Dienstag, 22. November 2016

Airport 77 - Verschollen im Bermuda Dreieck

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Jerry Jameson 

Gefangen unter Wasser...

In den 70er Jahren waren Katastrophenfilme total in. Ob nun Schiffsunglück (Die Höllenfahrt der Poseidon) oder ein brennendes Hochhaus (Flammendes Inferno), ob nun die Erde bebt (Erdbeben) oder ob ein Flugzeug abstürzen könnte (Airport) - immer klingelten die Kassen und diese Filme wurden zu großen Blockbustern in ihrer Dekade.
"Airport" von George Seaton aus dem Jahr 1970 war gleich nach "Love Story" der zweiterfolgreichste Film des Jahres. Kein Wunder, dass dieser Filmhit drei Fortsetzungen nach sich zog. In "Airport 75" von Jack Smight muss sogar Karen Black die Rolle des Piloten übernehmen. Auch dieser Film landete natürlich in den Top 10 der erfolgreichsten Filme des Jahres. Es folgte "Airport 77", der diesmal von Jerry Jameson gedreht wurde. Er konnte sich ebenfalls an der Kinokasse sehr gut durchsetzen und 103 Millionen Dollar konnten erwirtschaftet werden.
Er folgt natürlich nach dem gleichen Schema seiner beiden Vorgänger. Ein Flugzeug gerät in Not und sowohl die Besatzung als auch die Passagiere werden von großen oder bekannten Darstellern gespielt. In "Airport 77" sind die Altstars James Stewart, Olivia de Havilland und Joseph Cotten zu sehen. Die Oscarpreisträgerin Lee Grant darf die schwierigste Passagierin an Bord spielen. Ihr Mann wird von Christopher Lee verkörpert. Natürlich taucht auch irgendwann der Schutzengel aller Airport Filme Joe Patroni auf, dann weiß der Zuschauer, dass die meisten Menschen dort oben in der Luft doch wieder heil auf die Erde zurückkommen. Es muss aber aufgrund von dramatischen Erwägungen auch einige Opfer geben. Jack Lemmon ist sozusagen ein total zuverlässiger Pilot, dem man gerne sein Leben anvertraut. Seine Freundin fliegt natürlich mit - Brenda Vaccaro bekam diese Rolle. Und da die Boeing 747-100 auf dem Weg zu dem luxuriösen Privatbesitz des wohlhabenden Philantropen Philip Stevens (Jimmy Stewart) ist und sich an Bord unbezahlbare Kunstwerke und Gemälde befinden, die für sein neues Museum bestimmt sind, ist die Fracht so wertvoll, dass es böse Menschen auf den Plan ruft. Zu diesem Schurken gehört auch der Co-Pilot Bo Chambers (Robert Foxworth), der mit weiteren Gangstern einen fiesen Plan verfolgt. Das Flugzeug soll entführt werden und so kommt Schlafgas zum Einsatz, dass keiner der Passagiere etwas davon mitbekommt. Captain Don Gallagher muss dann noch bewusstlos geschlagen werden. Doch der geplante Flug der Gangster zu einer kleinen einsamen Insel, wo sie das Diebesgut abladen wollen, misslingt. Während des Sinkfluges schränkt eine Nebenbank die Sicht ein - Minuten später streift das Flugzeug eine Bohrinsel. Das Flugzeug stürzt ins Wasser und bleibt dort in dem relativ flachen Wasser liegen. Nun wachen die Passagiere und auch der Captain langsam wieder auf. Der Wasserdruck wird natürlich allmählich mehr Beschädigungen hervorrufen, ganz zu schweigen von der Luft in einem beschädigten Flieger unter Wasser. Nun sind sie auf sich gestellt und verschollen im Bermuda Dreieck...



Einige Drehbuchideen sind natürlich wie auch schon beim Vorgänger etwas absurd. Aber immerhin ist der Film auch wieder professionell und spannend gemacht. Die Rettungsaktion durch die Armee mit einigen mit Luft gefüllten Riesenballons ist irgendwie fesselnd und sogar realistisch.





Bewertung: 7 von 10 Punkten. 

 

 

Regie: Jerry Jameson

Laß den Chesley Sullenberger in Dir raus...

Zweifelsohne gehören die vier Airport Filme der 70er zu den besten Beiträgen im Genre des Katastrophenfilms. Und "Airport 77 - Verschollen im Bermunda Dreieck" ist aufgrund seiner realistischen Darstellung der Rettungsaktion sogar dem oscarpreisgekrönten Erstling "Airport" fast ebenbürtig.
Wie immer darf der Zuschauer eine Vielzahl von großen Hollywood Stars bewundern, die als Flugpassagiere in die Bredouille kommen. Mit Joseph Cotten und Olivia de Havilland - bereits in den 60er Jahren im Bette Davis Klassiker "Wiegenlied für eine Leiche" ein unzertrennliches Gespann, gibts ein Wiedersehen. Auch in "Airport 77" müssen sie zusammenhalten. Christopher Lee spielt den hilfsbereiten Martin Wallace, der aber von seiner Frau Karen, gespielt von Lee Grant, ständig angegiftet wird. Als Pilot Captain Don Gallagher ist Jack Lemmon zu sehen. Er hat natürlich eine Affäre mit der Stewardess Brenda Vaccaro. James Stewart ist dabei - allerdings nicht im Flugzeug selbst. Allerdings gehört ihm als steinreicher Mann dieser luxuriöse Privatjumbo und die Passagiere sollen in dieser umbebauten Boeing 747 zu seinem Wohnsitz nach Florida fliegen. Im Frachtraum hat er auch einige erlesene und sehr wertvolle Gemälde aus seinem Privatbesitz. Die heiße Fracht lockt natürlich auch die bösen Buben an und so ist der Copilot Chambers (Robert Foxworth) einer der Schurken, die auf dem Flug Spezialgas in die Klimaanlage einleiten. Der aufrechte Captain wird niedergeschlagen, die anderen Passagiere allesamt bewusstlos. Dann steuern sie das Flugzeug unterhalb der Radarüberwachung, um so ungesehen zu einem stillgelegten Flugplatz auf einer einsamen Insel zu gelangen. Doch kurz vor dem Ziel geht die Sache mächtig schief: Das zu niedrig fliegende Flugzeug streift mit einer Tragfläche die Spitze eines Ölbohrturms. Chambers kann die beschädigte Maschine nicht mehr in der Luft halten und muss notwassern, die Maschine sinkt sofort. Doch die Passagiere haben Glück im größten Unglück: Die Meerestiefe ist an dieser Stelle überhaupt nicht tief, so dass noch ein kleiner Hauch von Überlebenschance bleibt..




Und gemeinsam mit Darren McGavin versucht Jack Lemmon einen Plan zu schmieden, wie man vielleicht doch nicht sein Leben im Meer verliert. Doch die Zeit läuft und immerhin steht dann der große Held der Airport Filme - Joe Patroni, gespielt von George Kennedy - wieder da und leitet die Rettungsaktion mit. Das gibt schon mal Grund zur Hoffnung. Natürlich darf das obligatorische Filmlied nicht fehlen - denn immerhin gabs für "The Morning After" von Maureen McGovern im "Poseidon Inferno" Katastrophenfilm einen Oscar als bester Filmsong. Diesmal singt Tom Sullivan, der den blinden Steve spielt sein Lied "Beauty is in the eye of the beholder". Mit dem Oscar klappte es zwar nicht - aber dafür kann sich die Spannung in "Airport 77" sehen lassen. Die beste Szene hat Lee Grant, wie ich finde. Die Schauspielerin überzeugt einmal mehr in einer markanten Nebenrolle, weil sie ihren Figuren im Nu etwas ganz Individuelles gibt.
Was dem eher fürs TV tätige Regisseur Jerry Jameson sehr überzeugend gelang, ist die äusserst realistische und fesselnde Rettungsmaßnahme, die durchs Militär und die speziell als Taucher ausgebildeten Soldaten minutiös abläuft.




Bewertung: 7 von 10 Punkten. 

Sleepers

























Regie: Barry Levinson

Späte Rache...

Nachdem seine 80er Jahre Filme wie "American Diner", "Der Unbeugsame" und vor allem "Good Morning Vietnam" sehr gute Bewertungen erhielten, konnte Barry Levinson mit "Rain Man" nicht nur einen echten Welterfolg verbuchen. Er gewann darüberhinaus auch noch den Oscar als bester Regisseur. Insgesamt gewann das Drama mit Dustin Hoffman und Tom Cruise als ungleiches Brüderpaar vier Academy Awards. Und auch die Kinokassen klingelten eindrücklich. Insgesamt spielte "Rain Man" 354 Millionen Dollar weltweit ein. Ein Großerfolg, den Barry Levinson bis heute nicht mehr wiederholen konnte. Obwohl er für "Bugsy" noch einmal eine Oscar-Nominierung erhielt.
Der 1996 entstandene "Sleepers" gehört ebenfalls zu seinen erfolgreichen Arbeiten. Das 165 Millionen Dollar weitweite Einspielergebnis verdankt "Sleepers" vor allem einer attraktiven Starbesetzung zu denen Dustin Hoffman, Robert de Niro, Kevin Bacon, der junge Brad Pitt und der aufstrebende Jungstar Brad Renfro gehörten.
Mit diesem Cast kann eigentlich nichts schiefgehen - dennoch hinterlässt "Sleepers" meines Erachtens einen zweigeteilten Eindruck. Während der erste Teil des Films atmosphärisch überzeugend wirkt und 12 Jahre vor dem zweiten Teil spielt, habe ich mit den Ereignissen des Jahres 1981 doch meine Mühe. Die Geschichte, basierend auf dem Roman von Lorenzo Carcaterra" wirkt für mich zu konstruiert und kann sich nicht so recht entscheiden zwischen dem Aufdecken einer grausamen Wahrheit und einem raffinierten Plan.
1969 wachsen die vier Freunde Lorenzo "Shakes" Carcaterra (Joseph Perrino), Michael (Brad Renfro), John (Geoffrey Wigdor) und Tommy Marcano (Jonathan Tucker) in Hell´s Kitchen in Manhattan auf. In Hell´s Kitchen leben überwiegend italienische und irische Einwanderer. Die Kirche ist mächtig, aber auch die Mafia. So ist es nicht verwunderlich, dass die vier Jungs eifrige Messdiener bei dem unkonventionellen Pater Bobby Carillo (Robert de Niro) sind, aber auch ihr Taschengeld für Botengänge des Mafiosi King Benny (Vittorio Gassman) aufbessern. Das Leben ist hier bunt, aber mit wenig Perspektive. Das Leben der vier Freunde ändert sich an einem einzigen Tag. Beim Klauen eines HotDogWagens geschieht ein fürchterlicher Unfall. Die Jungs werden vom Gericht verurteilt einige Monate im Wilkinson Heim für schwer erziehbare Jungs zu verbringen. Doch statt Resoszialisierung kommen die Teenager in die Hölle. Der fieseste Aufseher ist der psychopathische Sadist Sean Nokes (Kevin Bacon), der nicht nur brügelt und misshandelt, sondern mit einigen seiner kollegen die Jungen auch sexuell missbraucht. Keinem erzählen sie ihre Qualen und so bleibt das Verbrechen an den Schutzbefohlenen ungesühnt. 12 Jahre später ist auch Michael (Brad Pitt) ein aufstrebener Nachwuchs-Staatsanwalt geworden, Lorenzo (Jason Patric) ist auch nicht auf die schiefe Bahn gekommen und erzählt auch die Geschichte. Aber John (Ron Eldard) und Tommy (Billy Crudup) sind inzwischen echte Gangster geworden und gehören der berüchtigten West Side Boys an. Eines Abends entdecken sie in einer Kneipe ihren ehemaligen Peiniger Nokes, der gerade ein Essen bestellt hat. Der Hass kommt spontan hoch und die beiden erschießen Nokes. Es kommt zum Prozess. Mit der Verteidigung ist der alkoholkranke Danny Snyder (Dustin Hoffman) beauftragt. Ankläger ist Michael, der Freund der Beiden. Was allerdings keiner weiß und so spielt Michael gemeinsam mit Lorenzo ein doppelbödiges und gefährliches Spiel. Heimlich gibt er dem Verteidiger die Trümpfe in die Hand. Denn Ziel des Plans ist es als Ankläger so schlecht zu sein, dass seine Freunde freigesprochen werden. Einerseits wird in der Verhandlung die beschämende Wahrheit von früher aufgedeckt. Am Ende ist es aber Pater Carillo, der über den Ausgang der tragischen Geschichte bestimmt...


Leider wird "Sleepers" an vielen Stelle zu konstruiert und auch schwerfällig. Daher versucht auch immer wieder die Off Stimme (es ist der Erzähler Lorenzo) dem Zuschauer die Handlung zu erzählen, schlüssig zu machen und sämtliche Ungereimtheiten aus dem Weg zu räumen. Vielleicht wäre der Film insgesamt besser geworden, wenn die Täter dann auch wirklich auf "schuldig" plädiert hätten - Schließlich wären sie mit mildernden Umständen aufgrund des Verbrechens, dass das Opfer an ihnen beging und ein fieser Täter war, davon gekommen - wie ich vermute. Aber der Roman und auch der Film gehen andere Wege - so siegt am Ende eine Lüge. Insgesamt ist der 2. Teile eher etwas schleppend und das Klagegedicht ist allgegenwärtig, ohne dass es so richtig zum Tragen kommt. Am Ende steht ein harmonisches Bild der vier Freunde mit ihrer gemeinsamen Freundin Carol Martinez, gespielt von Minnie Driver und ein nostalgisches Gefühl kommt auf. Für mich ist "Sleepers" irgendwie misslungen, obwohl der Film gute Szenen hat und auch die Handlung, die 1968 spielt, gut gemacht ist. Auch die Kameraarbeit von Michael Ballhaus ist beeindruckend. 




Bewertung: 6 von 10 Punkten

Airport 80 - Die Concorde
























Regie: David Lowell-Rich

Anschläge auf die Concorde...

13 Millionen Dollar US-Einspielergebnis war natürlich selbst für das Jahr 1979 ein ernüchterndes Ergebnis, gemessen an dem Kassenerfolg der drei vorangegangenen Airport Filmen. Der Erstling "Airport" nach dem Roman von Arthur Hailey war mit über 100 Millionen Dollar ein echter Kinohit und hätte 1970 beinahe sogar die gute alte "Love Story" noch überrundet. Auch "Airport 75" und "Airport 77 - Verschollen im Bermuda Dreieck" waren Erfolge. Erschwerend hinzu kam bei Teil Nr. 4 "Airport 80 - Die Concorde", dass auch die Kritiken nicht gerade wohlwollend waren. Wen wundert es ? Das Drehbuch von Jennings Lang und Eric Roth ist mit Unlogik und Absurditäten gespickt. Dem Regisseur David Lowell-Rich kann man dieses Manko nicht anlasten und mit Philip H. Lathrop als Kameramann darf man auch die beste Einzelleistung gebührend hervorheben. An den Bildern lag es nicht. Die imposante "Concorde" wird gut ins Licht gesetzt und die Starbesetzung kann sich auch noch sehen lassen.
Denn es gibt ein Wiedersehen mit der Oscarpreisträgerin Mercedes McCambridge (berühmt durch Johnny Guitar), mit der Schwedin Bibi Andersson (Muse von Ingmar Bergman), mit den oscarnominierten Charakterdarstellern Eddie Albert (spielt den Chef der Fluglinie, der natürlich mit an Bord ist) und Cicely Tyson. Auch Hollywoods Jungstar aus den 50ern Robert Wagner ist mit dabei, sogar als Schurke - eine Rolle, die er gut spielt. Ausserdem der heute eher in Vergessenheit geratene populäre Erotik Star der 70er Jahre: Sylvia Kristel aus dem Erotikstreifen "Emmanuelle". Sie darf diesmal die Chefstewardess spielen, die mit dem Kapitän ein Verhältnis hat. Alain Delon konnte für diesen Part verpflichtet werden, wobei er diesen Part des Chefpiloten diesmal mit dem unverwüstlichen George Kennedy teilt, der wie gewohnt die Lichtgestalt der Airportfilme - Joe Patroni - spielt.
Der ist inzwischen Witwer und sein kleiner Sohn, der die fünf Jahre zuvor stattfindende Airportkatastrophe überlebte -  dank der beherzten Stewardess karen Black, die das Flugzeug steuerte - studiert inzwischen. Gut, vielleicht ein hochbegabtes Kind bei diesem Übervater. Aber ohne Patroni läuft halt nichts und nur als Witwer kann sein Kollege und Freund Alain Delon ihm zu einer der schönsten Nächte seit langem verhelfen. Denn er liegt am Anfang in den Armen der hübschen Francine (Bibi Andersson), weiß aber nicht, dass die für ihre Liebesdienste von Delon bezahlt wurde. In diesem Zusammenhang kommt dem Zuschauer schon mal in den Sinn, dass der Pilot nicht schlecht verdienen muss, wenn er mal ganz locker seinem Kollegen eine Liebesnacht mit einer Luxusprostituierten schenken kann.
Aber das ist nur eine der Nebenhandlungen. Es geht in "Airport 80" auch um einen fiesen Mordfall. In den ist gewzungenermaßen die Journalistin Maggie Whelan verwickelt. Die bekommt Besuch von einem Mann, der ihr brisanten Material über ihren Freund Kevin Harrisson (Robert Wagner) gibt, der im großen Stil Waffenlieferungen an den Vietkong geliefert hat . Doch der Auftragskiller ist auch schon unterwegs und so stirbt der Informant und Maggie hat Glück, denn sie entkommt dem Mörder. Als sie ihren Freund, den megareichen Firmenbesitzer der Harrison Industries zur Rede stellt, streitet der aber alles ab. Hat aber schon beschlossen, dass Maggies Concordeflug von Washington über Paris bis Moskau abstürzen soll. Und es kommt bei der ersten Etappe gleich nach dem Start zu einem Drohnenangriff, kurz vor der Landung in Paris wird es wieder brenzlig als das Überschallflugzeug von einer Phantom attackiert wird. Tja...dank Patroni und Delon gibts das vorläufige Happyend und ohne sich um diese zwei Attacken zu kümmern, gehts auch schon weiter nach Moskau. Natürlich wurde die Concorde so sabotiert, dass sich während des Fluges die Frachtluke von alleine öffnet. Eine Notlandung in den Alpen. Das können nur die zwei im Cockpit...


Das klingt dämlich und ist es auch. Allerdings hat auch "Airport 80" (manchmal auch "The Concorde - Airport 79) wie seine Vorgänger einen hohen Unterhaltungswert. Allerdings erkennt man dann auch wie gut und ernsthaft "Airport 77" war. Hier geht man eher wieder den ganz unglaubwürdigen und übertriebenen Weg wie auch schon in "Airport 75" - der hatte aber mit Karen Black den entscheidenen Vorteil als Wohnfühlfaktor im Katastrophenszenario. Auch die singende Nonne fehlt. Statdessen gibts einen dunkelhäutigen Saxophonisten, der mit einer Jazzsängerin eine kleine a-Capella Einlage liefert. Im Grunde kann sich Robert Wagner als Bösewicht am besten verkaufen. Die beste Szene hat er dabei auf dem Airport selbst, als seine Geliebte bereits den Gateway passiert und auf dem Wege zum Flugzeug ist. Er sieht seine Freundin durch eine Glasscheibe, wie sie das brisante Material gegen ihn öffnet. Sie selbst sieht nicht seinen zu allem entschlossenen Killerblick, den sie hat ihm den Rücken zugedreht.




Bewertung: 5,5 von 10 Punkten.

Dienstag, 15. November 2016

Die heiße Spur

























Regie: Arthur Penn

Bewegungen im Dunkeln...

Arthur Penn (1922 - 2010) war über 35 Jahre aktiv als Regisseur tätig - er hat allerdings eine sehr überschaubare Filmographie vorzweisen. Dies lag daran, dass Penn sehr hohe Ansprüche bei der Auswahl seiner Filmprojekte anlegte. Sein erster Film "Einer muss dran glauben" war ein sehr gelungener Billy the Kid Film mit Paul Newman in der Hauptrolle, der den Heldenmythos gnadenlos demontierte. Für seine Regie in "Licht im Dunkel" wurde er erstmalig für den Regie-Oscar nominiert. Für "Bonnie and Clyde" und "Alice´s Restaurant" wurde er zwei weitere Male für den begehrtesten Filmpreis der Welt vorgeschlagen. "Little Big Man" wurde sein erfolgreichster Kassenhit. In den 70er Jahren wurde es leider stiller um ihn - obwohl ihm auch in dieser Dekade zwei echte Klassiker gelangen. Sowohl den Western "Duell am Missouri" als auch der Neo Noir "Die heiße Spur" werden bis heute von der Kritik nicht so gewürdigt wie sie es verdient hätten.
Penn selbst nannte seine Vorbilder Ingmar Bergman und Regisseure der Nouvelle Vague. Und einer dieser französischen Filmemacher wird in "Die heiße Spur" auch zitiert. Los Angeles: Ellen Moseby (Susan Clark), die Frau des hartgesottenen und leicht reizbaren Privatdetektivs Harry Moseby (Gene Hackman) geht mit einem Bekannten (Harris Yulin) ins Kino - es läuft "Meine Nacht mit Maude" von Eric Rohmer. Weil ihr Mann sich keine Filme ansehen will, die so interessant sind wie 2 Stunden jemandem beim Wände tapezieren zuzuschauen. Der Bekannte Marty Heller schon - und als Harry seine Frau vom Kino abholen will, bemerkt er plötzlich, dass diese mit ihrem Begleiter eine Affäre haben muss. Ablenkung sucht der Schnüffler durch seinen neuen Fall. Er soll für die alternde Schauspielerin Arlene Iverson (Janet Ward) ihre verschwundene Stieftochter Delly Garstner (Melanie Griffith) finden und wieder nach Hause bringen. Das frühreife Girl soll nyphomane Tendenzen haben. Erste Anlaufstelle ist einer ihrer Lover. Doch Quentin (James Ward) gibt an, dass sie schon wieder mit einem gewissen Marv Ellmann (Anthony Costello) zusammen ist.  Einem Stuntman, der in Sachen Frauen nichts anbrennen lässt. Doch auch der ist inzwischen nicht mehr mit Delly zusammen - durch den Stuntman Joey Ziegler (Edward Binns), mit dem sich Harry etwas anfreundet, bekommt er aber den Tipp, dass Delly sich bei ihrem Stiefvater Tom Iverson (John Crawford) in Florida aufhält. Tatsächlich findet Harry das Mädchen, aber er ist auch einer Affäre mit Paula (Jennifer Warren), der Freundin von Tom nicht abgeneigt..


.Tatsächlich ist "Die heiße Spur" eine lange Zeit ähnlich dialoglastig und auf die Figurenzeichnung konzentiert wie in einem Film von Rohmer. Der Film geht an seine Geschichte sehr ruhig und kühl heran, es dominiert das zwischenmenschliche Miteinander - dann ändert sich die Struktur des Films durch das Auffinden eines Flugzeugwracks bei einem Tauchgang. "Die heiße Spur" packt seine düsteren Noir Elemente aus und wirkt dann umso intensiver, weil es Penn gelang die Figuren psychologisch interessant und vor allem lebendig werden zu lassen. Harry Moseby, der ehemalige Footballspieler und mittelmäßige Detektiv ist zwar am eigenen Leben ohne echte Leidenschaft beteiligt, gerät aber in einen nicht vorhersehbaren Strudel, als er es mit einem Auftrag einen Tick zu genau nimmt. Eine starke Ähnlichkeit mit Alan J. Pakulas Paranoia Thriller "Zeuge einer Verschwörung" kann man erkennen. "Die heiße Spur" entpuppt sich dann tatsächlich als existenzialistische Meditation über das Scheitern eines Mannes, dessen Selbstbild immer mehr zerbröckelt. Wie Harry geht es auch dem interessierten Zuschauer. Im Nu wurde dem Zuseher der Boden unter den Füßen weggezogen. Ein echter Geheimtipp in Sachen beinahe schon vergessene 70s Filmperlen.



Bewertung: 9 von 10 Punkten.

Moneyball - Die Kunst zu gewinnen























Regie: Bennett Miller

Der Manager der Oakland Athletics...

Bennett Millers Sportfilm "Moneyball - Die Kunst zu gewinnen" bekam im Oscarjahr 2016 insgesamt 6 Nominierungen, darunter auch als "Bester Film des Jahres" und für die beiden Darsteller Brad Pitt und Jonah Hill - am Ende ging das Baseball-Drama allerdings leer aus. Er spielte alleine in den USA 75 Millionen Dollar ein und der Regisseur blieb bei seinem Nachfolgefilm "Foxcatcher" dem Genre Sportfilm treu.
Das Drehbuch von Stan Chervin, Aaron Sorkin und Steven Zailian ist so angelegt, dass die Geschichte auch von ganz normalen Zuschauern verstanden wird, die sich nicht speziell für Baseball interessieren. Oder wie Brad Pitt mehrmals erwähnt "wie kann man von Baseball nicht verzaubert werden". Der Schauspieler ist die perfekte Besetzung für den ehrgeizigen Teammanager Billy Beane der Oakland Athletics. Als junger Typ (Reed Thompson) galt er als Riesentalent und große Hoffnung für den Baseball, aber er erfüllte die hohen Erwartungen leider nie. Als Manager versucht er nun alles um den großen Wurf zu machen. Dabei ist die Mannschaft der Oakland Athletics zwar gut, aber anderen Vereinen hoffnungslos unterlegen. Billy Beane will unbedingt ein Winnertyp sein - was in der Vergangenheit nicht gelang. Als Spieler nicht und auch nicht als Ehemann von Sharon (Robin Wright) - seine Tochter Casey (Kerris Dorsey) sieht er aber an den Wochenenden. Für die vergangene Saison wird er zwar von allen gelobt - aber er will mehr. Beane kann es nicht ertragen, dass seine Mannschaft nicht gewinnen kann, weil das Budget der Oakland Athletics zu kein und die Spieler zu teuer sind. Gute Nachwuchsspieler, die er und der Trainer Art Howe (Philip Seymour Hoffman) groß gemacht haben, werden dann durch bessere Angebote der finanziell starken Vereine abgeworben. Das muss ein Ende haben. Während seine Scoutingabteilung nach altbewährtem Modus Ausschau nach geeigneten Kandidaten für dei vakanten Positionen halten, versucht Beane neue Wege zu gehen. Bei einem Besuch bei den Cleveland Indians lernt er dort den jungen, dicklichen Wirtschaftsanalytiker Peter Brand (Jonah Hill) kennen.
Brand hat Methoden zur Einschätzung der Stärken und Schwächern von Spielern entwickelt, die im Baseballsport einzigartig sind und auf Basis dieer mathematischen Daten stellt Beane ein Team von Außenseitern und anderswo verschmähten und unterschätzten Spielern wie Scott Hattenberg (Chris Pratt) oder David Justice (Stephen Bishop) zusammen. Nicht das Ansehen und der Marktwert des Spielers sind wichtig, sondern alleine die Zahlen, seine am Computer berechenbare Leistung. Und laut Brand kann Beane ein echtes Winnerteam zum Spottpreis zusammenkaufen, vorausgesetzt er achtet auf die richtigen Statistik-Kombinationen
Dies führt zu heftigen Konflikten, nicht nur mit dem Trainer...



Aber mündet nach einer Durststrecke am Anfang in die längste Siegesserie in der langen, langen Geschichte des Baseballs. Wie aus Baseball Moneyball wurde erzählt diese Geschichte nach Tatsachen.
Durch die damals revolutionäre Einführung der Sabermetrics zur Spielerbewertung, gestaltete Beane ab dem Jahr 2000 systematisch um und konnte den finanziell zweitklassigen Verein vier Jahre lang in Folge in die Playoffs führen, wo das Team jedoch stets früh scheiterte.
Diese Anfangsjahre werden in den USA als die "Moneyball Years" bezeichnet. Trotz lukrativer Millionenangebote blieb Beane seinen Oakland Athletics bis heute treu. Sein aktueller Vertrag läuft bis 2019.
Die Story wurde von Bennett Miller sehr atmosphärisch umgesetzt und man bleibt gespannt beim Geschehen. Die gute Besetzung wertet den Film noch zusätzlich auf. "Moneyball" ist sehr gelungen, er wirkt authentisch und phasenweise sogar mitreissend. Man kann Regisseur Miller durchaus gescheinigen, dass er eine ausserordentlich gute Schauspielerführung beherrscht - sichtbar auch an dem Nachfolgefilm "Foxcatcher", der Steve Carell und Mark Ruffalo ebenso beinahe zum Oscar verholfen hätte. Mit drei Filmen in 11 Jahren (Capote, Moneyball und Foxcatcher) ist Bennett Miller zwar nicht unbedingt ein produktiver Regisseur, aber dennoch kann sich seine bisherige Filmographie sehen lassen. Alle drei Filme sind irgendwie speziell und tragen seine spezielle Handschrift.




Bewertung: 7,5 von 10 Punkten.