Regie: Stefano Sollima
Der Kartellkrieg geht weiter...
Drei Darsteller aus dem ersten "Sicario" kehren für Teil 2
zurück. Benicio del Toro übernahm wieder die Rolle des geheimnisvollen
Alejandro Gillick. Josh Brolin spielt erneut den CIA-Verbindungsmann
Matt Draver und auch Jeffrey Donovan ist wieder zu sehen in seiner Rolle
des CIA-Agenten Steve Frosing. Im Vorgänger Film spielte Emily Blunt
die Hauptrolle und wirkte irgendwie wie eine moralische Instanz der
brutalen Geschichte - in "Sicario 2" fehlt diese Figur, mit der man
mitfiebern konnte. Das Drehbuch wurde erneut von Taylor Sheridan
geschrieben, die Regie wurde nun aber von Denis Villeneuve an Stefano
Sollima abgegeben.
Wie bereits der erste Teil, der 80 Millionen Dollar weltweit
einspielte, wurde auch "Sicario 2" wieder ein Kassenerfolg. Das Ergebnis
liegt mit 75,8 Millionen US-Dollar nur leicht darunter. Aufgrund
einiger brutaler Szenen bekam der Film in Deutschland die FSK 18
verpasst. Es handelt sich dabei um zwei kurze, aber durchaus heftige
Szenen. Am Anfang des Films sprengt sich ein Attentäter in einem
Kaufhaus neben einem weinenden Baby und seiner flehenden Mutter in die
Luft. Die zweite Szene ist eine Exekution des mexanischen Drogenkartells
an dem gefangen genommenen Gillick. Einer ihrer jungen Helfeshelfer
soll durch einen Kopfschuß den Gefangenen töten, damit wird der Junge in
die Bande aufgenommen. Als der erste Schütze diesen Befehl nicht
ausführen kann, wird er kurzerhand erschossen.
Die Zeiten haben sich auch an der mexikanischen Grenze geändert.
Früher wurden hier vor allem Drogen geschmuggelt, heute in den Zeiten
des weltweiten Terrorismus sind es Menschen. Aber nicht nur Menschen,
die im Land der unbegrenzten Möglichkeiten Lohn und Brot suchen, sondern
auch islamistische Selbstmordattentäter. Die Kartelle geraten daher
auch zunehmend in Verdacht, dass sie für großes Geld solche Terroristen
einschmuggeln. Matt Graver (Josh Brolin) ist der Mann fürs Grobe und er
wird in einer geheimen Sitzung vom US-Verteidigungsminister beauftragt
einen Krieg zwischen den einzelnen Drogenkartellen zu entfachen. Daher
wird die 16jährige Tochter Isabel (Isabela Moner) des Drogenbosses
Carlos Reyes entführt. Der soll glauben, dass seine Tochter von seinem
Konkurrenten des Matamoros Kartells gekidnappt wurde. Für diese Aktion
braucht er einen Mann mit besonderen Fähigkeiten - seine Wahl fällt auf
den inzwischen untergetauchten Alejandro Gillick. Dieser will immer noch
Rache für den Tod seiner ganzen Familie. Während die Entführung
gelingt, wird von den Machern des Films eine Parallelhandlung über den
jungen Latino Miguel (Elijah Rodriquez) eingefügt. Der wird vom Kartell
angeworben als Menschenschmuggler. Der Junge willigt ein...
Stefano Sollimo setzt auf eine sehr grimmige Machart seiner
Geschichte. Es gibt hier kein Gut und Böse - alle Figuren sind
ambivalent und spielen auch teilweise ein doppeltes Spiel. Somit weniger
Tiefgang als Teil 1, aber die volle Pulle eines actionreichen
Genrestreifens. Brutalität und Gewalttätigkeit sind ständiger Begleiter
der Protagonisten, gelegentlich schimmert aber - vor allem bei dem von
Del Toro gespielten Alejandro Gillick - eine gewisse Verletzlichkeit
durch. Das Ende des Films kündigt vielleicht sogar eine Fortsetzung an.
Bewertung: 7,5 von 10 Punkten.
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