Freitag, 1. März 2019

The Guilty

























Regie: Gustav Möller

Am Notruf-Telefon...

Mit dem kammerspielartigen "The Guilty" bewarb sich Dänemark um den Oscar für den besten fremdsprachigen Film 2019. Der Film von Gustav Möller schaffte es sogar als einer von neun Filmen in die Shortlist, doch der Sprung in die offiziellen fünf Nominees gelang ihm nicht.
Tatsächlich ist "The Guilty" (Originaltitel: Den Skyldige) eher ungewöhnlich, denn die 85 Minuten Laufzeit müssen weitestgehend von einem Darsteller bestritten werden.
Als Polizist Asger Holm ist Jakob Cedergren zu sehen. Damit tritt der 1973 geborene dänische Schauspieler in die Fußstapfen von ähnlich konzipierten Kinofilmen wie "Cast Away" (Tom Hanks), "All is lost" (Robert Redford), "127 Hours" (James Franco), "Moon" (Sam Rockwell), "Buried" (Ryan Reynolds) oder "No Turning Back" (Tom Hardy) und das Ergebnis mit diesen minimalen Mitteln kann sich sehen lassen.
Wobei diese One Man Shows für den Zuschauer schon eine gewisse Herausforderung bedeuten. Denn es schleicht sich schnell der Gedanke ein, mit welchen Einfällen man noch zu rechnen hat. Denn es könnte vielleicht etwas Langeweile aufkommen - wenn man als Augenzeuge nur zuhören kann, wie der Polizist Asger im Innendienst einer Notrufzentrale agiert. Er schiebt dort Dienst und der ist auch bald vorüber. Im Hintergrund ist lediglich Asgers Kollege (Morten Thumbo) zu sehen und Asgers Vorgesetzte (Maria Gersby) rügt Asger, weil sie glaubt, dass er ein Privatgespräch führt.
In der Notrufzentrale kommen die verschiedensten Anrufe herein. Einer davon ein junger Typ, der eine Überdosis Drogen genommen hat und in diesem Zustand nicht mal seine Adresse nennen kann.
Dann meldet sich Iben - eine verzweifelte Frau, die scheinbar von einem Mann entführt wurde, der ein Messer mit sich trägt und nun mit der Frau Richtung Norden auf der Autobahn fährt. Iben kann mit dem Polizeibeamten telefonieren, weil sie so tut als würde sie mit ihrer kleinen Tochter Mathilde sprechen. Diese ist alleine mit ihrem kleinen Brüderchen zuhause und hofft, dass ihre Mama bald wieder nach Hause kommt. Asger setzt alle erdenklichen Hebel in Bewegung, dass das Auto von einer Streife angehalten wird. Er versucht auch noch seinen Kollegen Rashid wegen dieser Entführung ins Boot zu holen. Beide - so erfährt der Zuschauer - sind morgen geladene Zeugen vor Gericht. Der Innendienst, den er schieben muss, scheint eine vorläufige Strafversetzung zu sein. Dann ist Dienstschluß. Aber Asger macht weiter, um Iben zu helfen...


Als bestes Erstlingswerk wurde "The Guilty" auch für den europäischen Filmpreis nominiert, unterlag aber den belgischen Film "Girl". Jakob Cedergren macht seine Sache im Alleingang gut, er ist aber auf gewisse Wendungen und Überraschungen angewiesen, die die Geschichte braucht, um den Zuschauer bei Laune zu halten. Regisseur Gustav Möller schrieb das Drehbuch gemeinsam mit Emil Nygaad Albertson.


Bewertung: 6 von 10 Punkten. 

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