Sonntag, 26. Juli 2020

Midway

























Regie: Roland Emmerich

Im Juni 1942....

Der 1976 gedrehte Kriegsfilm "Schlacht um Midway" von Regisseur Jack Smight (Airport 1975, Straße der Verdamnis) war ein großer Kinoerfolg und spielte alleine in den USA ca. 22 Millionen Dollar ein. Dieses hervorragende Kassenergebnis katapultierte den Film auf Rang 10 der erfolgreichsten Blockbuster des Jahres.
Mit einem Ergebnis von ca. 127 Millionen Dollar weltweit liegt Roland Emmerichs 2017er Variante von "Midway" zwar über diesem Ergebnis, aber er kostete auch fast 100 Millionen Dollar. Somit war sein "Midway" aus finanzieller Hinsicht eher enttäuschend und wird ihn kaum in der Liste der finanziell erfolgreichsten Filmregisseure (derzeit liegt er auf Rang 15 durch Megaerfolge wie "2012" (769 Mio), " Day after Tomorrow" (552 Mio), "Independence Day" (817 Mio) oder "Godzilla" (379 Mio) weiter nach vorne bringen.
Was man dem "Master of Desaster" jedoch bescheinigen kann ist, dass seine Version sich weitestgehend an den Fakten orientiert und sich somit um historische Genauigkeit bemüht. Allerdings darf man auch keinen Film erwarten, bei dem echte Charaktere gefragt sind. Es geht vornehmlich um bildgewaltige Kampfhandlungen und um eine ganze Menge von heldenhaften inszenierten US-Kampfpiloten, allen voran Richard Halsey Best, der von Ed Skrein gespielt wird und sich im Film von einem arroganten A zum empathischen Teamplayer wandelt.
In weiteren Rollen sind Woody Harrelson als Chester W. Nimitz, Patrick Wilson als Edwin T. Layton, Dennis Quaid als Vizeadmiral Halsey, Mandy Moore als Halseys Frau, Aaron Eckhard als Colonel Dolittle, Tadanobu Asano als Konteradmiral Yamaguchi sowie die Youngsters Alexander Ludwig als Lieutenant Pierce, Darren Criss als Commander Lindsey, Nick Jonas als Bruno Gaido, Keean Johnson als Murray oder Cameron Brodeur als Sully zu sehen. Auch Hollywood Legende John Ford kommt in einer Szene zum Einsatz, denn der Filmemacher leitete im Krieg die "Field Photo Unit", eine Einheit der OSS (Vorgänger des CIA). Im Rahmen dieser Fotoaufklärung für die Army war Ford an fast allen Fronten des 2. Weltkrieges im Einsatz. Im Pazifik drehte er seinen oscarprämierten Dokumentarfilm "Schlacht um Midway".
Diese Schlacht wird allgemein als Wendepunkt im Krieg zwischen Japan und den USA angesehen. Vom 4. bis zum 7. Juni 1942 kämpften bei den Midwayinseln große Verbände der Kaiserlich Japanischen Marine und der US-Navy. In dieser Schlacht gelang es den Amerikanern die Japaner gezielt zu täuschen und vier japanische Flugzeugträger zu versenken. Die USA verlor lediglich einen Träger und in der Folgezeit veränderte sich die Strategie der Japaner von der Offensive in die Defensive.
Emmerichs Film beginnt mit dem Angriff von Pearl Harbour, geht weiter mit dem ersten amerikanischen Gegenschlag gegen die Marshallinseln, zeigt den bekannten Doolittle Raid und auch die Schlacht im Korallenmeer. Als Höhepunkt dann die Midway-Schlacht im Juni 1942.
Einer der Hauptfiguren ist Sturzkampf Pilot Richard Halsey, der von Ed Skrein nicht gerade als Sympathieträger dargestellt wird. Der Mann ist aggressiv, hat ständig blöde Sprüche drauf und die ehrgeizige Frau wundert sich, dass ihr geliebter Gatte noch nie bei Beförderungen berücksichtigt wird. Seine Vorgesetzten sehen bei ihm keine Führungsqualitäten durch seine arrogante und selbstgefällige Art. Doch er wandelt sich. Diese Wandlung wird allerdings nicht sehr plausibel oder glaubwürdig dargestellt. 





Die Filmfiguren entspringen - obwohl sie alle historisch belegt sind - eher Klischees. Dies ist somit nicht die Stärke des Films. Aber immerhin schafft Emmerich trotz der Dominanz von CGI Effekten ein unterhaltsames Stück Kino und eine recht gut gemachte Geschichtsstunde zu schaffen, wenn man den übertriebenen Heldenpathos mal beiseite schieben kann. Kameramann Robby Baumgartner hat gute Bilder für das Kriegsspektakel geschaffen.






Bewertung: 6,5 von 10 Punkten. 

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