Freitag, 14. November 2014

Blood Ties

























Regie: Guillaume Canet

Cop und Gangster - Die ungleichen Brüder...

Guillaume Canet ist ein französischer Regisseur, Schauspieler und Drehbuchautor, der 2003 für seine erste Regiearbeit "Bad, bad Things" bereits Nominierungen für einen Cesar und auch für den Felix, den europäischen Filmpreis, erhielt. Mit dem Kriminalfilm "Kein Sterbenswort" konnte er 2006 einen weiteren Erfolg verbuchen - der Thriller machte an den französischen Kinokassen eine gute Figur und Canet konnte damit sogar den Cesar als bester Regisseur gewinnen. 2013 drehte er mit "Blood Ties" nun den ersten englischsprachigen Spielfilm - interessanterweise ist es ein Remake des Thrillers "Rivals" von Jacques Maillot, also ein Film, indem er 2008 selbst die Hauptrolle spielte. Die Handlung wurde allerdings vom franzöisischen Lyon nach Brooklyn verlegt. Geblieben ist aber das blutige Band zwischen zwei ungleichen Brüdern und in beiden Streifen wird der Zuschauer in die 70er Jahre zurückversetzt. Möglicherweise sind Filme, die in den 70ern spielen momentan ein bissel im Trend...ich denke da an "American Hustle", "The Quiet Ones" oder "Conjuring". Aber warum auch nicht ? In diesem innovativen Jahrzehnt entstanden ja auch einige der besten Filme aller Zeiten und damals interessierten sich die Kinogänger für kontroverse Stoffe und ambivalente Helden.
"Blood Ties" basiert auf dem Roman "Deux freres: Flic & Truand" von Bruno und Michel Papet und erzählt von dem ungleichen Brüderpaar Chris (Clive Owen) und Frank (Billy Crudup), die im Jahr 1974 wieder aufeinander treffen. Nachdem Chris 12 Jahre im Knast eine Strafe verbüßte. Er ermordete damals den Vergewaltiger und Mörder seiner Freundin bestialisch. Nun ist er Freigänger und kann auch weiterhin in Freiheit bleiben, wenn er eine Arbeit vorweisen kann. Sein Bruder Frank ist Polizist bei der New Yorker Polizei und besorgt ihm einen Job in einer Autowerkstatt. Vater Leon (James Caan) freut sich sehr, muss aber immer wieder mitansehen, wie sehr sich die Brüder misstrauisch gesinnt sind. Chris wirft seinen jüngeren Brüder vor, dass dieser ihn 9 Jahre nicht mehr im Knast besucht hat und auch eine Geschichte aus der Kindheit ist noch nicht vergessen. Frank sollte für Chris Schmiere stehen und ihn mit einem dreimaligen Klopfen bei diesem Einbruch warnen, wenn die Polizei kam...dies tat er nicht und Chris wurde damals zum ersten Mal verhaftet. Danach zieht sich seine kriminelle Karriere wie ein roter Fader durch sein Leben. Mit Monica (Marion Cottilard), seiner Exfrau, hat er zwei Kinder (Charlie und Daisy Tahan), für die er nach so vielen Jahren ein Fremder ist. Um die Kinder behalten zu können und für sie zu sorgen wurde aus Monica eine Prostituierte. Darüberhinaus hat die Frau auch ein Drogenproblem und sieht in Chris einen Versager. Der tut sich bei der neuen Arbeitsstelle schwer, denn er muss die Drecksarbeiten machen und verdient wenig. Immerhin lernt er dort die junge Büroangestellte Natalie (Milla Kunis) kennen, mit der er ein Verhältnis eingeht. Frank verfolgt seit mehreren Wochen seine dunkelhäutige Exfreudin Vanessa (Zoe Saldana), die er vor einigen Jahren verlassen hat. Mit der Verhaftung ihres jetzigen Freundes (Matthias Schoenaerts) scheint der Nebenbuhler aus dem Feld geräumt zu sein. Währenddessen begibt sich Chris wieder in alte Muster, er schmeißt den Job und verdient mit Verbrechen sein Geld...


 Der Film ist vor allem durch die sehr gute Ensembleleistung der Akteure sehenswert. Alle Darsteller spielen ihre Rollen sehr glaubwürdig. Clive Owen und Billy Crudup passen sehr gut als ungleiches Brüderpaar. Aber auch die Nebendarsteller wie Marion Cottilard, Mila Kunis oder Zoe Saldana sind sehr gut ausgewählt. Am Ende überzeugt auch vor allem die eine Szene, die einen versöhnlichen Haken in die Vergangenheit schlägt. Canet selbst, der hier auch gemeinsam mit James Gray das Drehbuch schrieb, darf man loben: Nicht nur eine gute Regiearbeit, auch die Story ist gut aufgebaut und steigert die Spannung. Dabei ist eine gute Balance zwischen Thriller und Familiendrama entstanden. Ein Film, der mehr Aufmerksamkeit verdient hätte.

Bewertung: 8 von 10 Punkten.

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