Donnerstag, 9. Juli 2020

Mile 22

























Regie: Peter Berg

Ein trojanisches Pferd....

Seinen ersten Erfolg im Filmbusiness erntete Peter Berg gegen Ende der 80er Jahre als Schauspieler in Wes Cravens Horrorstreifen "Shocker".
Es folgten wichtige Rollen in den Filmen "Spezialeinheit IQ", "Die letzte Verführung" oder in "Cop Land", bevor sich Berg mehr und mehr für Regiearbeit interessierte.
"Operation Kingdom" mit den Hauptdarstellern Jamie Foxx und Chris Cooper hatte einen starken politischen Anteil und ließ sich rein oberflächlich in enger Verwandschaft mit Filmen wie "Machtlos" oder "Im Tal von Elah" einordnen. Doch Bergs Film hatte um ein Vielfaches mehr krachende Actionanteile und diesem Stilmix aus Action und poliitischem Zeitgeschehen ist der Regisseur bis heute treu geblieben.
Das hat ihm sicherlich nicht immer nur gute Kritiken beschert - auch sein 2018 realisierter Spionagethriller "Mile 22" wurde von der Filmkritik als chaotisch und verworren kritisiert und man kam zum Schluß, dass dem Regisseur die Spannung weit wichtiger ist als eine wichtige politische Message.
"Mile 22" kostete eine Menge (zwischen 35 und 50 Millionen Dollar Budget) und spielte 66,3 Millionen Dollar an der Kinokasse ein.  Damit spielte er etwas mehr als der Vorgänger "Patriots Day" ein, aber deutlich weniger als Bergs frühere Filme wie "Deepwater Horizon", "Lone Survivor" oder "Battleship", für den Berg sogar für die goldene Himbeere als schlechtester Regisseur des Jahres nominiert wurde.
"Mile 22" ist jedenfalls ein Actionfilm der einen hohen Unterhaltungswert aufweist und mit guten Actionszenen punkten kann. Wieder einmal hat sich die Zusammenarbeit zwischen Regisseur Peter Berg und Hauptdarsteller Mark Wahlberg gelohnt, der diesmal einen extrem manischen Elite Agenten spielen darf. Zur seiner Unterstützung hat sich Peter Berg entschieden den indonesischen Superstar Iko Uwais, bestens bekannt aus den beiden "Raid" Filmen, ins Boot zu holen. Uwais spielt den Doppelagenten Li Noor, den die Spezialagenten des US-Geheimdienstes aus seinem eigenen Land (ein fiktives Land in Asien) bringen sollen.
In der ersten Szene zeigt Peter Berg wie diese Agenten ihre schwarzen Operationen durchführen. Sie schreiten dann ein, wenn auf konventionellen Spionagewegen gar nichts mehr geht. James Silva (Mark Wahlberg) leitet diese Aktion, die unter dem Codenamen "Overwatch" läuft. Ein Haus in irgendeiner US-Vorstadt ist im Visier der Agenten, dort sollen sich russische Agenten aufhalten, die vermutlich die hochgiftige Substanz Cäsium in ihren Händen haben. Tausende von Menschen können damit getötet werden, deshalb lautet der Auftrag die Substanz zu lokalisieren und die Besitzer zu neutralisieren. Das Team tötet die Hausbewohner erfolgreich, einer der Russen ist ein gerade mal 18jähriger Junge, der von James Silva bei seiner Flucht aus dem Fenster exekutiert wird. Er bittet noch darum nicht getötet zu werden, doch Job ist Job und Silva macht sich auch danach keine großen Gedanken mehr um sein Opfer.
Denn es wartet auch schon die nächste Aufgabe auf das Team, dessen Mitglieder alle den Codenamen "Child" haben, mit fortlaufenden Nummern versehen. Es ist ein eingeschworenes Team (neben Wahlberg spielen Alice Kerr, Rhonda Rousey, Carlo Alban, Cedric Gervais), das nun die lebensgefährliche Aufgabe hat den Polizisten Li Noor (Uwais) ausser Landes in die USA zu bringen denn der Mann hat Kentniss davon wo sich weiteres Caesium befindet. Sollte es gelingen ihn ausser Landes zu bringen, dann will der Mann den Aufenthaltsort der radioaktiven Substanz preis geben. Eigentlich sind nur einige 22 Meilen zum Flugplatz, aber der indonesische Geheimdienst ist hinter dem Mann her, bei dem sehr schenll klar wird, dass er kein gewöhnlicher Polizist sein kann....



Tatsächlich lässt der Film dem Zuschauer kaum eine Verschnaufspause vom Geschehen. Die erste Aktion führt nahtlos zur nächsten und dabei wird das Team der Agenten vor Ort von weiteren Agenten der Overwatch Mission unter der Leitung von James Bishop, gespielt von John Malkovich;  an einem unbekannten Ort unterstützt. Die heutige Überwachungstechnik macht es möglich, dass die Leute im Büro den Kämpfern vor Ort Auskunft geben können, wann sie verfolgt werden, von wem und wann es erforderlich ist das Fluchtauto zu wechseln. Schöne neue technisierte Welt zum Wohlfühlen, kann man da nur sagen. Fürs Ende hat Berg sogar noch eine Überraschung eingebaut.
Die schlechten Kritiken kann ich nicht nachvollziehen, denn trotz der Action hinterlässt das Szenario einen bitteren Beigeschmack, der durch die Realitätsnähe noch weiter verstärkt wird. "Mile 22" ist zwar nicht ganz so stark wie "Lone Survivor", aber inzwischen sehe ich die Filme von Peter Berg als "Guilty Pleasures" an. Es sind in Wirklichkeit eher B-Movies im Gewand von A-Produktionen und ich halte es für gut möglich, dass Bergs Filme in einigen Jahren zu Kultmovies heranwachsen.


 
Bewertung: 7 von 10 Punkten. 

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