Samstag, 7. Dezember 2013

Snow White and the Huntsman





















Regie: Rupert Sanders

Ein Schneewittchen namens Kristen...

Schon wieder hat Hollywood beim großen Märchenschatz der Gebrüder Grimm geklaut und mit "Snow White and the Huntsman" erschien 2012 eine neue Variante der Schneewittchens. Und wer - wenn nicht die berühmte Teenagerheldin Kristen Stewart, bekannt aus den Twilight Filmen - eignet sich besser in der Titelrolle. Ihre Gegenspielerin Charlize Theron ist nicht minder attraktiv und darf man so richtig die Böse Hexe rauslassen. Rupert Sanders ist der Regisseur dieses Blockbusters, der bei 170 Millionen Produktionskosten ca. 385 Millionen Dollar einspielen konnte. Erst vor kurzem habe ich als Vergleich den Märchenfilm "Red Riding Hood" angesehen, der mir besser gefiel, weil da auch etwas von den alten Hammerfilmen drin war. "Snow White and the Huntsman" empfand ich leider als sehr wenig begeisternd, der Film hat aber tolle Bilder und eine klasse Ausstattung. Allerdings müssen solche künstlich wie künstlerischen Bilder auch in einer dynamischen Dramaturgie eingebunden sein und hier schwächelt der Film dann deutlich.
Erzählt wird die Geschichte der Königstochter Snow White (Kristen Stewart), die als Tochter von König Magnus und Königin Eleanor, sehr früh mit einem gnadenlosen Schicksal konfrontiert war. Als Kind erlebt sie den Tod ihrer Mutter, der Vater heiratet erneut die junge unduirchsichtige Ravenna (Charlize Theron), die er während einer Schlacht aus einer Kutsche retten konnte. Er weiß leider nicht, dass er damit das Böse in Gestalt einer wunderschönen Frau ins Schloß holte, denn er fällt bereits in der Hochzeitsnacht seiner Mörderin zum Opfer. Ravenna ist eine mächtige Zauberin und Herrscherin der dunklen Armee, die nun das Land mit ihrem höriigen Bruder Finn (Sam Spruell) regiert.
Einige Gefolgsleute des toten Königs können fliehen, auch Snow Whites Freund William (Sam Clafin), Snow White selbst wird gefangen genommen. 15 Jahre im Kerker vergehen, dann gelingt dem Mädel die Flucht. Doch die Jagd beginnt. Der Huntsmann Eric (Chris Hemsworth) soll die Flüchtige aufspüren...


 Wie schon erwähnt: Auch hier liegt die Stärke in der Bildsprache, die allerdings nicht alles retten kann. Es fehlt den Figuren an Schärfe, am besten kommt da noch Charlize Theron als böse Zauberin weg, Kristen Stewart bleibt für mich - wie bereits in den Twilight Filmen - eher farblos und auch Chris Hemsworth war als "Thor" viel besser. Im Grunde ist die Geschichte auch nicht allzu gut austariert - die düstere Machart wird dann mal in der Mitte mit zuviel Humor einfach weggewischt, ich fand den Film - trotz der guten Kritiken - nicht wirklich überzeugend. Aber gut: Bald ist Weihnachten und in dieser Zeit dürfte dann das Gesamturteil etwas gnädiger ausfallen. 

Bewertung: 5 von 10 Punkten. 

Only God Forgives

























Regie: Nicolas Winding Refn

Rache in Bangkok...

Seit "Walhalla Rising" und "Drive" gilt der Däne Nicolas Winding Refn als riesige Regiehoffnung und mit seinem neuen Werk "Only God forgives" dürfte seine Fangemeinde noch wachsen. Allerdings ist dieser extrem hypnotische und magische Film nicht Jederrmanns Sache und dementsprechend unterschiedlich fallen die Kritiken dazu aus. Man wird sicherlich optisch beinahe erschlagen, so sehr legte der Filmemacher Wert darauf, dass seine Bilder wirken - sie werden stylisch und düster wahrgenommen und sind der eigentliche Motor des Films, sie treiben voran und es entstand eine Sogwirkung, wenn man sich darauf einlässt.
Erzählt wird in diesen auserlesenen Setting, innerhalb dieser grandiosen Bildsprache die Geschichte einiger gestrandeter Existenzen in Thailand. Dorthin hat es die Brüder Julian (Ryan Gosling) und Billy Thompson (Tom Burke) verschlagen. Die beiden Amis betreiben in Bangkok einen Boxclub. Julian hat früher selbst gekämpft, heute betreut er junge Boxer. Darüberhinaus verdienen sich die ungleichen Brüder, die allerdings beide hochkrominell sind, am Drogenhandel. Billy ist der brutalere von beiden, er tötet im Rausch eine noch minderjährige Prostituierte und wird dann von der Polizei noch am Tatort gestellt. Doch statt der Festnahme gibt der leitende Lieutenant Chang (Vithaya Pansingarm) dem Vater des Mädchens die Möglichkeit Billy brutal zu ermorden. Damit beginnt eine nicht enden wollende Spirale der Gewalt und Rache. Denn Crystal (Kristin Scott Thomas) die Mutter der Brüder reist ein und will Blut sehen. Dabei ist es ihr egal, dass die Tat ihres Lieblingssohns erst diese Gewaltorgie möglich machte. Sie empfindet Julians Bemühungen zu soft und schickt selbst Killer, um den Vater der Prostituierten zu killen. Während Julian sich mit der Edelprostituierten Mai (Ratha Phongarn) beschäftigt, wird das Szenario immer mehr mit tödlicher Gewalt überzogen...

Nicholas Winding Refn hat einen Film ohne Identifikationsfiguren geschaffen. Der Zuschauer bleibt irgendwo auf Distanz zu den Figuren, aber er hat Mühe sich der Geschichte und der Bilder zu entziehen - die suggerieren etwas sehr intimes in diesem surrealen Panoptikum der Rache und der Obsessionen. Nur sehr bruchstückhaft kann man einige der Figuren deuten. Dabei ist die Figur des Julian vielleicht die zerissenste, denn hier deutet sich ein labiler Charakter an, der nicht glücklich ist mit seinem Dasein als Krimineller und der irgendwie seinen guten Kern entdeckt. Kristin Scott Thomas darf sich richtig austoben als Horrormutter und Vithaya Pansingarn scheint aus einem David Lynch Film entsprungen zu sein, soviel Böses und Hintergründiges steckt in seiner Figur des Karaoke singenden Bullen.
Hinter der künstlerisch gestalteten, fast abgehobenen Kulisse manifestiert sich immer mehr eine dreckige Fassade. Manche werden den Film vielleicht kritisieren, weil er auf den ersten Blick vielleicht zu prätentiös und selbstgefällig erscheint. Es lohnt sich aber ein Blick hinter die Kulissen der Geschichte. Für mich neben "Stoker" und "Königreich des Verbrechens" der beste Film des Kinojahres.


Bewertung: 9,5 von 10 Punkten. 

A Place beyond the Pines

























Regie: Derek Cianfrance

Väter und Söhne...

Wieder drehte Regisseur Derek Cianfrance mit seinem Hauptdarsteller aus dem oscarnominierten "Blue Valentine".  Sein "A Place beyond the Pines" (Ein Platz über den Kiefern) ist im Grunde eine Mischung aus Thriller, Familientragödie und Coming of Age Geschichte und erzählt die Geschichte zweier Männer, deren Schicksal in sehr negativer Form eng miteinander verknüpft sein wird und sogar noch auf deren beider Söhne Einfluss nimmt.
Dabei unterteilt sich der Film in drei Episoden, die aber unmittelbar miteinander zusammenhängen. Lediglich die Episode 3 spielt dann 15 Jahre nach den Ereignissen der ersten zwei Handlungssträngen.
Es beginnt mit dem Stuntmotorradfahrer Luke Glanton (Ryan Gosling), der auf dem Jahrmarkt arbeitet und dabei ein kurzes Abenteuer mit der jungen Romina (Eva Mendes) hat. Eine weiterführende Beziehung wird es nicht geben, das weiß die junge Frau, deshalb verschweigt sie Luke, dass sie von ihm schwanger ist. Er verabschiedet sich von ihr und stellt in Aussicht, dass sie sich in einem Jahr wieder treffen könnten - dann kommt der Jahrmarkt erneut nach Schendectady im Bundesstaat New York. Ein Jahr später ist Romina mit Kofi (Mahershala Ali) verheiratet, als Luke vor der Tür steht. Dabei erfährt er von Rominas Mutter, dass er der Vater des Babys ist. Hier flackert dann plötzlich so etwas wie Verantwortungsgefühl bei dem jungen, umtriebigen Mann auf und er beschließt ab sofort für seinen Sohn zu sorgen. Alles was er aber richtig gut kann, ist Motorradfahren. Durch seinen Bekannten Robin (Ben Mendelsohn) kommt er auf die Idee Banken auszurauben und fortan wird dies seine Beschäftigung. Das Schicksal will es, dass es damit zu einer folgenschwere Begegnung mit dem jungen, aufstrebenden Polizisten Avery Cross (Bradley Cooper) kommen soll. 15 Jahre später lernen sich auch die Söhne von Avery und Luke kennen. Averys Sohn AJ (Emory Cohen) wurde zur gleichen Zeit wie Jason (Dane DeHaan), dem Sohn von Romina...

 "The Place beyond the Pines" ist sicherlich einer der interessantesten Filme dieses Jahres, extrem lobenswert ist das ausserordentlich intelligente Drehbuch, dass Cianfrance gemeinsam mit Ben Coccio und Darius Marder geschrieben hat. Die drei Episoden fügen sich perfekt zu einer Einheit zusammen. Das dies so funktioniert ist der guten Ensembleleistung zuzuschreiben. Natürlich muss man auch anmerken, dass Ryan Gosling in diesem Jahr einfach in sehr guten Filmen mitspielt. Somit ist "The Place beyond the Pines" ein genauso großer Wurf wie sein "Only God Forgives", in dem er von Nicolas Winding Refn (ebenso das zweite Mal) eingesetzt wurde. Vergleichbar sind beide Filme eher nicht, denn "The Place beyond the Pines" ist weit davon entfernt ein Kunstfilm im Stil des dänisches Filmemachers zu sein. Er ist wie gesagt eher ein sehr stimmungsvoller Film über das Schicksal und über das Thema "Verantwortung" oder den zu suchenden Platz im Leben, gezeigt an den beiden Protagonisten Luke und Avery, aber beide Lebenswege werden - ohne große Anstrengung - in Richtungen gelenkt, die man so gar nicht wollte. Am Ende zählt vielleicht der angemessene, ehrliche Umgang mit Schuld und Sühne. Dies vermittelt der Film sehr stark. Action, Thriller und Drama sind virtuos miteinander verbunden. 


Bewertung: 9 von 10 Punkten. 

Freitag, 6. Dezember 2013

Die fantastische Welt von Oz


















Regie: Sam Raimi

Young Wizard of Oz...

Victor Flemings 1939 entstandener "Wizard of Oz" ist die großartige Verfilmung des gleichnamigen Kinderbuch des amerikanischen Schriftstellers Lyman Frank Baum. Dieser in Dreistreifen-Technicolor inszenierte Klassiker zog einige Remakes und Fortsetzungen nach sich, die jüngste davon ist die 2013 von Sam Raimi als "Oz the Great and Powerful" (Deutscher Titel: Die fantastische Welt von Oz) gedrehte Vorgeschichte zu dem Original. Der Film spielt wieder in Kansas, im Jahr 1905 und erzählt davon wie der Zauberer von Oz nach Oz kam und zu diesem legendären Zauberer wird. Genauso wie Dorothy muss aber auch der Zauberkünstler Oscar Diggs (James Franco) erstmal dorthin gelangen. Der Mann vom Wanderzirkus ist ein Schürzenjäger und seine Zauberkünste basieren auf billigen Taschendiebtricks. Immer wieder wird er von den Zuschauern entlarvt. Ein Glück, dass ein Sturm aufzieht und aus dem eingeengten Schwarz-Weiß Bild, navigiert mit dem Heißluftballon durch einen riesigen Tornado sich plötzlich für unserern Zauberer die bunte, pralle Welt des Märchenlandes Oz auftut. Dort wird der Zauberer eigentlich schon erwartet. Theodora (Mila Kunis), eine gute Hexe des Westens empfängt ihn und auf dem Weg zu deren Schwester Evanora (Rachel Weisz), der Hexe des Ostens, die in der Smaragdstadt lebt, findet der Magier in den Affen Finlay (Zach Braf) einen treuen Diener. Immerhin konnte er diesen vor einem wilden Löwen retten. Im Schloß erzählt man ihm dann von der bösen hexe des Südens,  Glinda (Michelle Williams) . Dieser gefährlichen Hexe soll er den Zauberstab entwenden, denn ohne ihren Stab verliert sie ihre Macht und auch ihr Leben. Oscar macht sich gemeinsam mit Finlay auf seine Mission zum Erfolg zu führen. Unterwegs lesen sie das Porzellanmädchen (Joey King) auf. Und bald macht er die Bekanntschaft mit Glinda...

 Dieser Film ist wie gemacht für die kommenden Festtage und tatsächlich gelang es Sam Raimi den Geist des Originals in seine 3D Verfilmung - trotz massivem Einsatz von CGI Tricks - einfliessen zu lassen. Vielleicht war dies ja auch schon alleine deswegen nicht so schwierig, weil ja auch der Flemming Klassiker eine extreme Künstlichkeit aufweist, diese aber so opulent zelebriert, dass man visuell einfach überwältigt wird. In den besten Szenen seines Prequels gelingt dies auch Sam Raimi. Die Figuren wie Finlay, Tinker, Knuck und vor allem das Porzellanmädchen lassen auch viel Disney Feeling aufkommen. Mila Kunis darf sich am Ende noch sehr erfolgreich als Hexe des Westens austoben und tritt somit optisch bestens in die Fußstapfen von Margaret Hamilton treten, die unvergessliche Darstellerin im Film von 1939.
Natürlich fehlt es ein bissel an Spannung und den Film begleitet von Anfang bis Ende diese Künstlichkeit, die aber wie bereits erwähnt, zu Oz halt dazugehört wie die gelbe Steinstraße. Wenn der Film öfters zu den Festtagen ausgestrahlt wird, dann steht nichts im Wege, dass auch diese Fortsetzung ein Klassiker werden könnte. Optisch ist das Werk perfekt und mit beinahe 500 Millionen Dollar Einspielergbnis ist es nicht ausgeschlossen, dass die Kinozuschauer bald wieder nach Oz reisen. Vieles erinnert an die Machart von Tim Burton.

Bewertung: 6,5 von 10 Punkten.
 

The Square

























Regie: Nash Edgerton

Dunkler Blick auf ein unbarmherziges Schicksal...

Dieses Geld könnte mit einem Schlag so ziemlich alle Probleme lösen: Denn Raymond Yale (David Roberts) und Carla Smith (Claire van der Boom) sind Nachbarn, der Fluß trennt die beiden Häuser,  bräüchten um aus dem Alltag auszubrechen und einen Neuanfang zu starten dieses wichtige Startkapital.  Verlieren würden sie zwar 1) ihre derzeitigen Ehepartner - was zu verschmerzen wäre und 2) ihre Existenz - was schon schwerwiegender ist. Momentan stehen beide gut da, Raymond ist ordentlich verdienender Vorarbeiter für den Bau eines neuen Freizeit-Resorts des Immobilienentwicklers Gil Hubbard (Bill Hunter) und Carla hat mit Greg (Anthony Hayes) einen Kleingangster als Gatten, der vor kurzem - wohl durch einen Banküberfall - an ziemlich viel Kohle gekommen ist.  Diese Beute hat er in einem Seesack im Haus versteckt und Carla weiß wo es ist. Während sie sich immer wieder heimlich treffen - die beiden Hunde der Familie haben sich auch schon kennen und lieben gelernt - entsteht der Haus der Smith´s abzufackeln, wenn alle unterwegs sind.  Vorher natürlich nimmt Carla das Geld an sich.  Zu diesem Zweck engagiert Raymond den Kleinganoven Billy (Joel Edgerton), der Brandstifter spielen soll, während alle bei einer Weihnachtsfeier sind. Doch der Plan geht gründlich schief. Gregs Mom ist nämlich im Haus, als Raymond dies erfährt will er natürlich alles absagen, doch er erreicht nur Billys jüngere Schwester (Hanna Mangan-Lawrence), die ihm nur noch sagen kann, dass Billy schon losgefahren ist...

 "The Square" ist ein sehr glaubwürdig gespielter und inszenierter Neo-Noir Thriller aus dem Jahr 2008.  Das Drehbuch des australischen Films stammt von Joel Edgerton, Regie führte sein Bruder Nash Edgerton. Dabei kommt dem Film sehr zugute, dass die Darsteller alle sehr unverbraucht und authentisch wirken - sie sehen tatsächlich aus wie die Nachbarn von Nebenan und das macht die Geschichte dann auch ziemlich rund.
Verglichen wird "The Square" öfters mit "Blood Simple", dem Frühwerk der Coen Brothers. Mir gefiel vor allem der leicht sadistische Einschlag, den der Regisseur für seine Protagonisten bereithält. Es geht nämlich so ziemlich alles schief, was schief laufen kann und selbst für das Hundepaar gibts kein Happy End. Diese Nebenhandlung hat sogar eine der besten Szenen des Films, denn deren Schicksal hat dann starke Ähnlichkeit mit dem Schicksal von Herrchen und Frauchen.
Optisch überwiegt eine gewisse Trostlosigkeit, wenig Farbe.

Bewertung: 7,5 von 10 Punkten.

Mittwoch, 4. Dezember 2013

Enemies - Welcome to the Punch





















Regie: Eran Creevy

Duell zwischen Cop und Verbrecher...

"Welcome to the Punch" heißt der britische Copthriller von Eran Creevy und erzählt in einer extrem stylischen Optik vom beinahe schon bessessen Wunsch des Cops Max Levinsky (James MacAvoy) den berüchtigten Gangster Jacob Sternwood (Max Strong) zu ergreifen, dem er schon seit Jahren auf der Spur ist und der in Island untergetaucht sein soll. Damals handelte Lewinsky beinahe schon im Alleingang und hat sämtliche Befehle seiner Vorgesetzten missachtet, um doch noch die auf Motorrädern flüchtenden Gangster zu stellen. Von deren Boss Sternwood wird er aber überwältigt und ins Bein geschossen. Seit dieser Zeit plagen ihn Alpträume, Selbstzweifel aber auch kröperliche Schmerzen. Doch der Zufall will es, dass der junge Polizist noch einmal seine Chance bekommt. Auf dem London Airport wird ein junger Mann aufgegriffen, der durch eine Schußwaffe zusammenbricht. Sehr schnell stellt sich heraus, dass es sich dabei um Ruen (Elyes Gabel) handelt, dem Sohn von Sternwood. Nun erhofft man sich bei der Polizei, dass Sternwood durch dieses Unglück wieder in die Stadt an der Themse zurückkehrt. Lewinsky bekommt diesen Fall und überwacht gemeinsam mit seiner engagierten jungen Kollegin Sarah Hawkes (Andrea Riseborough) das Krankenhaus rund um die Uhr. Was sie noch nicht ahnen ist der Zusammenhang des angeschossenen Sternwood Sohns mit dem möglichen Killer Dean Warns (Johnny Harris), den sie momentan verhören. Bald muss Lewinsky sogar erkennen, dass er mit Sternwood zusammenarbeiten muss, um den noch viel machtigeren Gegner in eigenen Reihen aufzuspüren...


Britische Thriller sind meistens sehr realistisch geraten und mit "The Crime" war erst vor kurzem ein ganz ausgezeichneter Genrevertreter zu sehen. So gut ist "Enemies - Welcolme to the Punch" leider nicht geworden, aber für gute, spannende Krimiunterhaltung reicht es auf alle Fälle. Sehr lobenswert die Darstellerriege mit McAvoy, Marc Strong und der bereits in "Oblivion" positiv aufgefallener Andrea Riseborough. Erzählt wird in der Geschichte eigentlich nichts Neues, daher ist zwar alles solide gemeistert - aber innovative Reize sucht man vergebens bei der Story um eine Verschwörung zwischen Politik und Gesetzeshüter. Regisseur Eran Creevy hat einerseits den Thriller, der im Londoner Osten mit seinen gläsernen Hochhausfassaden spielt, sehr düster und andererseits sehr kühl inszeniert und eine Noir Optik suggeriert

 Bewertung: 6,5 von 10 Punkten. 
 

Olympus has fallen

























Regie: Antoine Fugua

Mister Präsident in Gefahr...

Als König Leonidas in Zack Snyders Schlachtenepos "300" wurde Gerard Butler über Nacht berühmt, es folgten "RocknRolla" und an der Seite von Jamie Foxx der Thriller "Gesetz der Rache", in dem Butler auch eine gute Figur im alltbekannten Revenge-Genre macht. Nun scheint es so, als wolle man Butler als neuen Actionhelden aufbauen, da auch ein Bruce Willis inzwischen deutlich in die Jahre gekommen ist und neue Helden braucht die Sparte. Ganz gut ins Konzept passt da der Verschwörungsthriller "Olympus has fallen", ein typicher Actioner rund ums weiße Haus. Größtes Ziel ist es, den Präsidenten nicht an Terroristen zu verlieren.
Aber vorerst lernen wir mit Mike Banning (Gerard Butler), den besten Leibwächter von US-Präsident Benjamin Asher (Aaron Eckhard) kennen. Der Agent des Secret Service ist eigentlich schon mit dem Staatsoberhaupt gut befreundet, doch eine Fahrt von Camp David endet in einem folgenschweren Unglück. Die First Lady (Ashley Judd) verünglückt tödlich in der Präsidentenlimousine, nur Asher selbst kann von Banning gerettet werden. Somit hat der kleine Connor (Finlay Jacobsen) keine Mutter mehr. Banning quittiert den Dienst und gibt sich die Schuld am Tod der Präsidentengattin. Inzwischen sind 18 Monate vergangen, Banning arbeitet beim Finanzministerium, direkt um die Ecke vom Weißen Haus. Dort trifft eine südkoreanische Delegation mit ihrem Ministerpräsidenten ein. Doch der nordkoreanische Terrorist Kang (Rick Yune) hat bereits seinen perfiden Terrorplan eingeleitet. Er nimmt den Präsidenten im Weißen Haus gefangen und will nun mit dieser Geisel und anderen hochrangigen Regierungsmitgliedern, u.a. Verteidigungsministerin MacMillian (Melissa Leo) den Abzug amerikanischer Truppen auf der koreanischen Halbinsel erzwingen. Ausserdem will der Superböse mit Hilfe der drei Zugangscodes Macht über sämtliche Nuklearwaffen der USA bekommen. Um Handlungsfähig zu bleiben wird Allan Trumbull (Morgan Freeman) zum neuen Präsident gewählt und Banning ist natürlich auch schon zur Stelle...

 Leider ist das Szenario ziemlich vorhersehbar und daher sogar ein bissel unspannend. Dabei hat Gerad Butler als nicht ganz so perfekter Held gute Karten irgendwann zur Action Kultfigur zu werden. Allerdings funktioniert der Actionthriller von Antoine Fugua nicht ganz so effektiv wie "Gesetz der Rache", der viel mehr Power an den Tag legt. Es ist sowieso interessant wie qualitativ unterschiedlich Fuguas Filme ausfallen: Training Day und Gesetz der Straße halte ich für seine besten Filme, dagegen sind "Tränen der Sonne" mit Bruce Willis oder "Shooter" eher Durchschnittsware für mich. "Olympus has fallen" plätschert mit 120 Minuten etwas unausgewogen vor sich hin. Ein Überraschungseffekt in der Story hätte der konventionellen Geschichte sicherlich etwas Auftrieb gegeben. Hängen bleibt allerdings der starke Kurzauftritt von Melissa Leo, die als Verteidigungsministerin lieber in den Tod geht als vor dem Terror zu kuschen. Im Angesicht des nahen Todes schreit sie noch ein kräftiges "God bless America" heraus - das ist sicherlich die bemerkenswerteste Szene des ansonsten eher durchschnittlichen Politthrillers. 

Bewertung: 5,5 von 10 Punkten.