Dienstag, 7. April 2015

Ruhet in Frieden

























Regie: Scott Frank

Unter dem Grabstein...

Spätestens seit der Luc Besson Produktion "96 Hours" (Originaltitel: Taken) sind die Qualitäten von Liam Neeson als Actionstar unbestritten. Als Bryan Mills, der in Paris Jagd auf Albaner und Araber macht, die seine Tochter entführt haben und sie als Jungfrau in einer Auktion versteigern, war er enorm glaubhaft und darüberhinaus gefiel der temporreiche Rachethriller durch den grimmigen Unterton. Es folgten weitere überzeugende Vorstellungen in "The Grey" (Joe Carnahan) und "Non Stop" (Jaume Collet-Sera). Auch sein neuer Thriller "Ruhet in Frieden" mit dem viel besseren Originaltitel "A Walk among the Tombstone" kann sich mehr als sehen lassen. Trotz der ruhigen Machart sind Parallelen zu "96 Hours" erkennbar. Auch hier macht er Jagd auf ziemlich böse Jungs. Die Geschichte beginnt im Jahr 1991. Damals war Matt Scudder (Liam Neeson), der heute - acht Jahre später - als Privatdetektiv arbeitet, noch ein Cop bei der Polizei. Sein Leben verändert sich aber völlig durch eine Schießerei in einer Bar. Dort wird der Besitzer vor seinen Augen von drei Gangstern erschossen. Es gelingt Scudder zwei der Männer bei der Flucht zu erschießen, den dritten schießt er ins Bein. Leider stirbt im Kugelhagel, den der Cop entfacht, auch ein kleines Mädchen in den Armen ihrer weinenden Mutter. Für Scudder ein Grund mit dem Alkohol aufzuhören und auch den Job an den Nagel zu hängen. Acht Jahre später ist er clean, aber nicht glücklich. Er arbeitet als Privatdetektiv. Peter (Boyd Holbrook), ein Junkie, den er bei den anomymen Alkoholikern kennengelernt hat, bittet ihn darum, dass er seinem Bruder, dem Drogendealer Kenny Kristo (Dan Stevens) behilflich sein soll. Er soll die Entführer und Mörder seiner Frau finden. Bei seinen Recherchen wird der Detektiv von dem obdachlosen Jungen TJ (Astro) unterstützt. Sehr schnell findet er Parallelen zu einem weiteren grausamen Mord. Wie Kenny war auch der Mann des anderen Opfers ein Drogendealer.. Als er den Friedhofswärter Loogan (Olafur Darri Olfafsson) befragt, bemerkt er, dass dieser scheinbar etwas zu verbergen hat.
Inzwischen sind die beiden Entführer Ray und Albert (David Harbour und Adam David Thompson auf der Suche nach weiteren Opfern. Sie beobachten in ihrem Wagen das Haus des  Drogenhändlers Yuri Landau (Sebastian Roche). Da dessen Frau bettlägerig ist, kommt sie nicht als Objekt ihrer perversen Tötungsfantasien in Betracht. Aber Yuris hübsche 14-jährige Tochter Ludmilla (Danielle Rose Russell) passt perfekt ins Beuteschema. Sie wird entführt. Für Scudder läuft die Zeit davon...


 Liam Neeson in der Paradereolle des Ermittlers mit einer düsteren Vergangenheit. Regisseur Scott Frank hat aber auch ein Auge dafür die verstörenden Abgründe erkennbar zu machen. Für sein Drehbuch zu Soderberghs "Out fo Sight" wurde er für den oscar nominiert. Auch das Drehbuch zu "Minority Report" stammt von ihm. Mit dem sehr gelungenen Thriller "Die Regeln der Gewalt" gab Scott Frank sein vielversprechendes Filmdebüt, mit seinem neuen Film "Ruhet in Frieden" ist ihm ein gleichwertiger sehr guter Genrefilm geglückt. Basierend auf dem Roman von Lawrence Block ist ihm ein perfekter Noir-Thriller gelungen, der in allen Nebenrollen bestens besetzt ist. Natürlich bietet die Geschichte nicht viel Neues, aber sie präsentiert klassisches Thrillerkino auf hohem Niveau und begeistert durch den gebrochenen Helden, der immer tiefer in die perverse Welt seiner Gegner eintauchen muss und am Ende zum grimmigen Racheengel wird. Tolles Genrekino.


 Bewertung: 8 von 10 Punkten. 

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