Montag, 17. November 2014
Homefront
Regie: Gary Fleder
Wenn du von Gangstern besucht wirst...
Sylvester Stallone war in den 80ern Jahren zusammen mit Arnold Schwarzenegger der führende Actionheld des Kinos. 1976 wurde er schlagartig berühmt als Boxer "Rocky" im gleichnamigen Film, für den er auch das Drehbuch schrieb und ihm zwei Oscarnominierungen bescherte. Ab den 90ern wurde es etwas ruhiger um den Leinwandhaudegen, aber seit einiger Zeit sieht man ihn immer wieder bei zahlreichen Comebackversuchen. Zuerst noch als Neuauflage von Rambo und Rocky, inzwischen als Teil der Ensemble-Actionfilme "The Expendables", wo er auch als Regisseur tätig war und auch Walter Hill konnte ihn für "Bullet of the Dead" dazu bewegen in einem Buddy-Movie aufzutreten. Für den schnörkellosen Actionthriller "Homefront" schrieb er nun das Drehbuch - eigentlich war die Rolle des Undercover-Agenten mit ihm selbst in der Hauptrolle geplant - doch realisiert wurde der Film mit einem der neuen Garde der Actionhelden: Jason Statham. Dessen Nebenrollen bei den Guy Ritchie Kultmovies "Bube, Dame, König, Gras" und "Snatch" dem Publikum so imponierten, dass er einen Siegeszug als großer Actionheld antreten konnte. Es entstanden Filme wie "Death Race", "Crank", "Bank Job", "Transporter" oder "The Mechanic". Seine beiden letzten Filme versuchen es mit etwas mehr Tiefgang und Emotion, aber auch in "Redemption" und "Homefront" bekommt der Kinozuschauer zu 100 % Jason Statham serviert. Es gibt da wenig Spielraum für andere Facetten. Die Regie des Films übernahm Gary Fleder, der bereits mit Filmen wie "Das Leben nach dem Tod in Denver", "...denn zum Küssen sind sie da" oder "Das Urteil" solide gute Kinounterhaltung schuf. Auch "Homefront" ist alles andere als eine Enttäuschung, vorausgesetzt man akzeptiert die starke Nuancierung auf den dominanten Bullen, der in eine Kleinstadt untertauchen muss, aber so auffällig agiert, dass es kein Wunder ist, wenn seine neue Identität im Nu auffzufliegen droht. In den ersten 5 Minuten des Films wird man sogar mit Jason als langhaarigen Hardrock-Hardcore-Cop konfrontiert, ein Glück, dass er mit seinem neuen Leben als Normalo auch dieser doofen Perücke entledigen muss. Phil Broker (Jason Statham) ist Witwer und DEA-Agent. Nachdem er bei einem Einsatz den berüchtigen Drogenboss Danny T (Chuck Zito) festnehmen kann, muss er untertauchen. Denn Danny Ts Sohn wurde bei der Festnahme erschossen und der Gangster schwört im Knast grausame Rache. Ein Grund eine neue Identität anzunehmen, denn der Mann hat viele Killer-Connections nach draussen. So zieht Phil mit seiner kleinen Tochter Maddy (Izabela Vidovic) und dem kleinen Kater Luther (Luther) in eine Kleinstadt nach Louisiana. Befreiende Information für alle Tierfreunde, die sich dann etwas späer nicht mehr so gut auf die Handlung des Films konzentrieren können, weil sie befürchten müssen, dass dem kleinen Kater ein Leid geschieht: Entwarnung: Luther wird nicht sterben, auch wenn es nach dessen Entführung so aussehen mag. Da auch Maddy zuschlagen kann, wird der Vater schon sehr bald in die Schule gerufen, da sich seine Tochter erfolgreich gegen einen Mitschüler zur Wehr setzte. Die Lehrerin Susan Hetch (Rachelle Lefevre) könnte vielleicht eine Anwärterin zur zukünftigen Mutti der Kleinen und somit zur neuen Frau von Broker werden. Aber die Eltern des geschädigten Jungen (Kate Bosworth, Frank Grillo) sind weiterhin aggressiv und so wird der kriminelle Schwager Morgen "Gator" Bodine (James Franco) gebeten dem neuen Einwohner ein bisschen Angst zu machen. Doch dieser lässt sich auch durch wilde Schlägertruppen nicht so schnell einschüchtern, auch nicht durch eine Prostituierte (Winona Ryder), die mal als Drogenkurier tätig war. Aber immerhin weiß nun Bodine, dass Broker ein Undercover-Agent war und Danny T für den Aufenthaltsort des Mannes eine Menge springen lässt. Es kommt zum ultimativen Kampf auf Leben und Tod...
und der Zuschauer wird für 100 Minuten bestens unterhalten. Alles ist durchgehend spannend und die Figuren sind insgesamt gut getroffen. Es hat sich also ausgezahlt, dass man für die Rollen guten Darsteler ausgewählt hat. James Franco spielt gut und nuanciert und steuert einige interessante Charakterfacetten in seine Figur. Es gibt darüberhinaus ein Wiedersehen mit Winona Ryder und Clancy Brown, bekannt als Widersacher des Highlanders, ist diesmal der Sheriff der Kleinstadt. Ein bisschen wirkt das Ganze wie eine Hommage an das kompromisslos reaktionäre Actionkino der 70er und 80er Jahre, also Zuschauer mit Sinn für das Politisch-Korrekte werden mit der knalligen Selbstjustiz und "Selbst ist der Mann gegen die bösen Gangster, die kleine Mädchen und kleine Katzen entführen" nicht so viel anfangen können. Trotz allem bleibt das Szenario als gute Unterhaltung bestehen, auch wenn beim Showdown eine ganze Horde von Redneck-Gangstern zu vernichten sind. Aber keine Angst: Jason schafft sie alle - nicht nur deshalb, weil er schon im Vorfeld explosive Vorarbeiten absolviert hat.
Bewertung: 7 von 10 Punkten.
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