Regie: Roland Emmerich
Im Juni 1942....
Der 1976 gedrehte Kriegsfilm "Schlacht um Midway" von Regisseur
Jack Smight (Airport 1975, Straße der Verdamnis) war ein großer
Kinoerfolg und spielte alleine in den USA ca. 22 Millionen Dollar ein.
Dieses hervorragende Kassenergebnis katapultierte den Film auf Rang 10
der erfolgreichsten Blockbuster des Jahres.
Mit einem Ergebnis von ca. 127 Millionen Dollar weltweit liegt
Roland Emmerichs 2017er Variante von "Midway" zwar über diesem Ergebnis,
aber er kostete auch fast 100 Millionen Dollar. Somit war sein "Midway"
aus finanzieller Hinsicht eher enttäuschend und wird ihn kaum in der
Liste der finanziell erfolgreichsten Filmregisseure (derzeit liegt er
auf Rang 15 durch Megaerfolge wie "2012" (769 Mio), " Day after
Tomorrow" (552 Mio), "Independence Day" (817 Mio) oder "Godzilla" (379
Mio) weiter nach vorne bringen.
Was man dem "Master of Desaster" jedoch bescheinigen kann ist, dass
seine Version sich weitestgehend an den Fakten orientiert und sich
somit um historische Genauigkeit bemüht. Allerdings darf man auch keinen
Film erwarten, bei dem echte Charaktere gefragt sind. Es geht
vornehmlich um bildgewaltige Kampfhandlungen und um eine ganze Menge von
heldenhaften inszenierten US-Kampfpiloten, allen voran Richard Halsey
Best, der von Ed Skrein gespielt wird und sich im Film von einem
arroganten A zum empathischen Teamplayer wandelt.
In weiteren Rollen sind Woody Harrelson als Chester W. Nimitz,
Patrick Wilson als Edwin T. Layton, Dennis Quaid als Vizeadmiral Halsey,
Mandy Moore als Halseys Frau, Aaron Eckhard als Colonel Dolittle,
Tadanobu Asano als Konteradmiral Yamaguchi sowie die Youngsters
Alexander Ludwig als Lieutenant Pierce, Darren Criss als Commander
Lindsey, Nick Jonas als Bruno Gaido, Keean Johnson als Murray oder
Cameron Brodeur als Sully zu sehen. Auch Hollywood Legende John Ford
kommt in einer Szene zum Einsatz, denn der Filmemacher leitete im Krieg
die "Field Photo Unit", eine Einheit der OSS (Vorgänger des CIA). Im
Rahmen dieser Fotoaufklärung für die Army war Ford an fast allen Fronten
des 2. Weltkrieges im Einsatz. Im Pazifik drehte er seinen
oscarprämierten Dokumentarfilm "Schlacht um Midway".
Diese Schlacht wird allgemein als Wendepunkt im Krieg zwischen
Japan und den USA angesehen. Vom 4. bis zum 7. Juni 1942 kämpften bei
den Midwayinseln große Verbände der Kaiserlich Japanischen Marine und
der US-Navy. In dieser Schlacht gelang es den Amerikanern die Japaner
gezielt zu täuschen und vier japanische Flugzeugträger zu versenken. Die
USA verlor lediglich einen Träger und in der Folgezeit veränderte sich
die Strategie der Japaner von der Offensive in die Defensive.
Emmerichs Film beginnt mit dem Angriff von Pearl Harbour, geht
weiter mit dem ersten amerikanischen Gegenschlag gegen die
Marshallinseln, zeigt den bekannten Doolittle Raid und auch die Schlacht
im Korallenmeer. Als Höhepunkt dann die Midway-Schlacht im Juni 1942.
Einer der Hauptfiguren ist Sturzkampf Pilot Richard Halsey, der von
Ed Skrein nicht gerade als Sympathieträger dargestellt wird. Der Mann
ist aggressiv, hat ständig blöde Sprüche drauf und die ehrgeizige Frau
wundert sich, dass ihr geliebter Gatte noch nie bei Beförderungen
berücksichtigt wird. Seine Vorgesetzten sehen bei ihm keine
Führungsqualitäten durch seine arrogante und selbstgefällige Art. Doch
er wandelt sich. Diese Wandlung wird allerdings nicht sehr plausibel oder
glaubwürdig dargestellt.
Die Filmfiguren entspringen - obwohl sie alle
historisch belegt sind - eher Klischees. Dies ist somit nicht die Stärke
des Films. Aber immerhin schafft Emmerich trotz der Dominanz von CGI
Effekten ein unterhaltsames Stück Kino und eine recht gut gemachte
Geschichtsstunde zu schaffen, wenn man den übertriebenen Heldenpathos
mal beiseite schieben kann. Kameramann Robby Baumgartner hat gute Bilder
für das Kriegsspektakel geschaffen.
Bewertung: 6,5 von 10 Punkten.
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