Regie: Peter Berg
Ein trojanisches Pferd....
Seinen ersten Erfolg im Filmbusiness erntete Peter Berg gegen Ende
der 80er Jahre als Schauspieler in Wes Cravens Horrorstreifen "Shocker".
Es folgten wichtige Rollen in den Filmen "Spezialeinheit IQ", "Die
letzte Verführung" oder in "Cop Land", bevor sich Berg mehr und mehr für
Regiearbeit interessierte.
"Operation Kingdom" mit den Hauptdarstellern Jamie Foxx und Chris
Cooper hatte einen starken politischen Anteil und ließ sich rein
oberflächlich in enger Verwandschaft mit Filmen wie "Machtlos" oder "Im
Tal von Elah" einordnen. Doch Bergs Film hatte um ein Vielfaches mehr
krachende Actionanteile und diesem Stilmix aus Action und poliitischem
Zeitgeschehen ist der Regisseur bis heute treu geblieben.
Das hat ihm sicherlich nicht immer nur gute Kritiken beschert -
auch sein 2018 realisierter Spionagethriller "Mile 22" wurde von der
Filmkritik als chaotisch und verworren kritisiert und man kam zum
Schluß, dass dem Regisseur die Spannung weit wichtiger ist als eine
wichtige politische Message.
"Mile 22" kostete eine Menge (zwischen 35 und 50 Millionen Dollar
Budget) und spielte 66,3 Millionen Dollar an der Kinokasse ein. Damit
spielte er etwas mehr als der Vorgänger "Patriots Day" ein, aber
deutlich weniger als Bergs frühere Filme wie "Deepwater Horizon", "Lone
Survivor" oder "Battleship", für den Berg sogar für die goldene Himbeere
als schlechtester Regisseur des Jahres nominiert wurde.
"Mile 22" ist jedenfalls ein Actionfilm der einen hohen
Unterhaltungswert aufweist und mit guten Actionszenen punkten kann.
Wieder einmal hat sich die Zusammenarbeit zwischen Regisseur Peter Berg
und Hauptdarsteller Mark Wahlberg gelohnt, der diesmal einen extrem
manischen Elite Agenten spielen darf. Zur seiner Unterstützung hat sich
Peter Berg entschieden den indonesischen Superstar Iko Uwais, bestens
bekannt aus den beiden "Raid" Filmen, ins Boot zu holen. Uwais spielt
den Doppelagenten Li Noor, den die Spezialagenten des US-Geheimdienstes
aus seinem eigenen Land (ein fiktives Land in Asien) bringen sollen.
In der ersten Szene zeigt Peter Berg wie diese Agenten ihre
schwarzen Operationen durchführen. Sie schreiten dann ein, wenn auf
konventionellen Spionagewegen gar nichts mehr geht. James Silva (Mark
Wahlberg) leitet diese Aktion, die unter dem Codenamen "Overwatch"
läuft. Ein Haus in irgendeiner US-Vorstadt ist im Visier der Agenten,
dort sollen sich russische Agenten aufhalten, die vermutlich die
hochgiftige Substanz Cäsium in ihren Händen haben. Tausende von Menschen
können damit getötet werden, deshalb lautet der Auftrag die Substanz zu
lokalisieren und die Besitzer zu neutralisieren. Das Team tötet die
Hausbewohner erfolgreich, einer der Russen ist ein gerade mal 18jähriger
Junge, der von James Silva bei seiner Flucht aus dem Fenster exekutiert
wird. Er bittet noch darum nicht getötet zu werden, doch Job ist Job
und Silva macht sich auch danach keine großen Gedanken mehr um sein
Opfer.
Denn es wartet auch schon die nächste Aufgabe auf das Team, dessen
Mitglieder alle den Codenamen "Child" haben, mit fortlaufenden Nummern
versehen. Es ist ein eingeschworenes Team (neben Wahlberg spielen Alice
Kerr, Rhonda Rousey, Carlo Alban, Cedric Gervais), das nun die
lebensgefährliche Aufgabe hat den Polizisten Li Noor (Uwais) ausser
Landes in die USA zu bringen denn der Mann hat Kentniss davon wo sich
weiteres Caesium befindet. Sollte es gelingen ihn ausser Landes zu
bringen, dann will der Mann den Aufenthaltsort der radioaktiven Substanz
preis geben. Eigentlich sind nur einige 22 Meilen zum Flugplatz, aber
der indonesische Geheimdienst ist hinter dem Mann her, bei dem sehr
schenll klar wird, dass er kein gewöhnlicher Polizist sein kann....
Tatsächlich lässt der Film dem Zuschauer kaum eine Verschnaufspause
vom Geschehen. Die erste Aktion führt nahtlos zur nächsten und dabei
wird das Team der Agenten vor Ort von weiteren Agenten der Overwatch
Mission unter der Leitung von James Bishop, gespielt von John
Malkovich; an einem unbekannten Ort unterstützt. Die heutige
Überwachungstechnik macht es möglich, dass die Leute im Büro den
Kämpfern vor Ort Auskunft geben können, wann sie verfolgt werden, von
wem und wann es erforderlich ist das Fluchtauto zu wechseln. Schöne neue
technisierte Welt zum Wohlfühlen, kann man da nur sagen. Fürs Ende hat
Berg sogar noch eine Überraschung eingebaut.
Die schlechten Kritiken kann ich nicht nachvollziehen, denn trotz
der Action hinterlässt das Szenario einen bitteren Beigeschmack, der
durch die Realitätsnähe noch weiter verstärkt wird. "Mile 22" ist zwar
nicht ganz so stark wie "Lone Survivor", aber inzwischen sehe ich die
Filme von Peter Berg als "Guilty Pleasures" an. Es sind in Wirklichkeit
eher B-Movies im Gewand von A-Produktionen und ich halte es für gut
möglich, dass Bergs Filme in einigen Jahren zu Kultmovies heranwachsen.
Bewertung: 7 von 10 Punkten.
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