Donnerstag, 11. April 2013

Wanted



Regie: Timur Bekmambetov

Auftragskiller und Webstühle...

In den meisten seiner Filme interessiert sich der russische Regisseur Timur Bekmambetov für Vampire, doch in "Wanted", einem Actionfilm aus dem Jahr 2008, arbeitete er erfolgreich im Comic Genre. "Wanted" basiert auf dem Comic von Mark Milar und thematsiert eine uralte, in Mähren gegründete Bruderschaft der Weber, die seit Jahrhunderten Auftragskiller ausbildet, um so Stabilität in einer instabilen Welt zu schaffen.  Die Mitglieder der Bruderschaft müssen ihnen unbekannte Personen töten.  Und tatsächlich exiistiert diese Bruderschaft auch heute noch, die kleine Gruppe wohnt in einem Fabrikgebäude einer Weberfirma, wo sie sich verstecken und ihr Training absolvieren. Ein dort stehender Webstuhl produziert ein Tuch mit einem darin verborgenen binären Code, dieser gibt entschlüsselt den Namen des nächsten Auftrags preis. Sloan (Morgan Freeman) ist der Anführer dieser kleinen Gruppe, es ist seine Aufgabe die Codes zu entschlüsseln und die Aufträge an seine Leute weiterzugeben.
Aber bevor der Zuschauer in diese Abläufe eingeweiht wird, gibts eine furiose Actionsequenz in der ein Mr. X (David 0`Hara) von seinem Gegner Cross (Thomas Kretschmann) in eine üble Falle gelockt wird und hingerichtet wird. Aber was hat dieses Ereignis, dass sich auf einem Chicagoer Hochhaus ereignet, mit dem Büromenschen Wesley Gibson (James MacAvoy) zu tun, einem schüchternen Verwaltungsfachangestellten, der von Panikattacken befallen wird, von seiner Chefin Janice (Lorna Scott) gedemütigt und von seiner Freundin Cathy (Kristen Hager)  betrogen wird...zudem noch mit Wesleys Arbeitskollegen und besten Freund Barry (Chris Bratt) ?
In einem Supermarkt wird er von einer Frau (Angelina Jolie) angesprochen, die aussieht wie Angelina Jolie und die ihm Sekunden später das Leben rettet. Der schücherne Wesley erfährt so, dass er der Sohn des getöteten Mr. X sein soll und nun die Nachfolge des Vaters in der Bruderschaft antreten soll. Aber er ist halt gar nicht so der Typ, der als Killer die Welt retten soll...

Ein sehr unterhaltsamer Spass ist "Wanted" geworden, sicherlich eine der besseren Comicverfilmungen der letzten Jahre. Dabei dominieren vor allem die actiongeladenen Sequenzen innerhalb dieser Story, die einen eher ruhigen Schwächling zum Superhelden mutieren lässt. So gesehen wartet "Wanted" mit ähnlichem Motiv wie auch schon "Spiderman" auf.  Mit James MacAvoy wurde ein optimaler Hauptdarsteller gefunden, der seine Rolle sehr glaubwürdig spielt. Angelina Jolie ist natürlich cool wie immer und es ist ihr zugute zu halten, dass sie sich trotz Superstarstatus und trotz markanter Schlüsselrolle nie in den Vordergrund - also vor MacAvoy - drängelt und das ist auch gut so.
Cool wirkt auch diese mythologische Variante,  in der Webstühle Stoffe fertigen, die mit den Schicksalen der Menschen verflochten sind und die anschließend von Webern gedeutet werden.
 
Bewertung: 7 von 10 Punkten.

96 Hours 2



Regie: Olivier Megathon

Machs noch einmal, Liam...

Es war ja zu erwarten, dass der 2008 entstandene "96 Hours" (Taken) von Pierre Morel einen Nachfolger bekommen muss.  Der von Luc Besson produzierte actiongeladene Adrenalin-Rachethriller wurde dank der überzeugenden One Man Show von Liam Neeson zu einem Kultfilm des Genres, vielleicht muss man ihn sogar jetzt schon als einen der neuen Klassiker seiner Gattung  einreihen. Der Rachetrip von Vater Liam Neeson gegen die in Paris agierende Menschenhändlerbande aus Albanien gehörte zur temporeichsten und effektivsten Kino Kampfchoreografie der letzten Jahre. Trotz dramaturgischer Schlichtheit und fragwürdiger Rachebotschaft hat auch mich dieser Adrenalinrausch der Extraklasse sehr begeistert.
Und Teil 2 ist natürlich auf ganzer Linie so angelegt wie sein Vorgänger.
Wieder einmal ist Geheimagent Bryan Miles (Liam Neeson) gefragt, sich selbst und seine Familie vor den bösen Albanern zu retten. Denn auf dem Friedhof ihrer Heimatstadt versammeln sich die Familien der getöteten Albanern und der Clanchef Murad Hoxha (Rade Serbedzija) schwört Rache für die getöteten Söhne, Brüder und Kameraden.
Bryans Ex-Frau Lenore (Famke Janssen) trennt sich gerade von ihrem schwerreichen Mann. Auf Bryans Vorschlag hin  begleiten Lenore und Töchterchen Kim (Maggie Grace) ihn  nach Istanbul, wo er drei Tage als Leibwächter eines Scheichs gearbeitet hat und anschliessend nur mal Urlaub machen möchte.  Doch die familiäre Idylle dauert nur kurze Zeit, während Kim im Hotel bleibt, werden Mama und Papa bei einer Autofahrt in die Stadt bereits verfolgt. Sehr schnell bemerkt Bryan, dass höchste Gefahr gegeben ist...

Unglaublich temporeiche Dynamik, 92 spannende Minuten - kein Leerlauf - aber es ist nun mal Teil 2 und alles wiederholt sich. Daher gibts gar nichts Neues zu vermelden, ausser dass der Film die Fehde zwischen dem Einzelkämpfer und der albanischen Mafia dort weiterbetreibt, wo sie im Teil 1 endete. Und der Schluß von Taken 2, bei dem Oliver Megaton Regie führte, stellt ja weitere Rächer die es gibt ja in Aussicht, so dass ein Teil 3 denkbar ist. Ist halt alles eine Frage der zu erwartenden Einnahmen.
Für sich allein gesehen ist "Taken 2" natürlich ein professionell gemachter Actionkracher mit einem weiterhin sehr glaubwürdigen Liam Neeson, der den Hauptteil des Erfolges ausmacht. Mit einem weniger charismatischen Darsteller wäre das gewaltverherrlichende Racheepos eher identifikationslos

Bewertung: 6,5 von 10 Punkten.

The Revengers




Regie: Daniel Mann

Ein dreckiges halbes Dutzend...

Daniel Mann war kein typischer Westernregisseur, da er vom Theater kam, waren seine ersten Filme "Kehr zurück, kleine Sheba", "Die tätowierte Rose" oder "Das kleine Teehaus" allesamt Theateradaptionen und bei seinem 1971 entstandenen Western "The Revengers" merkt man gleich, dass er kein Sam Peckinpah oder Robert Aldrich war. Auch wenn der Film oberflächlich gesehen wie eine Mischung aus "Wild Bunch" und "Das dreckige Dutzend" wirkt. Das Problem des Films ist seine sehr konventionelle Machart, sein eher langsames Tempo und einige merkwürdige Breaks im Laufe des Films. Dabei hätte dieser Western alle Zutaten für ein Meisterwerk des Spätwestern, aber er hat nicht den Biss, den ein Rachewestern haben sollte. Wenn am Ende dann eine psychologische Komponente den Rächer zögern lässt, so gaben die vorherigen 106 Minuten kaum Anlass dazu, diese Wendung wirklich nachzuvollziehen, noch irgendwie begreiflich zu machen.
Grund zum ultimativen Rächer zu werden hat aber der Rancher John Benedict (William Holden) allemal. Der Anfang des Films zeigt ein idyllisches Familienleben auf der Ranch, der älteste Sohn Morgan (James Daughton) soll eine Militärkarriere in Westpoint machen. Doch soweit kommt es nicht. Während Benedict in die Berge auf die Jagd nach einem Puma reitet, wird die Ranch am frühen Morgen von Indianern unter der Führung von Comancheros überfallen und die ganze Familie abgeschlachtet.
Das Lebensglück ist zerstört und so macht sich der von Rache getriebene Rancher ins vogelfreie Mexiko auf, wo man für gutes Geld Sträflinge kaufen kann, die als Billigarbeitskräfte schuften sollen.
Unter dem Vorwand eben Arbeiter für eine Miene zu brauchen, sammelt Benedict einen wilden Haufen von Gesetzlosen um sich, die mit ihm gemeinsam die Mörder seiner Familie suchen sollen.
Da wären zwei Mexikaner (Jorge Martinez de Hoyos/Jorge Luke), eie Franzose (Roger Hanin), ein Deutscher (Reinhard Koldehoff), der schwarze Sklave Job (Woody Stroode) und der sowohl unterwürfige als auch verschlagene Hoop (Ernest Borgnine). Doch die angeheuerten Killer wollen erst so gar nicht funktionieren, wie sich Benedict das vorgestellt hat...


Die Mexiko Sequenzen erinnern so ein bisschen an den Italo Western, vor allem Jorge Luke als junger Mexikaner und der große Ernest Borgnine spielen markante Rollen, Holden bleibt interessanterweise etwas undurchschaubar mit seinen Racheambitonen.
Durch diese Wendungen, die der Film liefert, verliert der Film immer mehr seine Rachedynamik, wer also so einen Film der Marke "Rache ist ein Gericht, dass am besten kalt serviert wird" erwartet, der wird vielleicht durch eine gewisse Ziellosigkeit des Films enttäuscht sein.
Ich war auch nicht so begeistert, weil ich schon mehr erwartet habe. Trotz allem war der Film damals ein guter Kassenerfolg.
Bewertung: 5,5 von 10 Punkten.

Donnerstag, 4. April 2013

Zwei glorreiche Halunken



Regie: Sergio Leone

Der Gute, der Böse und der Hässliche...

Dem übergroßen Westernepos kam er immer näher. Von der actionhaltigen Ballade über den Einzelgänger, der eine Stadt von den Gangsterbanden befreit "Für eine Handvoll Dollar" bis hin zu einer melancholischen Meditation eines Europäers, wie er den Traum von Amerika sieht und an die Betrachter weitergibt..."Spiel mir das Lied vom Tod", die perfekte Kinomagie.
Dazwischen zwei Bindeglieder, die zu den besten Filmen des Genres gehören und wie geschaffen sind für die große Kinoleinwand, vor allem auch weil die Filme so groß sind. Der erdige, antiepische Kopfgeldjägerstrefien "Für ein paar Dollar mehr" und der ähnliche, aber im Gegensatz dazu extrem epische Verwandte "Zwei glorreiche Halunken" (im Original: The Good, The Bad and the Ugly), für viele Genrefans der beste Western überhaupt.
Episch vielleicht auch durch seine geschichtliche Zuordnung, denn "Zwei glorreiche Halunken" spielt während des New Mexico Feldzugs, einer militärische Operation während des Sezessionskrieges, die vom Februar bis April 1962 dauerte. Sibley, ein General der Konföderierten marschierte mit seinen Truppen in das New Mexico Territorium ein, das zu dieser Zeit die Gebiete zwischen Kalifornien im Westen, Texas im Osten, Nevada, Utah und Colorado im Norden sowie der jungen Republik Mexiko im Süden umfasste. Das Ziel der Nordstaaten wr die Kontrolle des Territoriums.
Für die drei Antihelden des Films, der Gute, von allen der Blonde genannt (Clint Eastwood), der Böse Sentenza (Lee van Cleef) und der Hässliche Tuco (Eli Wallach) sind die Kriegshandlungen zunächst mal eher nur zweitrangig. Denn sie verdienen ihr Geld mit Banditentum, Gaunereien und Kopfgeldjägerprämien.
Der Blonde, ein zigarrenrauchender Gringo, der nicht viel Worte macht ist Komplize von Tuco, für dessen Kopf eine Prämie von 2.000 Dollar zu holen sind. Der Blonde liefert so Tuco an die Gesetzeshüter aus, kassiert die Prämie - doch kurz bevor der Mann am Strick baumelt, hat ihn der Partner mit seinen guten Schießkünsten vom Galgen befreit - immer in letzter Sekude versteht sich.
Irgendwann gehen sich die beiden auf den Sack und ihre Wege trennen sich. Währenddessen jagt Sentenza, der Kopfgeldjäger und spätere Major der Konföderierten einen Goldschatz, der auf einem riesigen Friedhof begraben sein muss.
Durch Zufall weiß Tuco auf welchem Friedhof sie suchen müssen, der Blonde aber hat die noch viel bessere Information auf welchem der hunderten Gräber man graben muss.
So kreuzen sich die Wege der drei Männer und da Krieg herrscht, werden sie auch ein Teil dieser Auseinandersetzung. Der Showdown findet auf diesem Massenfriedhof statt, es kommt zum weltberühmten Duell zu Dritt...


"Zwei glorreiche Halunken" hat eine Laufzeit von 171 Minuten, der Score von Ennio Morricone gehört sicherlich in die Top Ten der besten Filmmusiken. Für die Kamera war Tonino Delli Colli (Spiel mir das Lied vom Tod, Es war einmal in Amerika, 120 Tage von Sodom, Pasolins tolldreiste Geschichten, Ginger und Fred, Bitter Moon) verantwortlich.
Einmal mehr drehte Leone einen perfekten Kinotraum. Die meisten seiner Filme sind Meisterwerke der Filmgeschichte. Im Laufe der Zeit fand er immer mehr die perfekte Dosierung einer faszinierenden Melancholie in seinen Werken.

Bewertung: 10 von 10 Punkten.

Mittwoch, 3. April 2013

Für ein paar Dollar mehr



Regie: Sergio Leone

Kopfgeldjäger....

"Für ein paar Dollar mehr" ist der zweite Part von Leones berühmter Dollartrilogie und einer meiner erklärten Lieblingswestern. Er entstand 1965, legendär nicht nur der geniale Soundtrack von Ennio Morricone - es treffen auch einige der großen Italo Western Helden aufeinander: Neben dem stoischen Clint Eastwood, der mit wenig Worten auskommt, gibts ein Wiedersehen mit Lee van Cleef, der hier als Rächer eine seiner besten Rollen abliefert. Dazu gesellt sich Gian Maria Volonte als geistig instabiler Gangsterboss und als Schmankerl gibts einen Klaus Kinski, der mit dem üblichen Wahnsinn agiert.
El Indio (Gian Maria Volonte), der meistgesuchte Verbrecher im westlichen Territorium wird von seiner Bande aus dem Gefängnis befeit. Die Regierung setzt und ein Kopfgeld von satten 10.000 Dollar aus, egal ob tot oder lebendig.  Das lockt natürlich die besten Kopfgeldjäger an. Und zwei der gefährlichsten haben sich bereits kennengelernt.  Der schweigsame, dubiose Monko (Clint Eastwood) und der ehemalige Elitesoldat Colonel Douglas Mortimer (Lee van Cleef) kommen sich bei der Jagd auf den Gangster Cavanagh in die Quere. Nun gilt es aber bei der Ergreifung von El Indio gemeinsame Sache zu machen. Der Plan sieht vor, dass Monko sich bei der Bande einschmüggeln soll. Obwohl der coole Monco auch den Banditen als dubios erscheint, wird er durch das Wohlwollen von Indio aufgenommen und soll beim nächsten großen Coup bereits mitmachen. Die Bande hat den Plan die einbruchsichere Bank von El Paso auszurauben, Indio inszeniert zur gleichen Zeit einen fingierten Überfall in Santa Cruz, den Monco und drei weitere Bandenmitglieder ausführen müssen. So entkommt Indio mit dem Banktresor, aber der gemeinsame Plan der beiden Kopfgeldjäger geht in die nächste Runde. Es kommt zum großen Showdown in Mexico...


Dabei stellt sich der kalte und berechnende Partner am Ende als Rächer für eine familiäre Katastrophe heraus, er ist diesmal nicht auf das Kopfgeld aus. "Für eine paar Dollar mehr" ist ein Westernepos mit einer perfekten Atmosphäre. Alles stimmt bei diesem Film, die Charaktere sind großartig gewählt, jede Einstellung vermittelt die ultimative Westernatmosphäre und die ganzen 127 Minuten ist man mittendrin im Geschehen. Großartig die famose Kameraarbeit von Massimo Dallamano, der auf die berühmten Close up Aufnahmen der Figuren setzt, die zum Markenzeichen des Italo Westerns wurden.  Der Mann hat einige Jahre später auch selbst Regie geführt, bspw. in "Das Geheimnis der grünen Stecknadel" - ein Edgar Wallace Film sowie in dem Giallo "Der Tod trägt schwarzes Leder".


Bewertung: 10 von 10 Punkten.

Der Tod ritt dienstags




Regie: Tonino Valeri

Der Revolverheld und sein Lehrling...

Tonino Valeri hat sein Handwerk beim großen Sergio Leone gelernt. Er war assistierender Regisseur bei den Klassikern "Für eine Handvoll Dollar" und "Für ein paar Dollar mehr". Von seinen eigenen Filmen ist "Man nannte ihn Nobody" sicherlich der erfolgreichste und populärste, seine beste Arbeit ist aber m.E. der einzige Italo Western, bei dem mit Giuliano Gemma und Lee van Cleef zwei Ikonen des Genres gemeinsam vor der Kamera stehen. "Der Tod ritt dienstags" heisst die italienisch-deutsche Coproduktion aus dem Jahr 1967. Das Thema des Films ist recht einfach gehalten, es geht um ein äusserst umstrittenes Idol und um seinen gelehrigen, aber im Laufe des Films auch lern- und kritikfähigen Schüler.
Dieser junge Mann heisst Scott (Giuliano Gemma) und ist der Aussenseiter in seiner Stadt. Die Bürger von Cliton verhöhnen und erniedrigen den jungen Mann, denn seine verstorbene Mutter war eine Prostituierte, den Vater hat er nie gekannt. So tristet er ein Leben in Armut und macht mit einer Kehrmaschine die Stadt sauber, denn er beseitigt den Müll seiner Mitbürger, die ihn - auch als menschichen Müll und Bastard-  verachten.  Was die Leute aber nicht wissen: Der junge Mann hat ganz gut schießen gelernt. Gelernt hat er diese Schießkünste vom alten Murph Allen (Wof Rilla), der mal ein ausgezeichneter Schütze und sogar Sheriff war. Eines Tages verändert sich die Welt des jungen Scott, denn ein Gunman kommt in die Stadt. Sehr schnell bewundert Scott diesen gerissenen Revolverhelden Frank Talby (Lee van Cleef),  der im Saloon von einem Bürger herausgefordert wird. Das Resultat ist ein Bürger weniger in Clifford und ein Talby, der laut Richter Cutcher (Lukas Ammann) in Notwehr gehandelt hat. Er wird freigesprochen und reitet weiter. Doch der involvierte Scott soll nun den Ärger der Bürger zu spüren bekommen. Er verlässt die Stadt und reitet seinem Idol hinterher. Dieser entschliesst sich nach eigenen unfairen Lektionen den jungen Mann als Weggefährten und Schüler mitzunehmen. Durch Talbys Pläne führt der Weg aber wieder zurück nach Clifford, dort tritt der Revolverheld zu einem blutigen Rachefeldzug an. Mit von der Partie sein gelehriger Schüler, der auch gewillt ist seine Kränkungen heimzuzahlen...



Erst sehr spät bemerkt der junge gute Kerl, dass er da einem falschen Vorbild nachgeeifert hat. Die Dramaturgie steuert zielsicher auf das unausweichliche Duell der Revolverhelden zu. "Der Tod ritt dienstags" ist ein äusserst spannender und dicht inszenierter ItaloWestern mit zwei guten Hauptdarstellern, die dem Film den Stempel aufdrücken. Der Nachwuchsheld wird mit einfachen Mitteln psychologisch manipuliert, aber auch eine Läuterung findet statt, die allerdings auch Opfer fordert. Für Westernfans ein Muß. Ein sehr guter Vertreter des Genres. 


 
 Bewertung: 8,5 von 10 Punkten.

Von Angesicht zu Angesicht




Regie. Sergio Sollima

Der Professor und der Bandit...

Es gibt drei ganz große Sergios des Italo Western: Sergio Leone, Sergio Corbucci und Sergio Sollima, der vor allem durch seine Cuchillo Western-Trilogie in die Filmgeschichte einging: 1966 entstand der populärste der drei Filme "Der Gehetzte der Sierra Madre", es folgte ein Jahr später der eher psychologische "Von Angesicht zu Angesicht", beendet wurde die Trilogie 1968 mit "Lauf um dein Leben".
Alle drei Filme gehören zu den besten 20 Italo Western aller Zeiten.
Brad Fletcher (Gian Maria Volonte", ein Geschichtsprofessor aus Boston verlässt seine Heimat und den Lehrstuhl an der Universität, weil er eine angeschlagene Gesundheit hat. Der Lehrer war beliebt bei seinen Schülern, er gilt als rechtschaffener Mann, besucht den Gottesdienst und hat tadellose Ideale.
Sein Chef wünscht ihm alles Gute für seinen Neuanfang in Texas, das Klima soll dort viel günstiger sein. Ausserdem gibt er dem sensiblen Mann mit auf den Weg ein bisschen mehr Biß zu zeigen, denn durch seine eher sanfte Art hat er nicht viel in Sachen Karriere hinbekommen.
 Der wilde Westen ist aber auch ein viel aggressiveres Pflaster - dies muss der Professor schon bald erkennen. Er betreibt in der neuen Heimat inzwischen eine Station, wo auch die Postkutschen vorbeikommen und halten. Eines Tages taucht dort eine Kutsche auf, bei den Insassen handelt es sich um ein paar Polizeibeamte, die den Outlaw und Bandenführer Solomon Beauregard Bennet (Tomas Milian) als Gefangenen mit sich führen. Die Gesetzeshüter behandeln ihren Gefangenen ziemlich miies, nicht mal Wasser wird ihm gegeben. Dies kann Fletcher mit seinem Gewissen nicht vereinbaren, es reicht dem Bandit einen Becher. In dem Moment wird er auch schon von diesem überwältigt und wird als Geisel mitgenommen. Es entsteht sehr bald ein gegenseitiger Respekt zwischen den beiden ungleichen Männern. Fletcher lernt Beauregards Bande "die Wilde Horde" kennen und ist vom vogelfreien Leben, der dort zelebrierten Gewalt fasziniert und integriert sich schliesslich in deren Siedlung Pietra di Fuoco, wo die Banditen mit Frauen und Kindern leben. Gleichzeitig ist der intelligente Pinkerton Detektiv Siringo (William Berger). Dieser versucht sich bei der Bande als neues Mitglied einzuschleusen...


Aus psychologischer Sicht ist vor allem die Verwandlung des Professors interessant, der eine geradezu merkwürdige Verwandlung vom schüchternen ruhigen Bürger in einen kalten und berechnend agierenden Dieb und Möder durchläuft. Er findet zunehmend Geschmack an der Macht - tut das Gleiche wie der bei seinen Männern beliebte und respektierte Bandenboss, doch bei Fletcher wirkt die gleiche Handlung viel  gefährlicher und eben anders. Umrahmt wird das ganze mit einem sehr schönen Western Kolorit, untermalt wird von Maestro Morricones genialer Westernmusik. Der showdown des Films ist atemberaubend und beinahe schon von einer hypnotischen Schönheit. Melancholischer wurde das Sterben in der Wüste selten eingefangen.

Bewertung: 8 von 10 Punkten.