Donnerstag, 2. Juli 2020

Sicario 2

























Regie: Stefano Sollima

Der Kartellkrieg geht weiter...

Drei Darsteller aus dem ersten "Sicario" kehren für Teil 2 zurück. Benicio del Toro übernahm wieder die Rolle des geheimnisvollen Alejandro Gillick. Josh Brolin spielt erneut den CIA-Verbindungsmann Matt Draver und auch Jeffrey Donovan ist wieder zu sehen in seiner Rolle des CIA-Agenten Steve Frosing. Im Vorgänger Film spielte Emily Blunt die Hauptrolle und wirkte irgendwie wie eine moralische Instanz der brutalen Geschichte - in "Sicario 2" fehlt diese Figur, mit der man mitfiebern konnte. Das Drehbuch wurde erneut von Taylor Sheridan geschrieben, die Regie wurde nun aber von Denis Villeneuve an Stefano Sollima abgegeben.
Wie bereits der erste Teil, der 80 Millionen Dollar weltweit einspielte, wurde auch "Sicario 2" wieder ein Kassenerfolg. Das Ergebnis liegt mit 75,8 Millionen US-Dollar nur leicht darunter. Aufgrund einiger brutaler Szenen bekam der Film in Deutschland die FSK 18 verpasst. Es handelt sich dabei um zwei kurze, aber durchaus heftige Szenen. Am Anfang des Films sprengt sich ein Attentäter in einem Kaufhaus neben einem weinenden Baby und seiner flehenden Mutter in die Luft. Die zweite Szene ist eine Exekution des mexanischen Drogenkartells an dem gefangen genommenen Gillick. Einer ihrer jungen Helfeshelfer soll durch einen Kopfschuß den Gefangenen töten, damit wird der Junge in die Bande aufgenommen. Als der erste Schütze diesen Befehl nicht ausführen kann, wird er kurzerhand erschossen.
Die Zeiten haben sich auch an der mexikanischen Grenze geändert. Früher wurden hier vor allem Drogen geschmuggelt, heute in den Zeiten des weltweiten Terrorismus sind es Menschen. Aber nicht nur Menschen, die im Land der unbegrenzten Möglichkeiten Lohn und Brot suchen, sondern auch islamistische Selbstmordattentäter. Die Kartelle geraten daher auch zunehmend in Verdacht, dass sie für großes Geld solche Terroristen einschmuggeln. Matt Graver (Josh Brolin) ist der Mann fürs Grobe und er wird in einer geheimen Sitzung vom US-Verteidigungsminister beauftragt einen Krieg zwischen den einzelnen Drogenkartellen zu entfachen. Daher wird die 16jährige Tochter Isabel (Isabela Moner) des Drogenbosses Carlos Reyes entführt. Der soll glauben, dass seine Tochter von seinem Konkurrenten des Matamoros Kartells gekidnappt wurde. Für diese Aktion braucht er einen Mann mit besonderen Fähigkeiten - seine Wahl fällt auf den inzwischen untergetauchten Alejandro Gillick. Dieser will immer noch Rache für den Tod seiner ganzen Familie. Während die Entführung gelingt, wird von den Machern des Films eine Parallelhandlung über den jungen Latino Miguel (Elijah Rodriquez) eingefügt. Der wird vom Kartell angeworben als Menschenschmuggler. Der Junge willigt ein...




Stefano Sollimo setzt auf eine sehr grimmige Machart seiner Geschichte. Es gibt hier kein Gut und Böse - alle Figuren sind ambivalent und spielen auch teilweise ein doppeltes Spiel. Somit weniger Tiefgang als Teil 1, aber die volle Pulle eines actionreichen Genrestreifens. Brutalität und Gewalttätigkeit sind ständiger Begleiter der Protagonisten, gelegentlich schimmert aber - vor allem bei dem von Del Toro gespielten Alejandro Gillick - eine gewisse Verletzlichkeit durch. Das Ende des Films kündigt vielleicht sogar eine Fortsetzung an.





Bewertung: 7,5 von 10 Punkten. 
 

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