Montag, 18. August 2014

Pompeii


























Regie: Paul W. S. Anderson

Untergang einer Stadt, Untergang eines Films...

Herzlichen Glückwunsch an den Macher Paul W.S. Anderson für die kommenden Goldenen Himbeeren, die er sich mit seinem Sandalen- und Katastrophenfilm "Pompeii" redlich verdient hat. Schon nach einigen Minuten ist klar, dass dieser Film eine echte Gurke ist.  Dabei wäre ja dieser Untergang der Stadt im Jahr 79 durch den Vulkan Vesuv eine durchaus spannende Idee für einen guten Historienfilm. Aber gleich zu Beginn wird man mit einer Anfangssequenz konfrontiert, die ziemlich schlecht von "Conan, der Barbar" abkopiert wurde. Der kleine keltische Junge Milo ist der einzige Überlebende eines Massakers, dass römische Krieger bei der Zerstörung seines Heimatdorfs angerichtet haben. Vater ermordet, Mutter auch. Der Junge wird verschleppt und irgendwann ist er erwachsen (Kit Harrington) und Sklave - aber einer der als Gladiator sein Dasein fristet und aufgrund seines Erfolgs im Kampf von Londinium nach Pompeii gelangt. Darüberhinaus ist die Figur des Kriegers mit dem jungen Schönling Kit Harrington völlig fehlbesetzt. Unfreiwillig komisch seine - zumindest in der deutschen Synchronfassung - abgeklärte Stimme, die so gar nicht zum Jüngling passen will, der in der Arena alle Gegner mit Leichtigkeit besiegt. Immerhin ist mit dem Sklaven Atticus (Adewale Akinnuove-Agbaie) ein Gegner gefunden, der ihn bei den kommenden blutigen Festspielen besiegen könnte.  Atticus hätte auch ein Motiv, denn er soll bei einem Sieg die Freiheit erlangen. Diese Chance bietet sich für Milo nicht, denn für den ist nach dem Kampf vor dem Kampf. Er verliebt sich aber auf der Reise nach Pompeii in die schöne Cassia (Emily Browning), Tochter reicher Bürger aus Pompeii (Jared Harris/Carrie Ann Moss) und auf der Flucht vor dem römischen Senator Corvus (Kiefer Sutherland), der sie zur Frau haben will und sie dementsprechend bedrängt. Er ist auch noch zufällig, gemeinsam mit seinem besten Kämpfer Procolus (Sasha Roiz) der Mann, der Milos Eltern tötete - daher wird auch noch Milos Rache ein Thema sein in der Stadt, die dem verheerenden Ausbruch des Vesuvs und damit einem katastrophalen Feuerregen entgegen sieht. Alle Zeichen stehen auf Untergang, es wird heroisch gekämpft und gestorben. 


Und über allem das CGI-Katastrophenszenario, dass genauso uninteressant heruntergespult wird wie die Figuren, die in der Geschichte auftauchen. Alles ist zu künstlich. Ein Vergleich mit "Gladiator" wäre eine Beleidigung für den Ridley Scott Sandalen-Ereuerungsklassiker und selbst der trashige Charme der 60er Jahre Italo-Sandalenfilme fehlt dem Film völlig. Er hat keine einzige wirklich gute Szene zu bieten. Alles ist abgekupfert oder wird sattsam bekannt als Klischee missbraucht. Da wird dann auch folgerichtig aus dem Muskelprotz, der Gegner ist, ein Freund - das hat man doch schon x-fach genauso gesehen...gähn. Auch Kiefer Sutherland agiert eher lustlos und es gelingt nicht mal ihm zumindest einen interessanten Bösewicht als Gegenpart für das uninteressante Liebespaar zu werden. Dramaturgisch und inhaltlich flach bewegt sich die Handlung auf den Schluß zu, der dann noch eine unfreiwillig komische Verfolgungszene beinhaltet - Sutherland im Streitwagen wird verfolgt von einem Milo zu Pferd, die Geschwindigkeit dieser Hatz wirkt temporeicher als ein Formel Eins Rennen. Dazwischen nichtssagende Dialoge und zu keiner Zeit kommt ein Feeling von Authentizität für die historische Geschichte auf. Man sitzt gelangweilt im Sessel und verfolgt ohne Emotion das knallbunte, virtuelle Jahrmarktspektakel. Die Stadt selbst ist reine Computeranimation und so sieht sie auch die ganze Zeit aus.
Mit "Pompeii" präsentiert Anderson (Resident Evil, Event Horizont, Aliens vs. Predator) seinen bisher schwächsten Film.



Bewertung: 1 von 10 Punkten. 

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