Regie: Ching Siu Tung
Das Geheimnis der stummen Frau...
Bei der Vergabe der Hongkong Film Awards im Jahr 1991 erhielt der
Wuxia Kultfilm "Meister des Schwerts" (Swordsman) zwei Auszeichnungen -
ebenfalls zwei Preise gab es bei der 27sten Verleihung des Golden Horse
Awards im gleichen Jahr. In beiden Verleihungen wurde der Filmsong "A
Sound of Laughter in the vast sea - Chong Hoi Yat Sing Siu", komponiert
und getextet von James Wong und in Kantonesisch gesungen von Sam Hui in
der Kategorie "Bester Filmsong" jubeln.
Der Song war so einprägsam, dass er auch in Teil 2 zum Einsatz kam.
"Meister des Schwerts" war eigentlich als großes Comeback für den
Filmemacher King Hu gedacht, der aber nach einem Zerwürfnis mit dem
Produzenten Tsui Hark die Produktion gegen Ende verließ, so dass der
Film ohne ihn fertiggestellt werden musste. Ching Siu-tung, Tsui Hark
selbst sowie Raymond Lee, Ann Hui und Andrew Kam in Gemeinschaftsarbeit
stellten den Film fertig - der Respekt für King Hu war aber so hoch,
dass man nicht vergaß ihn in den Credits zu nennen und zu würdigen.
Natürlich wurde "Meister des Schwerts" ein großer Klassiker des
Genres, der so erfolgreich war, dass er zwei Fortsetzungen nach sich
zog, die ebenfalls gute Kasse in den Kinos machten.
"Swordsman 2" wurde 1992 in Hongkong realisiert und basiert lose
auf dem Roman "The Smiling, proud Wanderer" von Louis Cha. Unter der
Regie von Ching Siu-Tung spielte diesmal statt Sam Hui der talentierte
Nachwuchsstar Jet Li diesen mutigen Schwertkämpfer. Jet Li legte mit
diesen Wuxia Filmen den Grundstein für seine spätere Karriere in
Hollywood. "Swordsman 2" spielte alleine in Hongkong 34 Millionen HK$
ein und ist bis heute der erfolgreichste Film von Jet Li in Hongkong.
Die interessanteste Rolle in "Swordsman 2" hat jedoch Brigitte Lin
als geheimnisvolle Dongfang Bubai, Anführerin des Sun Moon Holy Cult
erhalten.
Linghu Chong (Jet Li) und Yue Lingshan (Michelle Reis), beides
Mitglieder der Mount-Hua-Schule planen, sich aus der Gemeinschaft der
Kampfkünstler zurückzuziehen. Sie erfahren, dass Dongfang Bubai
(Brigitte Li) die Kontrolle über den heiligen Sonne-Mond-Kult übernommen
hat und insgeheim mit einigen japanischen Ronin und Samurai plant,
gegen das Ming-Reich zu rebellieren und China zu beherrschen. Dongfang
Bubai hatte sich selbst kastriert, um die Fertigkeiten des berühmten
Sonnenblumen-Handbuchs zu meistern. Dadurch wird sein Aussehen immer
weiblicher geworden, obwohl er ein noch viel beeindruckender
Kampfkünstler geworden ist. Inzwischen klingt nur noch seine Stimme sehr
männlich und seine Geliebte Sishi (Candice Yu) sorgt sich darum, weil
sie merkt, dass sich ihr Lover immer mehr in eine Frau verwandelt.
Linghu Chong trifft Dongfang Bubai zufällig, ohne seine wahre
Identität zu kennen, verwechselt ihn mit einer schönen jungen Frau und
verliebt sich in "sie". Er wird von ihr ohne zu wissen, dass sie
dahintersteckt in ein unterirdisches Verlies gesperrt. Im Kerker trifft
Linghu Chong zufällig auf Ren Woxing (Yen Shi-kwan, Ren Yingyings den
ehemaliger Anführer der Sonne Mond Sekte. Linghu Chong kann sich und den
Meister befreien, sehr zum Gefallen seiner früheren Flamme RenYingying
(Rosamund Kwan), die sich sehr freut Linghu Chong nach vielen Monaten
wieder zu sehen...
Natürlich entwickelt sich die Geschichte in die vorhersehbare
Richtung, dass der edle Schwertkämpfer zuerst einmal ordentlich verhext
wird von einer schönen Frau, die eigentlich ein Mann ist. Der Film
bietet für einen Wuxia Film eine der interessantesten Filmfiguren
überhaupt. Bei King Hu trat sehr oft der kampferprobte, überstarke
Eunuch ins Geschehen, aber Dongfang Bubai ist ein Mann, der sich immer
mehr zur Frau entwickelt, sich irgendwann von seiner Geliebten abwendet
und für den jungen Swordsman erotische Gefühle entwickelt. Mit dieser
originellen Idee gelangt Ching Siu Tungs Film ebenfalls in den
Klassikerstatus der Martial Arts Movies.
Bewertung: 7,5 von 10 Punkten.
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