Dienstag, 7. April 2015

Pride

























Regie: Matthew Warchus

Solidarität und Stolz...

"Pride" ist eine britische Komödie von Matthew Warchus aus dem Jahr 2014 und steht für alles was das britische Kino an Größe ausmacht. Es sind immer wieder diese sozialkritischen Filme des New British Cinema gewesen, die die Engländer so perfekt in eine tragische Komödie verpacken können. "Pride" setzt die Tradition von Meisterwerken wie "Sammy and Rosie get laid", "Mein wunderbarer Waschsalon", "Ganz oder gar nicht", "Billy Elliot", "Wish you were here" oder "Brassed of" fort.
Dieses New British Cinema ist natürlich keine in sich geschlossene Filmbewegung. Die zu ihm gezählten Filme haben nicht zwingend erzählerische oder stilistische Gemeinsamkeiten, sie  speisen ihre Zugehörigkeit aber aus einem gewissen Rebellentum und vielfach aus einer gewissen Ablehnung der politischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Auswirkungen des neoliberalen Thatcherismus. Einerseits wurden Erzähltraditionen des klassischen britischen Kinos fortgeführt und erneuert durch eine Hinwendung zum Sozialdrama. Die Helden der Geschichte sind eher Aussenseiter oder gehören einer Minderheitengruppe an. Oder aber sie sind indivuelle starke Persönlichkeiten, die sich im Verlauf der Geschichte erfolgreich gegen die feindlich gesinnte Umgebung behaupten müssen.  "Pride"erzählt, basierend auf einer wahren Geschichte, von einer Gruppe homosexueller Aktivisten, die sich 1984 spontan für die ebenfalls von der Thatcher Regierung benachtteiligten streikenden Bergleute in Wales einsetzten, indem sie Geld sammelten.
Der Film zeigt das Zusammentreffen dieser beider sehr unterschiedlicher Gruppierungen. Der schöne Mark Asthon (Ben Schnetzer) ist der Wortführer der Schwulen und Lesben Gruppe aus London, zu denen auch der junge Bromley (George MacKay) gehört, der sein Schwulsein seinen Eltern verheimlicht, aber spontan bei einer Demo durch die Londoner Inennstadt mitmacht. Fortan ist er Mitglied der Gruppe. Als sie für die notleidenden Bergarbeiter eine ganze Menge Spenden sammeln können, steht auch eine Einladung in das kleine Waliser Bergarbeiterdorf Onllwyn an. Eine sehr ungewöhliche Konstellation, die zuerst von der Dorfgemeinschaft misstrauisch begutachtet wird. Doch Dank aufgeschlossener Menschen wie Cliff (Bill Nighy), Dai (Paddy Considinie) oder der resoluten Hefina (Imelda Stauton) ist das Eis bald gebrochen. Die einfachen Menschen sind sogar bald recht fasziniert von der schillernden Gruppe von Paradiesvögeln und der exzentrische Jonathan (Dominic West), der mit dem ruhigeren Gethin (Andrew Scott) befreundet ist, zeigt den hüftsteifen Walisern wie gut sich Männer auf der Tanzfläche bewegen können. Es kommt aber immer wieder zu Rückschlägen auf dem Weg der Solidarität...


 Am Ende steht aber der positive Erfolg, denn nur zusammen kann man etwas erreichen. Dies ist auch die Botschaft des Films. Eine weitere hält er durch den jungen, wenig selbstbewussten und schüchternen "Bromley" bereit, der im wahren Leben Joe Cooper heißt und Mühe hat zu sich selbst zu stehen. Sein Coming out ist auch ein Befreiungsschlag in Richtung Selbstvertrauen und Selbstverwirklichung. Zwei großen Themen, zu denen sich noch Freundschaft und Toleranz dazu gesellt. Die Kohlenpott-Komödie strahlt viel Sympathie und Warmherzigkeit aus. Spart aber auch nicht mit traurigen Momenten. 1984 - eine Zeit als die Angst vor Aids die Vorurteile gegenüber Schwulen noch weiter verstärkte. Das Ganze wird von einem großartigen Ensemble zusammengehalten, die wunderbar zusammen spielen.



Bewertung: 8 von 10 Punkten

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