Regie: George Roy Hill
Die Charlestown Chiefs hauen drauf...
In "Schlappschuss" gehts wirklich knallhart zu - kein Wunder, dass der Eishockey-Horrorfilm in einer Umfrage von "Maxim" über die besten 100 Filme speziell für Männer landete George Roy Hills aberwitziger Kultfilm auf Platz 1 - noch vor "Zwei glorreiche Halunken", "Ich glaub mich tritt ein Pferd", "Terminator 1 und 2" und "Die Hard".
Der Film bezieht seine Komik natürlich aufgrund seiner expliziten Gewalteinlagen - der 1977 realisierte sportfilm persiflierte die Gewalt im Eishockeysport. Gerade diese gewollten Gewaltexzesse unter den Sportlern sorgten für volle Kassen und für ein "Big business".
Das Charlestown Chiefs Hockey-Team hat schon wesentlich bessere Tage gesehen. Reggie Dunlop (Paul Newman) ist nicht nur Spieler, sondern auch Trainer der Mannschaft und auch schon etwas in die Jahre gekommen. Seine hübsche Frau Francine (Jennifer Warren) hat zwar noch Gefühle für ihren Mann, doch sie hat sich räumlich schon von ihm getrennt. Der Teamchef Joe McGrath (Strother Martin) versucht das örtliche Interesse am Team am Leben zu erhalten, daher müssen seine Männer auch mal peinliche Werbespots machen oder auf Modeschauen den Affen machen. Da nun auch die wirtschaftlichen Aussichten der Region mehr als schlecht sind, soll auch die größte Fabrik dicht machen. Dieses Aus hätte auch Auswirkung auf die Sportler. Wenn die Menschen keine Kohle mehr haben für Eintrittskarten, dann bedeutet das auch für die Charlestwon Chiefs das sichere Aus. Tatsächlich bestätigt McGrath den enttäuschten Reggie auch das baldige Aus. Das Team wird zum Ende der Saison aufgelöst. Zuvor hat McGarth aber noch die drei Hanson Brüder (Jeff Carlson, Steve Carlson, Dave Hanson) für die letzte Saison verpflichtet. Die Brüder wirken sehr kindlich, haben sogar noch im Gepäck ihre Spielsachen dabei. So lässt sie Reggie zuerst gar nicht spielen. Als er sie endlich auflaufen lässt, gewinnen die drei infantilen Brüder mit mörderischen Checks und wüsten Attacken sofort die Herzen der blutrünstigen Fans. Die Charlestown Chiefs gewinnen wieder. Und dies gefällt Reggie. Möglicherweise könnte dieser Popularitätsschub die Auflösung abwenden, weil sich interessierte Käufer für das Team finden könnten. So machen die Männer wie Killer Carlson (Jerry Hauser) bereitwillig mit, wenn die Hansons ihre blutige Show abziehen. Lediglich der talentierte Ned Braden (Michael Ontkean) will seriöses Eishockey spielen. Der hat aber gerade starke Konflikte mit seiner jungen Frau Lily (Lindsay Crouse)...
Tatsächlich ist "Slap Shot" ein sehr eigenwilliger und origineller Film. Man muss aber dem brachialen Humor etwas abgewinnen können. Mit 28 Millionen US-Dollar Einspielergebnis war der Film damals ein erfolgreicher Kinohit. Ein Film, der schnell eine treue Fangemeinde aufbauen konnte, die "Slap Shot" zum Kultfilm machte. Und dieses Ansehen hat er auch heute noch - auch wenn manchem Zuschauer das Lachen des Öfteren im Hals stecken bleibt. Am Ende hält Ned dem unwürdigen Spiel den Spiegel vors Gesicht. Er legt nach all der Gewalt und Brutalität einen Striptease aufs Eis. Der Captain der Konkurrenz regt sich über diese perverse Einlage so sehr auf, dass er auf den Schiedsrichter losgeht. Hier kommt doch sehr viel Zynismus hervor. Seine größten Erfolge hatte George Roy Hill mit den beiden Redford/Newman Filmen "Zwei Banditen" und "Der Clou". "Slap Shot" blieb bis heute der Lieblingsfilm der EishockeyFans, die Hansons erfreuen sich noch heute eine riesigen Beliebtheit.
Bewertung: 6,5 von 10 Punkten.
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