Montag, 17. August 2020

Feuerwerk am hellichten Tage

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Diao Yinan

Schwarze Kohle, Dünnes Eis...

Für seinen 2014 entstandenen Neo Noir "Feuerwerk am hellichten Tage" (internationaler Titel: Black Coal, Thin Ice) erhielt der chinesische Regisseur Diao Yinan den Goldenen Bären der Filmfestspiele in Berlin. Auch Hauptdarsteller Liao Fan als desillusionierter Cop Zhang Zili wurde mit dem Silbernen Bären geehrt.
Durch die überraschende Wertschätzung in Berlin lief der Film auch anschließend recht erfolgreich in den Kinos und spielte weltweit ca. 17 Millionen Dollar ein.
Vielleicht schwächelt der interessante, sehr behutsam inszenierte Thriller gegen Ende etwas, denn die Auflösung ist vielleicht zu wenig raffiniert konzipiert. Grandios ist aber die Atmosphäre und die oft bei Nacht gezeigten Stadt, die in Regen und Schneefall getaucht ist und die man als Tristesse pur bezeichnen kann.
In dieser kargen Industriestadt im Nordwesten Chinas lebt der Polizist Zhang Zili (Liao Fan). Im Jahr 1999 erschüttert eine Mordserie die Region. Leichenteile werden in mehreren kohleverarbeiteten Werken gefunden. Ein erster Hinweis führt zu dem in der Kohleindustrie angestellten Liang Zhijun (Yuebing Wang). Doch der scheint verstorben zu sein. Wenig später haben Zhang Zili und seine drei Kollegen zwei weitere Verdächtige ausfindig gemacht. Die jungen Männer arbeiteten als Fahrer für die Kohlewerke. Bei ihrer Festnahme passiert aber eine dicke Panne, da einer der Männer an eine Waffe kommt und zwei Kollegen von Zhang Zili erschießt. Nur er und sein Freund Wang (Ai Lei Yu) überleben den Angriff. Doch dieses Ereignis führt schließlich dazu, dass Zhang Zili seinen Job quittiert und mehr oder weniger freudlos als Wachmann weitermacht. Fünf Jahre vergehen...zufällig trifft er seinen alten Kollegen Wang, der gerade eine junge attraktive Frau observiert. Diese Frau heißt Wu Zhizen (Kwai Lun-Mei) und ist die Witwe  des verstorbenen Arbeiters, der damals verdächtigt wurde. Es ist erneut Leichenteile aufgetaucht und die neue Spur führt zu der Witwe, die als Wäscherin in n einem kleinen Reinigungsbetrieb des älteren Rong Rong (Jinchun Wang) arbeitet. Die Frau weckt Zhangs Interesse, der lange Zeit stark trank und seine eigene Verwahrlosung nicht aufhalten wollte. Während dieser Begegnung mit seinem ehemaligen Kollegen erfährt Zang, dass alle Toten mit der Frau eine Verabredung hatten und dass auch Schlittschuhe eine große Rolle bei den Mordfällen spielen. Zhang bringt nun öfters Klamotten in die Reinigung, in der Hoffnung, dass er dadurch die junge Frau kennenlernen kann. Dieses Interesse bleibt nicht lange verborgen, doch zunächst sieht es so aus als würde die Frau ihn abweisen. Doch sie lässt sich bald einladen gemeinsam die Eisbahn zu besuchen. Hat sich der ExCop vielleicht in eine Femme Fatale verguckt ?
 


In China selbst lief der Neo Noir Thriller in einer gekürzten und harmloseren Fassung. Die SexSzene auf dem Riesenrad verschwand und auch das Ende als ein Verrückter auf dem Dach des Hochhauses ein gefährliches Feuerwerk entfacht ist leicht gekürzt worden. Dabei bleibt der Film bis zum Schluß interessant. Die Ausgangslage ist äusserst düster und man kann spüren, dass der Protagonist immer mehr in Gefahr gerät - man kann aber nicht genau orten von wem diese Gefahr tatsächlich ausgeht. Dieses Szenario von Angst wird allerdings vom Regisseur mit etwas Poesie verfeinert, was dem Film eine starke Eigenständigkeit verleiht. Die Konstellation ist den klassischen Noirs sehr nahe, allerdings wird es deutlich, dass es Diao Yinan sehr wichtig war diese Motive ins China von Heute zu transportieren.


 

Bewertung: 8 von 10 Punkten.

Schlacht um Midway

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Jack Smight

Die entscheidende Schlacht...

"Schlacht um Midway" war der zweite von nur vier Filmen, die mit einem Sensurround-Soundmix im Kino liefen. Ein Verfahren, bei dem spezielle Lautsprecher installiert werden mussten. Dabei wurde der reguläre Soundtrack (Dialog, Hintergrund, Musik) durch eine zweite optische Spur erweitert, die sozusagen dem niederfrequenten Rumpeln eine Stimme gab. Die Kampfszenen hörten sich dann so an, als wäre man mittendrin. Der erste Sensurround-Film "Erdbeben" war auch gleichzeitig der erfolgreichste dieses Filmquartetts. Nach "Schlacht um Midway" wurden auch "Rollerball" und "Kampfstern Galactica" mit diesem Verfahren ausgestattet.
Erfolgreich waren diese Filme alle an der Kasse. "Schlacht um Midway" spielte 43 Millionen Dollar ein und katapultierte sich mit diesem hervorragenden Ergebnis auf Platz 10 der Jahreskinocharts. Fur Regisseur jack Smight (Ein Fall für Harper, Bizarre Morde, Giganten am Himmel, Straße der Verdamnis) war es einer seiner erfolgreichsten Filme.
"Schlacht um Midway" ist sichtlich bemüht dem Zuschauer ein realistisches Kriegsszenario anzubieten und orientiert sich sicherlich an Richard Fleischers "Tora Tora Tora" - ein Film, der ebenfalls auch die japanische Seite bei den Vorbereitungen der kommenden Schlacht beobachtet hat.
Natürlich musste auch ein bisschen private Emotion sein und so bekommt die Hauptfigur Captain Garth, gespielt von Charlton Heston, einen Sohn (Edward Albert), der sich als Fähnrich ebenfalls in den Kampfhandlungen befindet und darüberhinaus noch ein Problem mit seinem Liebesleben hat. Er hat sich in eine Japanerin (Christina Kokubo) und nach dem Angriff auf Pearl Harbor löst so eine Liason nicht gerade Begeisterungsstürme aus.
Die kaiserliche Marine Japans ist bis 1942 ungeschlagen und hat die amerikanische Marine schwer geschädigt. Der japanische Chefstratege Admiral Yamamoto (Toshiro Mifune) erstellt einen Schlachtplan, um die wenigen verbliebenen amerikanischen Flugzeugträger zu vernichten. Von den Japanern unentdeckt haben die amerikanischen Geheimdienstler unter der Führung von Commander Rocheford (Hal Holbrook) den japanischen Verschlüsselungscode geknackt. Die Amerikaner und ihr Admiral Chester W. Nimitz (Henry Fonda) wissen nun, dass Yamamoto einen Großangriff auf Midway plant und sind so den feindlichen Japanern einen Schritt voraus. Durch dieses Wissen gilt die "Schlacht um Midway" als erster Wendepunkt im Pazifikkrieg, den diese historische Trägerschlacht im Juni 1942 gewannen die US-Streitkräfte. Eine Wiederholung von Pearl Harbor auf Hawaii wurde verhindert.
Die Amis verloren zwar einen Flugzeugträger, einen Zerstörer, 98 Trägerflugzeuge und hatte 307 Tote zu beklagen. Doch die Japaner wurden viel härter getroffen und verloren neben einem Kreuzer 4 Flugzeugträger mit ca. 300 Trägerflugzeugen und verzeichneten ca. 4.800 Tote. Von dieser Niederlage konnte sich die japanische Marine nicht mehr erholen....



Mit einem riesigen Staraufgebot - bei Katastrophenfilmen in den 70ern üblich - konnte  nicht viel schiefgehen. Es konnten Stars wie Robert Wagner, James Coburn, Robert Mitchum, Glenn Ford, Cliff Robertson, Pat Morita und Robert Webber für den Film gewonnen werden. Sehr gut war die Arbeit der Editoren, die alte Aufnahmen vom Pazifikkrieg mit den neuen Aufnahmen mischten, ohne das diese Vorgehensweise stören würde. Die Kameraarbeit stammt von Harry Stradling jr.. die Musik wurde von John Williams geschrieben.



Bewertung: 6,5 von 10 Punkten. 

Sonntag, 9. August 2020

Copland

























Regie: James Mangold

Sheriff in Garrison...

Die Filme von James Mangold brachten den Schauspielerinnen Angelina Jolie und Reese Witherspoon viel Glück, denn beide hatten am Ende ein Oscar in der Hand. Angelina Jolie für ihre Rolle als Soziopathin Lisa in "Girl, Interrupted" und Reese Witherspoon als June Carter in "Walk the Line". Auch der 2019 entstandene "Le Mans" bekam einige Nominierungen und Preise. Sehr erfolgreich an der Kasse waren seine beiden X-Men Filme "Wolverine - Weg des Kriegers" mit 415 Millionen und "Logan - The Wolverine" mit 619 Millionen Dollar Einspielergebnis. Ausserdem versuchte sich Mangold im Horrorgenre mit "Identität", mit "Todeszug nach Yuma" im Westernfach und sein 1997 inszenierter Copthriller entpuppt sich als starker Neo Noir Beitrag, in dem Hauptdarsteller Sylvester Stallone endlich auch mal den Beweis antreten kann, dass er ein nicht nur eine ActionIkone, sondern auch ein guter Schauspieler ist.
Da fehlt weder der Erzähler aus dem Off, es gibt die typischen Rückblenden wie bei den 40er Jahre Filme der Schwarzen Serie und der Protagonist ist ein Mann mit Vergangenheit und ohne große Zukunft. Hinzu kommt seine eigene Verstrickung in den Strukturen einer von Korruption beherrschen Kleinstadt - es handelt sich um Garrison in New Jersey. Sozusagen Provinz in der unmittelbaren Nachbarschaft der Metropole New York. Es leben auch sehr viele Beamte des NYPD in Garrison, Lieutenant Ray Donlan (Harvey Keitel) ist sozusagen der Boss dieser eingeschworenen Gemeinschaft. Der durch einen Unfall auf einem Ohr taube Freddy Heflin (Sylvester Stallone) ist Sheriff der Stadt und diesen Posten verdankt er seinem Gönner Ray. Gerne wäre Heflin auch ein Cop beim NYPD, doch seine Schwerhörigkeit machte ihm einen Strich durch die Rechnung. In Garrison hat er nicht so arg viel zu tun. Er muss nur die Einwohner schützen, von denen viele Cops sind und die nach dem Dienst in New York erschöpft nach Hause zu ihren Familien zurückkehren. Es sind Männer wie Jack Rucker (Robert Patrick), Leo Crasky (John Spencer), Joey Randone (Peter Berg), Gary Figgis (Ray Liotta) oder Murray Babitsch (Michael Rapaport). Gerade Murray, Neffe von Ray, wird eine große Zukunft beim NYPD vorausgesagt, doch eines Abends nach einer Feier, passiert dem Youngster ein schwerwiegender Fehler. Als er über die George Washington Brücke fährt, wird er von einem anderen Wagen an der Seite gestreift. Als er diesen Wagen verfolgt glaubt Murray, dass einer der beiden Insassen (ein dunkelhäutiger Mann) ein Gewehr in der Hand hält. Doch es war der Stab eines Lenkradschlosses, dass der Mann in seiner Hand hielt. Der Cop eröffnet das Feuer und trifft die Insassen im anderen Wagen.  Die Fehleinschätzung wird aber erst nach dem darauffolgenden Autocrash festgestellt. Beide Verdächtige verlieren das Leben. Um den Vorfall zu vertuschen, entscheidet Ray Conlan, der vor Ort die Ermittlungen aufnimmt, dass der Neffe einen Selbstmord vortäuschen muss. Dadurch setzt sich eine Dynamik in Gang, die die korrupte Seite der Cops offenlegt. Moe Tilden (Robert de Niro) ist der Mann für interne Ermittlungen, der versucht Licht ins Dunkel zu bringen...



Am Ende muss allerdings der schwerhörige Sheriff sein Ding durchziehen und beschert Sylvester Stallone eine wirklich gute Rolle. Nicht alles in "Cop Land" ist total schlüssig, aber die Atmosphäre stimmt und der Film hat alles was der Fan von düsteren Noirs erwartet. In weiteren Nebenrollen sind Anabella Sciora, Noah Emmerich Janeane Garofalo zu sehen. James Mangold ist bekannt dafür, dass er auch die Scrips für seine Filme selbst schreibt - auh hier hat er den düsteren Stoff selbst entworfen. Das Budget des Films betrug 15 Millionen Dollar, dank der Starbesetzung wurde an der Kasse ein Umsatz von 64 Millionen Dollar erzielt.


Bewertung: 8 von 10 Punkten.

Donnerstag, 6. August 2020

Arlington Road


Regie: Mark Pellington

Komplott Nebenan...

"Arlington Road" aus dem Jahr 1999 ist ein Neo Noir Thriller des Regisseurs Mark Pellington, der insgesamt nur sehr weniger Spielfilme realisiert hat. Pellington machte sich zuerst einen guten Namen als MusicClip Regisseur und drehte für Bands wie Pearl Jam, De La Soul, Public Enemy, Alice in Chains Bon Jovi, Therapy?, Nine Inch Nails, Inxs oder Anthrax, bevor er 1997 mit "Going all the Way" sein Regiedebüt absolvierte. Nachfolger wurde "Arlington Road", der immerhin 41 Millionen Dollar an der Kinokasse einspielen konnte. 2002 inszenierte er den Mystery Thriller "Mothman Prophecies" mit Richard Gere, der das gute Ergebnis von "Arlington Road" noch um 10 Millionen Dollar übertrumpfte.
Der Film erzählt die Geschichte eines verwitweten Professors der George Washington Universität, der irgendwann vermutet, dass seine netten Nachbarn Terroristen sind und einen großen Anschlag planen. Natürlich versucht er alles um diesen teuflischen Plan zu vereiteln. Der Film holte sich die Inspiration natürlich von der paranoid geprägten Kultur der neunziger Jahre, in dieser Zeit verstärkten sich die rechtsradikalen Kräfte wie die Milizbewegung Ruby Ridge.  Die Belagerung von Waco fand statt und die Bombardierung des Murrah Federal Buliding in Oklahoma City im Jahr 1995 sorgte für Angst und Schrecken.
Filmische Referenzen gibts haufenweise, mich erinnerte die Geschichte an die alten Paranoia Klassiker aus den 30er und 40er Jahren, beim dem sich ein ganz normaler Bürger plötzlich in einer Verschwörung wiederfindet. Staatsfeinde aus dem Inneren wollen die bestehende Ordnung aus dem Fugen heben und der "Held" der Geschichte befindet sich einer gewissen Ohnmacht, weil sein Verdacht so absurd ist, dass ihm auch keiner glaubt. Fritz Lang und Alfred Hitchcock haben solche Stoffe sehr gerne inszeniert und "Arlington Road" bietet dem interessierten Zuschauer ein Update dieser klassischen Motive.
Jeff Bridges spielt diesen Michael Faraday, der an der Uni Geschichte unterrrichtet. Er hat seine Frau, die für das FBI tätig war, verloren und muss seinen 10jährigen Sohn Grant (Spencer Treat Clark) nun alleine erziehen. Er gibt dem FBI eine große Mitschuld am Tod seiner Frau, die während eines gewagten und umstrittenen Einsatzes erschossen wurde.
Langsam versucht er sich von dem Schock zu erholen und hat eine Beziehung mit seiner ehemaligen Assistentin Brooke Wolfe (Hope Davis) aufgebaut. Eines Tages wird Faraday zu Lebensretter. Als er mit seinem Auto nach Hause kommt, sieht er auf der Straße einen kleinen Jungen (Mason Gamble)  torkeln. Der Junge hat schwere Brandverletzungen und durch das schnelle Eingreifen kann der Junge im Krankenhaus gerettet werden. Es stellt sich heraus, dass der Junge das Kind von Michaels Nachbarn Oliver (Tim Robbins) und Cheryl Lang (Joan Cusack) sind, die natürlich sehr dankbar sind.
Damit wäre das Eis gebrochen und einer Freundschaft unter Nachbarn steht nun nichts mehr im Wege. Dennoch beschleicht Michael bald das seltsame Gefühl, dass die extrem liebenwürdigen Nachbarn irgendwas zu Verbergen haben. Mehr noch: Michael entwickelt die fixe Idee, dass sein Nachbar ein gefährlicher Terrorist sein könnte, der einen Anschlag vorbereitet...



Diese Geschichte wurde von Ehren Kruger verfasst und das Drehbuch ist nicht ganz in schlüssig. Dennoch kann der Film eine echte Hochspannung aufbauen, was natürlich vor allem an dem hervorragenden Cast liegt. Jeff Bridges beweist einmal mehr was für ein großer Ausnahmeschauspieler er ist und Tim Robbins und Joan Cusack als reißende Wölfe im Schafspelz stehen ihm in Nichts nach. Erst viel zu spät merkt der aufrichtige Protagonist, dass seine Widersacher einen entscheidenden Vorteil hatten: Sie haben ihre Sache exakt geplant. Demgegenüber reagierte unser Held durchgehend emotional.



Bewertung: 8 von 10 Punkten.

Sonntag, 2. August 2020

Vier irre Typen

























Regie: Peter Yates

Cutters...

"Breaking away" von Peter Yates kam 1979 in die Kinos und spielte das Zehnfache seines Budgets von 2 Millionen Dollar wieder ein. Es ist für mich der beste Film von Yates, der zweimal für den RegieOscar nominiert wurde. Einmal für "Breaking away" und einige Jahre später für "Ein ungleiches Paar". Sein erster Welterfolg gelang ihm mit dem Steve McQueen Klassiker "Bullit", aber auch andere sehr gute Filme gehen auf das Konto des britischen Regisseurs, der vornehmlich in den USA drehte: "John und Mary", "Die Tiefe", "Der Augenzeuge", "Suspect" oder "Das Haus in der Carrol Street".
In Deutschland lief "Breaking away" unter dem Titel "Vier irre Typen" und ist leider bis heute noch nie als deutschsprachige DVD erschienen, obwohl Yates Arbeit zu den besten Coming of Age Filmen überhaupt zählt.
So war es gar nicht mal so überraschend, dass der Film insgesamt 5 Oscarnominierungen (Bester Film, beste Regie, beste Nebendarstellerin Barbara Barrie, Bestes Drehbuch und bester Score erhielt. In der Drehbuchkategorie sprang sogar ein Sieg heraus, so dass am Ende des Abends Steve Tesich die begehrte Filmtrophäe mit nach Hause nehmen durfte.
Hauptdarsteller Dennis Christopher gewann einen BAFTA Award und erhielt eine Golden Globe Nominierung in der Kategorie der Newcomer.
"Breaking away" ist nicht nur Jugendfilm, sondern beschäftigt sich mit Radsport und wurde vom American Film Institute im Jahr 2008 in die Top 10 der besten Sportfilme gewählt.
Kritikerpapst Roger Ebert nannte den Film in seiner Kritik "einen wunderbar sonnigen, lustigen, albernen, intelligenten Wohlfühlfilm. Ein echter Schatz, Filme wie dieser werden leider kaum gedreht". Dieser hohen Wertschätzung kann ich mich absolut anschließen.
Diese "Vier irre Typen" sind die Freunde, die in der Universitätsstadt Bloomingtom leben. Doch Dave (Dennis Christopher), Mike (Dennis Quaid), Cyril (Daniel Stern) und Moocher (Jackie Earle Haley) sind keine Studenten sondern Jungs, deren Eltern zur Arbeiterklasse gehören. Von den Studenten werden die Einheimischen verächtlich als "Cutters" bezeichnet.
Alle vier sind 19 Jahre alt und haben im Jahr zuvor die High School abgeschlossen, wissen aber nicht so recht welchen Weg sie im Leben nun einschlagen sollen. Daher hängen sie ein bisschen rum und tun vorerst nichts. Zum Arbeiten haben alle vier keine große Lust. Bei Dave Stohler kommt noch hinzu, dass er durch seine Begeisterung fürs Radfahren auf alles italienische abfährt. Man könnte gar von einer gewisssen Besessenheit sprechen, denn er spricht auch seine bodenständigen Eltern (Barbara Barrie; Paul Dooley) mit gebrochenem Akzent an und übertreibt mit seinem pathetischen Italo-Gehabe. Besonders dem Vater geht das Verhalten auf die Nerven, die Mutter hat aber Verständnis für ihren Jungen...schließlich war man ja auch mal jung. Mister Stohler ist inzwischen mehr oder weniger erfolgreich Autoverkäufer geworden, nachdem er viele Jahre auch als "Cutter" (Steinmetz, der in den Steinbrüchen gearbeitet hat) gearbeitet hat. Im Laufe der Geschichte verguckt sich der passionierte Radfahrer Dave in die Studentin  Catherine (Robin Douglas), die aber mit der Sportskanone Rod (Hard Bochner) liiert ist. Dave gibt sich bei seinem Schwarm als italienischer Austauschstudent aus und macht sich dadurch interessant für das anspruchsvolle Mädchen. Begleitet von Gitarrist Cyrill singt Dave seiner Angebeteten am Abend vor dem Haus ihres Studentenwohnheims eine romantische Serenade. Dies führt zum Ärger und zu Aggressionen zwischen Studenten und Cutters. Um die Ressentiments abzubauen entscheidet daraufhin der Universitätspräsident, dass auch Nichtstudenten am alljährlichen Radrennen der Uni teilnehmen dürfen. Vielleicht eine große Chance für Dave sein Können zu beweisen ?






Peter Yates Film um vier unzertrennliche Freunde lebt von der Darstellung der vier Youngsters Dennis Christopher, Dennis Quaid, Daniel Stern und Jackie Earle Haley. Alle vier konnten später noch weitere Erfolge feiern und waren keine Eintagsfliegen. Jackie Earle Haley schaffte sogar mehr als 25 Jahre später für einen Oscar nominiert zu werden. Er spielte 2006 in "Little Children" von Todd Fields die Rolle des Sexualstraftäters Ronald James McGorvey.
Kameramann bei "Breaking away" war Matthew F. Leonetti (Poltergeist, Das Messer, Extreme Prejudice, Strange Days, Butterfly Effect).






Bewertung: 10 von 10 Punkten.