Mittwoch, 4. Januar 2023

The Hurricane


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Norman Jewison

Unschuldig hinter Gittern...

1999 gelang dem Hollywoodregisseur Norman Jewison (In der Hitze der Nacht, Mondsüchtig, Sergeant Waters, Die Russen kommen) mit dem Film "The Hurricane" ein Comeback. Mit "Hurricane" ist der bekannte Mittelgewichtsboxer Rubin Carter gemeint, der zwischen 1961 und 1966 aktiv war und ihm seine Fans den Beinamen "Hurricane" gaben. Er wurde im Jahr 1966 aber nicht wegen seines Boxertalents zur Berühmtheit, sondern wegen seiner Verhaftung wegen dreifachen Mordes.
Seine Verurteilung war von Anfang an umstritten und in den 70s setzten sich immer mehr Prominente, darunter Ellen Burstyn und Muhammad Ali für seine Freilassung ein. Bob Dylan schrieb sogar ein Lied für ihn, dass im November 1975 erschien und ein weltweiter Hit wurde.
Denzel Washington spielt den zu Unrecht verurteilten Mann und wurde dafür sowohl mit dem Berliner Bären als auch mit dem Golden Globe ausgezeichnet. Auch für die Oscarvergabe wurde seine Leistung in der Kategorie "Bester Schauspieler" nominiert, er unterlag jedoch Kevin Spacey für "American Beauty".
Die ihm zur Last gelegte Bluttat ereignete sich am 17. Juni 1966 in Paterson, New Yersey. Zeugen berichten damals, dass zwei Schwarze mit einer Pistole und einem Gewehr bewaffnet die Lafayette-Bar betraten, in der nur Weiße verkehren durften. Sie schossen drei Menschen nieder und flohen in einem weißen Dodge.  Nur wenige Minuten nach dem Massaker wurde Rubin Carter, der mit seinem Bekannten John Artis (Garland Whitt) in seinem weißen Dodge in Tatortnähe unterwegs war, von der Polizei gestoppt. Sergeant Della Pesca (Dan Hedaya), der Carter schon zweimal ins Gefängnis brachte, ist von seiner Schuld so überzeugt, dass er die Zeugen gezielt manipuliert. Die Jury befindet beide Männer für schuldig und das Urteil lautet dreimal lebenslänglich.
Alle rechtlichen Möglichkeiten schöpfte Carter aus, am Ende war er sich sicher, dass er im Gefängnis sterben würde. Auch für seine Frau Mae Thelma (Debbie Carter) brechen harte Zeiten an. Im Gefängnis schreibt Carter ein Buch über seine Geschichte und weckt damit das Interesse des jungen dunkelhäutigen Lesra Martin (Vicellos Reon Shannon), aus Brooklyn. Dieser Junge aus ärmlichen Verhältnissen kann aufgrund des Engagements seiner kanadischen Pfelgefamilie (Deborah Kara Unger, Liev Schreiber, John Hannah) studieren. Nachdem er Carters Biographie "The 16th Round" gelesen hat, schreibt er dem Gefangenen einen Brief. Daraus ensteht eine starke Freundschaft...


Als Richter Hadden Lee Sarokin, der Carter schließlich nach 20 Jahren Haft aus der Haft entlässt, ist Rod Steiger zu sehen. Er kam durch die Akte zum Schluß, dass rassistische Kräfte bei Carters Verurteilung sehr stark involviert waren. "The Hurricane" spielte 74 Millionen Dollar weltweit ein, aufgrund des hohen Budget war der Film für die Macher aber nicht rentabel. Kritiker fanden auch, dass Rubin Carter viel zu beschönigt dargestellt wird. Denn sein Vorstrafenregister vor der unrechtmäßigen Verurteilung war lang.
Der junge Rubin war bekannt für Wut- und Gewaltausbrüche, auch kam er mehrmals mit dem Gesetz in Konflikt. Mit 12 Jahren landete er schließlich in der Knabenerziehungsanstalt von Jamesburg. Mit floh von dort und ging zur Armee. Dort stand er viermal vor dem Kriegsgericht. Nach einer weiteren Haft (wegen der Flucht aus der Anstalt) machte er mit kriminellen Aktivitäten weiter, vor allem Raubüberfälle. Das führte zu einer weiteren Haftstrafe von 4 Jahren, erst dort kam er zum Schluß, dass er sein Leben in den Griff bekommen muss.



Bewertung: 7 von 10 Punkten. 

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