Regie: Matthew Warchus
Solidarität und Stolz...
"Pride" ist eine britische Komödie von Matthew Warchus aus dem Jahr
2014 und steht für alles was das britische Kino an Größe ausmacht. Es
sind immer wieder diese sozialkritischen Filme des New British Cinema
gewesen, die die Engländer so perfekt in eine tragische Komödie
verpacken können. "Pride" setzt die Tradition von Meisterwerken wie
"Sammy and Rosie get laid", "Mein wunderbarer Waschsalon", "Ganz oder
gar nicht", "Billy Elliot", "Wish you were here" oder "Brassed of" fort.
Dieses
New British Cinema ist natürlich keine in sich geschlossene
Filmbewegung. Die zu ihm gezählten Filme haben nicht zwingend
erzählerische oder stilistische Gemeinsamkeiten, sie speisen ihre
Zugehörigkeit aber aus einem gewissen Rebellentum und vielfach aus einer
gewissen Ablehnung der politischen, gesellschaftlichen und
wirtschaftlichen Auswirkungen des neoliberalen Thatcherismus. Einerseits
wurden Erzähltraditionen des klassischen britischen Kinos fortgeführt
und erneuert durch eine Hinwendung zum Sozialdrama. Die Helden der
Geschichte sind eher Aussenseiter oder gehören einer Minderheitengruppe
an. Oder aber sie sind indivuelle starke Persönlichkeiten, die sich im
Verlauf der Geschichte erfolgreich gegen die feindlich gesinnte Umgebung
behaupten müssen. "Pride"erzählt, basierend auf einer wahren
Geschichte, von einer Gruppe homosexueller Aktivisten, die sich 1984
spontan für die ebenfalls von der Thatcher Regierung benachtteiligten
streikenden Bergleute in Wales einsetzten, indem sie Geld sammelten.
Der
Film zeigt das Zusammentreffen dieser beider sehr unterschiedlicher
Gruppierungen. Der schöne Mark Asthon (Ben Schnetzer) ist der Wortführer
der Schwulen und Lesben Gruppe aus London, zu denen auch der junge
Bromley (George MacKay) gehört, der sein Schwulsein seinen Eltern
verheimlicht, aber spontan bei einer Demo durch die Londoner Inennstadt
mitmacht. Fortan ist er Mitglied der Gruppe. Als sie für die
notleidenden Bergarbeiter eine ganze Menge Spenden sammeln können, steht
auch eine Einladung in das kleine Waliser Bergarbeiterdorf Onllwyn an.
Eine sehr ungewöhliche Konstellation, die zuerst von der
Dorfgemeinschaft misstrauisch begutachtet wird. Doch Dank
aufgeschlossener Menschen wie Cliff (Bill Nighy), Dai (Paddy Considinie)
oder der resoluten Hefina (Imelda Stauton) ist das Eis bald gebrochen.
Die einfachen Menschen sind sogar bald recht fasziniert von der
schillernden Gruppe von Paradiesvögeln und der exzentrische Jonathan
(Dominic West), der mit dem ruhigeren Gethin (Andrew Scott) befreundet
ist, zeigt den hüftsteifen Walisern wie gut sich Männer auf der
Tanzfläche bewegen können. Es kommt aber immer wieder zu Rückschlägen
auf dem Weg der Solidarität...
Am Ende steht aber der positive
Erfolg, denn nur zusammen kann man etwas erreichen. Dies ist auch die
Botschaft des Films. Eine weitere hält er durch den jungen, wenig
selbstbewussten und schüchternen "Bromley" bereit, der im wahren Leben
Joe Cooper heißt und Mühe hat zu sich selbst zu stehen. Sein Coming out
ist auch ein Befreiungsschlag in Richtung Selbstvertrauen und
Selbstverwirklichung. Zwei großen Themen, zu denen sich noch
Freundschaft und Toleranz dazu gesellt. Die Kohlenpott-Komödie strahlt
viel Sympathie und Warmherzigkeit aus. Spart aber auch nicht mit
traurigen Momenten. 1984 - eine Zeit als die Angst vor Aids die
Vorurteile gegenüber Schwulen noch weiter verstärkte. Das Ganze wird von
einem großartigen Ensemble zusammengehalten, die wunderbar zusammen
spielen.
Bewertung: 8 von 10 Punkten
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