Montag, 20. April 2015
Alaska.de
Regie: Esther Gronenborn
Frostige Gegend...
Im Jahr 2001 konnte Esther Gronenborn für ihren Debütfilm "alaska.de" den deutschen Filmpreis für die beste Regie gewinnen. Auch die Schnittarbeit von Christian Lork konnte das begehrte Filmband in Gold erringen. Die Filmemacherin bezog dabei ihren gewählten Filmtitel auf die emotionale Kälte dieser deutschen Stadtrandsiedlungen - in einer davon spielt sich die Geschichte dieser Kids ja auch ab. Andererseits gibts eine Szene in dem Film, in dem der junge Eddie dem Neuankömmling Sabine erklrät, man könne sich im Viertel an diesen oberirdischen Wasserleitungen orientieren, wie in Alaska an den Pipelines. Frost im Sinne dieser gefühlskalten Umgebung irgendwo in einer Plattenbausiedling im Osten von Berlin. Nach der Scheidung ihrer Eltern lebt die 16jährige Sabine (Jana Pallaske) zunächst bei ihrer Mutter (Susanne Sachse). Doch sie versteht sich nicht gut mit dem neuen Freund ihrer Mutter und daher ist ständiger Streit angesagt. Sie entscheidet sich zum Vater (Andi Hoppe) zu ziehen, der in diesen tristen Plattenbauviertel der Stadt wohnt. Gleich am Tag ihrer Ankunft lernt sie den ein Jahr älteren Eddi (Frank Droesel) kennen. Der Junge ist hier aufgewachsen und macht ein Praktikum als Fensterputzer. Aber große Lust dazu hat er nicht - zumal ja auch seine Freunde, die ihren Lebenssinn im Abhängen und Chillen gefunden haben, nicht gerade erfreut über seine bürgerlichen Ambitionen sind. Zu seiner Clique gehören Stefan (Wilhelm Brenner), Micha (Toni Blume) und dessen Freundin Coco (Nele Steffen). Micha ist erst vor kurzem aus dem Jugendknast entlassen worden und natürlich mehrfach vorbestraft. Er hat Bewährung ist nun aber auch volljährig, was für seine weitere kriminelle Karriere folgenreich werden dürfte. Denn er wird ab sofort nicht mehr nach dem Jugendstrafrecht bewertet. Leider hat Micha keine andere Möglichkeit als delquent zu bleiben. Er macht weiter im Drogengeschäft und die nächste Aggressionstat steht auch schon vor der Tür. Es kommt zum Streit der drei Freunde Eddi, Micha und Stefan mit einem weiteren Jugendlichen aus der Siedlung. Dieser Aldo Bihac (Aurel Wunderer) kommt im Verlauf der Schlägerei ums Leben. Er zog zwar als erster das Messer, doch die Reaktion darauf ist noch heftiger: So sticht Eddi das Messer in Aldos Rücken und in der Panik fliehen die Kids. Auch Sabine ist kurze Zeit später am Tatort, sie sieht aber nur noch Micha, wie er fortrennt. Schockiert bleibt sie vor der blutenden Leiche stehen und lässt vor lauter Schock ihr Biologiebuch in die Blutlache fallen. Die Polizei nimmt die Ermittlungen auf. Micha will die Sache vertuschen, hat aber Angst, dass Sabine ihn belasten könnte. Er denkt sogar nach sie zum Schweigen zum Bringen...
die Gewaltszenen sind von Esther Gronenborn inszenatorisch etwas abstrakt entstellt worden...das ist vielleicht auf den ersten Blick irritierend, wenn zwischen dem in Breitwand gedrehten Film plötzlich verzerrte Standbilder auftauchen, aber angesichts einer Szene, die einen Hundekampf zeigen soll, kanm man die Filmemacherin für diese Entscheidung die Bilder abzuschwächen nur loben. Hundekämpfe sind widerlich und man muss sie für Filme nicht auch noch inszenieren. So freut man sich, dass Hund Ringo auch nach den Dreharbeiten bei bester Gesundheit war. Darüberhinaus erzählt die Regisseurin ihre Geschichte weitestgehend nüchtern - auch wenn durch die zaghafte Romanze zwischen Sabine und Eddi so ein bisschen Romeo und Julia Feeling entsteht. Aber ein Happy End gibt es nicht. Am Ende steht eine Verhaftung, der weitere Tod eines Jugendlichen und mit dem kleinen Florian, gespielt von Daniel Fripan, leider schon ein weiterer Täter. Die Spirale der Hoffnungslosigkeit dreht sich weiter. Esther Groneborn drehte den Film mit talentierten Laiendarstellern. Die Hauptdarstellerin Jana Pallaske konnte sich inzwischen im Filmgeschäft ganz gut etablieren.
Bewertung: 7 von 10 Punkten.
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