Regie: Norman Jewison
Unschuldig hinter Gittern...
1999 gelang dem Hollywoodregisseur Norman Jewison (In der Hitze der
Nacht, Mondsüchtig, Sergeant Waters, Die Russen kommen) mit dem Film
"The Hurricane" ein Comeback. Mit "Hurricane" ist der bekannte
Mittelgewichtsboxer Rubin Carter gemeint, der zwischen 1961 und 1966
aktiv war und ihm seine Fans den Beinamen "Hurricane" gaben. Er wurde im
Jahr 1966 aber nicht wegen seines Boxertalents zur Berühmtheit, sondern
wegen seiner Verhaftung wegen dreifachen Mordes.
Seine Verurteilung war von Anfang an umstritten und in den 70s
setzten sich immer mehr Prominente, darunter Ellen Burstyn und Muhammad
Ali für seine Freilassung ein. Bob Dylan schrieb sogar ein Lied für ihn,
dass im November 1975 erschien und ein weltweiter Hit wurde.
Denzel Washington spielt den zu Unrecht verurteilten Mann und wurde
dafür sowohl mit dem Berliner Bären als auch mit dem Golden Globe
ausgezeichnet. Auch für die Oscarvergabe wurde seine Leistung in der
Kategorie "Bester Schauspieler" nominiert, er unterlag jedoch Kevin
Spacey für "American Beauty".
Die ihm zur Last gelegte Bluttat ereignete sich am 17. Juni 1966 in
Paterson, New Yersey. Zeugen berichten damals, dass zwei Schwarze mit
einer Pistole und einem Gewehr bewaffnet die Lafayette-Bar betraten, in
der nur Weiße verkehren durften. Sie schossen drei Menschen nieder und
flohen in einem weißen Dodge. Nur wenige Minuten nach dem Massaker
wurde Rubin Carter, der mit seinem Bekannten John Artis (Garland Whitt)
in seinem weißen Dodge in Tatortnähe unterwegs war, von der Polizei
gestoppt. Sergeant Della Pesca (Dan Hedaya), der Carter schon zweimal
ins Gefängnis brachte, ist von seiner Schuld so überzeugt, dass er die
Zeugen gezielt manipuliert. Die Jury befindet beide Männer für schuldig
und das Urteil lautet dreimal lebenslänglich.
Alle rechtlichen Möglichkeiten schöpfte Carter aus, am Ende war er
sich sicher, dass er im Gefängnis sterben würde. Auch für seine Frau Mae
Thelma (Debbie Carter) brechen harte Zeiten an. Im Gefängnis schreibt
Carter ein Buch über seine Geschichte und weckt damit das Interesse des
jungen dunkelhäutigen Lesra Martin (Vicellos Reon Shannon), aus
Brooklyn. Dieser Junge aus ärmlichen Verhältnissen kann aufgrund des
Engagements seiner kanadischen Pfelgefamilie (Deborah Kara Unger, Liev
Schreiber, John Hannah) studieren. Nachdem er Carters Biographie "The
16th Round" gelesen hat, schreibt er dem Gefangenen einen Brief. Daraus
ensteht eine starke Freundschaft...
Als Richter Hadden Lee Sarokin, der Carter schließlich nach 20
Jahren Haft aus der Haft entlässt, ist Rod Steiger zu sehen. Er kam
durch die Akte zum Schluß, dass rassistische Kräfte bei Carters
Verurteilung sehr stark involviert waren. "The Hurricane" spielte 74
Millionen Dollar weltweit ein, aufgrund des hohen Budget war der Film
für die Macher aber nicht rentabel. Kritiker fanden auch, dass Rubin
Carter viel zu beschönigt dargestellt wird. Denn sein Vorstrafenregister
vor der unrechtmäßigen Verurteilung war lang.
Der junge Rubin war bekannt für Wut- und Gewaltausbrüche, auch kam
er mehrmals mit dem Gesetz in Konflikt. Mit 12 Jahren landete er
schließlich in der Knabenerziehungsanstalt von Jamesburg. Mit floh von
dort und ging zur Armee. Dort stand er viermal vor dem Kriegsgericht.
Nach einer weiteren Haft (wegen der Flucht aus der Anstalt) machte er
mit kriminellen Aktivitäten weiter, vor allem Raubüberfälle. Das führte
zu einer weiteren Haftstrafe von 4 Jahren, erst dort kam er zum Schluß,
dass er sein Leben in den Griff bekommen muss.
Bewertung: 7 von 10 Punkten.
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