Regie: Jaume Collet-Sera
Liam über den Wolken...
Seit dem Thriller "Taken" (Deutscher Titel: 96 Hours) von Pierre
Morel aus dem Jahr 2008 ist klar geworden, dass Liam Neeson ein
besonders glaubwürdiger Held für Actionfilme sein kann. Deshalb wurde er
dann auch vermehrt in diesem Genre eingesetzt, er war Mitglied von "Das
A-Team", orrte ohne Identität durch Berlin "Unknown Identity", kehrte
als Geheimagent Mills in "Taken 2" zurück und stürzte in "The Grey" in
einem Wolfsgebiet in Alaska ab. Gelegentlich sucht sich der irische
Schauspieler, der mit "Schindlers Liste" auf einen Schlag berühmt wurde,
auch Rollen aus, die etwas ungewöhnlicher sind, so war er ein
rätselhafter Leichenbestatter in "Afterlife" oder in "Seraphim Falls"
ein rachsüchtiger Südstaatencolonel. Sein neuer Film "Non-Stop" gehört
zur Gattung der Flugzeugentführungsfilme und wurde vom spanischen
Regisseur Jaume Collet-Sera inszeniert, mit dem Neeson bereits in
"Unknown Identity" erfolgrich zusammengearbeitet hat. Die
amerikanisch-französische Coproduktion hat bis dato beinahe schon 200
Millionen Dollar Einspielergebnis vorzweisen.
Neeson
spielt im Film den alkoholkranken Sky-Marshall Bill Marks, der auf einem
Flug von New York nach London eingesetzt ist. Trotz der Sucht ist der
Job so ein bisschen zur Routine geworden, aber diesmal läuft alles
anders. SchonKurz nach dem Start erhält Marks über das interne Netzwerk
des Flugzeugs eine anonyme Kurznachricht, dass der Absender vorhat alle
20 Minuten ein Passagier zu töten, sollten nicht 150 Millionen Dollar
auf ein Konto in der Schweiz überwiesen werden. Der Pilot Captain David
McMillian (Linus Roache) hält das alles für einen üblen Scherz, ebenso
der Copilot. Doch mit Hilfe der Stewardess Jane (Michelle Dockery) und
der Passagierin Jen Summers (Julianna Moore), die ihren Platz neben ihm
hat gelingt es Marks den zweiten Air Marshall Hammond (Anson Mount) als
möglichen Erpresser ausfindig zu machen. Auf der Toilette kommt es zu
einer Aussprache. Doch dies ist erst der Anfang einer dramatischen
Rettungsaktion. Der Plan des unbekannten Erpressers nimmt gleichzeitig
immer mehr konkrete Formen an und es ist offfensichtlich, dass der
alkoholkranke Marks Teil dieses perfiden Plans ist...
Schade,
schade...wenn nur nicht immer der Showdown so übertrieben wäre und das
Drehbuch natürlich auch so stark auf Sensationen aus wäre. Dies schadet
dem Gesamteindruck des Films, der mindestens die erste Stunde der
insgesamt 106 Minuten enorm spannend aufgebaut ist. Jaume Collet-Seras
erster Erfolg war der mit Paris Hilton prominent und spektakulär
besetzte Horrorfilm "House of Wax" - in der retrospektiven Sicht
durchaus ein netter Vertreter des neunen Horrorfilms. Und mit "Orphan"
konnte er sogar qualitativ noch merklich zulegen. Leider sind die beiden
Neeson Filme unter ihren Möglichkeiten. Das heißt zwar nicht, dass die
Filme schlecht snd, aber sie hätten mit etwas mehr subtilerer Auslegung
des Höhepunkts merklich glaubwürdiger sein können. Lian Neeson ist
zweifelsohne ein sehr guter Actionheld, bei dem auch die sensiblen und
verletzlichen Anteile nicht zu kurz kommen. Für Fans von temporeichen
Thrillern ist "Non Stop" sicherlich eine ganz gute Wahl, wer allerdings
noch den besonderen Kick will, den besonders gute Genrevertreter haben,
der muss vielleicht noch bis zum nächsten Film von Jaume Collet-Sera
warten...vielleicht wieder mit Niam Leeson als Hauptdarsteller.
Bewertung: 6,5 von 10 Punkten
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