Regie: Ron Howard
Die Geschichte von zwei Wahnsinnigen...
"Rush - Alles für den Sieg" ist nicht nur ein sehr gelungenes, äusserst spannendes Biopic über die große Zeit der beiden Rennfahrer Niki Lauda und James Hunt, die in den 70er Jahren größte Konkurrenten auf den Weltmeistertitel in der Formel 1 waren - der Film ist auch ein dynamischer Rennerfahrerfilm, der sich vor den ganz großen Rennerfahrermovies wie "Le Mans", "Grand Prix" oder "Indianapolis" nicht zu verstecken braucht. Regisseur der britisch--deutschen Coproduktion war Oscarpreisträger Ron Howard, bestens bekannt durch Filme wie "Willow", "DaVinci Code", "Apollo 13", "A beautiful Mind", "Splash", "Cocoon" oder "Der Grinch". Mit "Rush" ist ihm sogar eine seiner besten Arbeiten gelungen - ein ganz großer Anteil an diesem künstlerischen Erfolg kann man den beiden Darstellern Daniel Brühl und Chris Hemsworth zusprechen, die einerseits die nötige Verschiedenheit perfekt darstellen, andererseits so subtil spielen, dass man auch in jeder Szene den gegenseitigen Respekt bemerkt. Trotz aller Konkurrenz und Ablehnung steckt in der Tiefe eine freundschaftliche Zuneigung, die man als Zuschauer glaubt zu spüren, ohne dass sie jemand ausgesprochen wird. Dabei tritt Niki Lauda als Ich-Erzöhler im Film aus, auch das letzte Bild des Films zeigt den realen Niki Lauda. Die erste Begegnung findet bei einem Formel 3 Rennen 1970 auf dem Crystal Palace Circuit statt. Dabei wirkt der Lebemann und Playboy Hunt besonders auf die vielen Frauen. Er ist der blonde Schönling, dem alles zufliegt und der auch diese Draufgänger-Mentalität inne hat, die ihn für das andere Geschlecht zusätzlich attraktiv macht. Lauda ist ganz anders. Er ist ein Technikfreak und vor allem ein Perfektionist, der es sich zum Ziel gemacht hat bester Rennfahrer der Welt zu werden. Und dies gelingt ihm auch, vor allem durch sein großes Durchhaltevermögen und durch unermüdlichen Fleiß. Er nimmt einen Kredit auf und wechselt sozusagen auf eigene Kosten in die Königsklasse der Formel 1. Diese Nachricht stachelt den ebenso ehrgeizigen Hunt an, einen Rennstallbesitzer zu finden, der ihm eine Chance als Topfahrer gibt. So steht Lauda für das Topteam Scuderia Ferrari und Hunt erhält durch die kurzfristige Absage von Emerson Fittipaldi die Chance bei McLaren Racing einzusteigen. Lauda lernt die Exgeliebte des Schauspielers Curd Jürgens kennen und heiratet später seine Marlene Knaus (Alexandra Maria Lara). Hunt hat weniger Glück, er hat zwar den Vertrag bei McLaren, aber durch seine vorherigen Alkoholexzesse seine Frau Suzy (Olivia Hunt) geht ein Verhältnis mit Richard Burton ein. So wird Niki Lauda 1975 Weltmeister. Doch in der Saison 1976 werden die Karten neu gemischt. Es kommt zum ultimativen Zweikampf Hunt vs. Lauda und gipfelt sich schicksalshaft beim großen Preis von Deutschland. Dort komt es zu einem schweren Unfall und Lauda erleidet lebensgefährliche Verletzungen...
.und hier entfaltet sich die gekonnte Dramatik des Films, denn nur zwei Rennen später beim Großen Preis von Italien steht der lädierte Lauda wieder auf der Matte und greift wieder an. Alles entscheidet sich dann beim letzten Rennen in Fuji, das bei starkem Rennen und einbrechender Dunkelheit stattfindet und Bilder von gespenstischem Flair zeigen. Darüberhinaus sind die Rennszenen sehr gut inszeniert und obwohl ich kein Formel 1 Fan bin, hat mich der Film und die Geschichte dieser beiden Gegner phasenweise sogar fasziniert und ich denke Daniel Brühl, der für seine Rolle sogar eine Golden Globe Nominierung erhielt, hat Niki Lauda mit dieser Leistung ein Denkmal gesetzt. Auch wenn er ihn nicht als großen Sympathieträger anlegt, schafft es Brühl immer mehr seiner Figur schillernde Züge zu verleihen, man ist vom Wagemut des Rennfahrers immer mehr begeistert, auch wenn es einem manchmal kalt den Rücken runterläuft.
Bewertung: 8 von 10 Punkten.
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