Regie: Claude Pinoteau
Mordanschläge und Erpresserbrieffe..
Der französische Filmregisseur Claude Pinoteau (1925 - 2012) drehte mehrere Filme (Die Ohrfeige, Ich, die Nr. 1, Ein Mann in Wut, Tödliche Angst) mit Lino Ventura. Sein größter kommerzieller Erfolg war jedoch der Teeniefilm "La Boum" mit einer phänomenalen Besucherzahl von 4,3 Millionen Zuschauern und damit Spitzenreiter des Kinojahres 1980 in Frankreich. Nicht viel schlechter lief auch "La Boum 2" mit 4 Millionen Zuschauer. "Tödliche Angst" ist der letzte große französische Kriminalfilm mit Lino Ventura als Hauptdarsteller. Mit 1,3 Millionen verkaufter Kinokarten war das kommerzielle Ergebnis jedoch immer noch zufriedenstellend. Der Film ist mit Suspence gewürzt, es bleibt vorerst viel offen an der erzählten Geschichte eines Mannes, auf den aus heiterem Himmel und ohne sichtbaren Grund ein Mordanschlag verübt wird. Bastien Grimaldi (Lino Ventura), ein ehemaliger Auslandskorrespondent und jetziger Schriftsteller, wird eines Abends scheinbar grundlos von einer Gruppe Männer angegriffen. Gegen den Rat seiner Freunde weigert er sich, Anzeige zu erstatten, um nicht preiszugeben, dass er gerade von einem Treffen mit seiner Geliebten Catherine (Beatrice Agenin) zurückkehrt, einer Angestellten des Verlags, deren Scheidung er erwartet, um sie heiraten zu können. Bastien ist Witwer und hat einen kleinen Adoptivsohn (Karol Beffa). Am nächsten Tag und in den darauffolgenden Tagen wird Bastien erneut angegriffen und erhält unverständliche Drohanrufe. Als sein Auto eines Abends vor seinen Augen explodiert, beschließt er schließlich, Anzeige zu erstatten. Der Kommissar (Roger Planchon), der die Unglaubwürdigkeit der Ereignisse nicht erkennt, hält ihn für einen Geschichtenerzähler. Die beiden mit dem Fall betrauten Inspektoren sind mehr darauf bedacht, die Vorurteile ihres Vorgesetzten zu bestätigen, als herauszufinden, was mit Bastien geschieht. Daher führt dieser seine eigenen Ermittlungen durch. Eines Abends bringt ihm sein alter Freund Jean Michelis (Jean Poiret), ein professioneller Bauchredner, einen Zeitungsartikel, der von ähnlichen Vorfällen berichtet : Ein österreichischer Komponist war während eines längeren Aufenthalts in Schottland Ziel dreier Angriffe, zu denen sich niemand bekannte. Dem Artikel ist ein Foto beigefügt, auf dem Bastien inmitten einer Gruppe von Golfern einen Reisenden (Robert Hoffmann) erkennt, den er bei seinen Nachforschungen zweimal am Flughafen Roissy gesehen hatte . Dank seiner alten Kontakte zur internationalen Presse findet er heraus, dass es sich um Hagner handelt, einen in Paris ansässigen Schweizer Antiquitätenhändler. Bastien geht zu Hagners Geschäft. Dieser, (Jean-Francois Remy) der dem Mann auf dem Foto überhaupt nicht ähnelt, behauptet kühl, kein Wort von dem zu verstehen, was Bastien sagt. Am selben Abend erhält er einen weiteren Drohanruf, der ihm endlich den Grund für die Angriffe offenbart : Er soll ein enormes Lösegeld zahlen, das aus dem Verkauf von Meisterwerken stammt, die angeblich Bastiens Mutter ( Lina Volonghi) gehören und von deren Existenz er bisher nichts wusste. Um zu beweisen, dass er es ernst meint, feuert der mysteriöse Anrufer mit großer Präzision auf verschiedene Gegenstände in der Wohnung. Diesmal glaubt die Polizei endlich Bastien. Der Mann auf dem Foto ist Sylvain Hagner, ein international bekannter Betrüger. Der Antiquitätenhändler ist sein Bruder, der keine Vorstrafen hat und angibt, den Kontakt zu Sylvain vor Jahren abgebrochen zu haben. Der österreichische Komponist zog seine Anzeige ohne Angabe von Gründen zurück. Die Polizei teilt daraufhin mit, dass es weitere ähnliche Fälle gibt : Bastien ist demnach das siebte Opfer dieser Bande, er weiß aber noch nicht, dass seine Ziehtochter Laura (Elizabeth Bourgine) nichtsahnend in diesen Fall verstrickt ist...
In der Rolle von Nelly, der Ehefrau des Bauchredners ist Lea Massari zu sehen. Obwohl Robert Hoffmann (bekannt aus dem TV-Vierteiler "Robinson Crusoe") nur 10 Minuten Leinwandpräsenz hat und nicht eine Zeile Dialog spricht, ist er als Bösewicht perfekt besetzt. Die Kritiken damals waren eher verhalten, was der spannenden und sich langsam steigernden Inszenierung aber keineswegs gerecht wird. Ausserdem ist die Figurenzeichnung sehr gelungen, als Zuschauer tappt man im Dunkeln, aber das Drehbuch serviert am Ende auch das letzte Puzzle dieses gelungenen Krimirätsel.
Bewertung: 8 von 10 Punkten.

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