Montag, 11. März 2019

Salvador

























Regie: Oliver Stone

Ein Reporter im Krisengebiet...

Oliver Stones  Politthriller "Salvador" entstand kurz vor seinem Oscartriumph und Welterfolg "Platoon" im Jahr 1986. Dem Film war an der Kasse kein großer Erfolg beschieden. Er spielte lediglich 1,5 Millionen Dollar ein, entwickelte sich aber im Fahrwasser von Stones Nachfolger zu einem Kritikerliebling. Auch heute - mehr als 30 Jahre danach - gilt "Salvador als eine von Oliver Stones überzeugendsten Arbeiten. Zur Zeit seines Entstehens waren Politthriller mit Journalisten als Helden gerade in Mode, wie zum Beispiel "Under Fire" (Roger Spottiswoode, 1983 - über die Revolution in Nicaragua), "Ein Jahr in der Hölle" (Peter Weir, 1982  - Jakarta in den 60ern), "Killing Fields" (Roland Joffe, 1984 - Rote Khmer in Kambodscha. In "Killing Fields" berichtet der US-Reporter Sidney Schanberg für die New York Times und erleebt den Genozid und erhält im Jahr 1976 den Pulizer Preis für seine Berichterstattung über den Kambodschanischen Krieg.
Der Reporter Richard Boyle, gespielt von James Woods, hat auch immer einen Spruch über seinen berühmten Kollegen auf Lager "als der den Pulizer Preis entgegen nahm, war ich immer noch als einer der letzten in einem Krisengebiet" und auch sonst ist er nicht der zuverlässigste Journalist. Mit vielen Auftraggebern hat er es sich aufgrund seiner Unzuverlässigkeit schon verschwerzt, aber er kennt sich im Krisengebiet Salvador gut aus. Dort hat er vor seiner beruflichen und privaten (Eheprobleme) Krise ein paar bemerkenswerte Berichte gemacht, die sogar der Militärdiktatur gefielen. Nun kratzt er seine letzten Ersparnisse zusammen, überredet seinen besten Freund Doctor Rock (Jim Belushi) dorthin zu reisen, um wieder in seinem Metier durchzustarten.
Dabei soll auch Wein, Weib und Gesang nicht zu kurz kommen. Boyle hat dort sogar eine Zweitfrau, die Maria (Elpidia Carrillo) heißt und auch Doc soll voll auf seine Kosten kommen. Doch in Salvador braut sich immer mehr eine Katastrophe zusammen. Die Militärdiktatur unterdrückt immer mehr und die Opposition wird immer stärker. Bereit zum Gegenschlag. Doch Boyle weiß auch, dass sein Heimatland die USA die Diktatur unterstützt. Immerhin will der liberal gesinnte Botschafter Kelly (Michael Murphy) sich dafür einsetzen, dass sich im Land etwas für die Unterdrückten verbessert.
Was so aussah wie das ultimative hedonische Ferienparadies mit billigem Sex, Drugs and Rockn Roll entwickelt sich zum Mittelpunkt eines hässlichen Bürgerkriegs. 



 
Boyle wird Zeuge für die schlimmste Art der US-Außenpolitik und dem Zuschauer gibt der politische Chronist Oliver Stone eine Geschichtslektion mit, die von der offiziellen Version deutlich abweicht. Gleichzeitig bezieht Stone politisch Stellung und stellt sich auf die Seite der linken Opposition. Am Ende wird "Salvador" sogar sehr aufwühlend, denn trotz der gelungenen Flucht aus El Salavdor ist die Hürde der Einreise in die USA noch nicht vollzogen. Boyle in Begleitung seiner Maria, dann wird der Bus kontrolliert. Und zeigt auch wie nahe sich die Ereignisse in Stones Film doch mit der heutigen Wirklichkeit verbinden. Eine Mauer gegen die Einwanderung soll erbaut werden. Sehr eindrücklich auch die Szene, in der Erzbischof Oscar Romero einem Attentat von rechtsextremen Nationalisten zum Opfer fällt.
Auch die erschütternde Ermordung von vier amerikanischen Nonnen wird gezeigt. Der Fotograf John Cassidy, gespielt von John Savage (Die durch die Hölle gehen, Hair) jagt derweil dem perfekten Bild nach - ein Bild, dessen Veröffentlichung dann alles über diese Katastrophe aussagen soll. Er wird diesen Einsatz mit dem Leben bezahlen. "Salvador" erhielt 2 Oscarnominierungen: James Woods als bester Hauptdarsteller sowie die Drehbuchautoren Oliver Stone und Rick Boyle.




Bewertung: 8 von 10 Punkten. 
 

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