwar gut, aber Amato heuert für die Durchführung des Überfalls zwei absolute Loser an, den naiven Kleinkriminellen Frankie (Scoot McNairy) und den drogensüchtigen Russell (Ben Mendelsohn). Die fallen bereits während des Überfalls den pokernden Gangstern durch ihren jämmerlichen Gestank auf, so ist gleich klar, dass da keine Profis am Wek waren. Der Fahrer (Richard Jenkins) ist der Mittler zwischen den Auftraggebern, die die Räuber tot sehen wollen und dem Killer Jackie Coogan, der angeheuert wurde die Sache kurz und schmerzlos zu tätigen. Zusätzlich wird auch noch ein weiterer New Yorker Killer angeheuert, dieser Mickey (James Gandolfini) hat jedoch seine besten Tage als Killer schon hinter sich, der Mann hat vor allem Alkohol und Sex im Kopf...
"Killing them Softly" ist ein zynischer und düsterer Film und spart nicht mit pessimistischen Kommentaren zum Kaptalismus, im Grunde ein Abgesang auf den amerikanischen Traum. Der Killer agiert wie ein Geschäftsmann, er wirkt auch empathisch und stellenweise politisch korrekt, denn er bringt seine Opfer möglichst schonend und sanft um die Ecke. Brad Pitt ist schon sehr perfekt besetzt. In den besten Szenen funktioniert die bitterböse Systemkritik sehr gut, stellenweise - und das ist vielleicht der Grund für die eher schwachen Kritiken - verliert sich der Film in seiner Dialoglastigkeit, was sicherlich nicht jedermanns Sache ist.
Bewertung: 7,5 von 10 Punkten.
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