Freitag, 17. Juni 2016
Joy - alles außer gewöhnlich
Regie: David O. Russell
Die Erfnderin des Wundermops....
Bereits dreimal wurde Hollywood-Regisseur David O. Russell für den Oscar nominiert. Allerdings ging er sowohl mit "The Fighter", "Silver Lining" und "American Hustle" leer aus. Auch sein 2015 inszenierter "Joy - Alles außer gewöhnlich" ging mit einigen Nominierungen ins diesjährige Oscar-Rennen, aber Russell selbst wurde nicht nominiert. Dafür aber seine Hauptdarstellerin Jennifer Lawrence, mit der bereits zum dritten Mal zusammen gearbeitet hat. Lawrence spielt die 1956 geborene US-amerikanische Erfindererin und Unternehmerin Joy Mangano. Sie erfand den berühmten "Miracle Mop", wurde durch dieses Haushaltsgerät zur Millionärin und ist heute Präsident von Ingenious Design, LLC. Man sieht sie regelmässig auf dem US-TV-Shopping Kanal HSN und konnte dort auch weitere Erfindungen zu Kassenschlagern machen. Russells Filme sind immer etwas eigen, aber stets sehr unterhaltsam. "Joy" ist eine Geschichte des american Way of Life, im Grunde die alltbekannte Story vom Tellerwäscher, der zum Millionär wird und liefert auch gleich ein paar brauchbare Verstärker mit, dass die Heldin an sich glauben kann und so auch irgendwann gegen alle Stolperfallen und Barrieren triumphieren kann. Stellweise hat mich die Geschichte des Wunder Mops auch an den Doris Day Klassiker "Was diese Frau so alles treibt" erinnert. In dieser Comedy von Norman Jewison aus dem Jahr 1963 wird auch eine amerikanische Hausfrau (Beverly Boyer) zur reichen Werbeikone. Der Unterschied beider Filme ist die Ernsthaftigkeit. Während Doris Day die Lachmuskeln strapaziert, fehlen bei Russells Inszenierung auch der Tiefgang und auch tragische Rückschläge nicht. Seine Tragikomödie funktioniert aber dank des guten Drehbuchs und aufgrund eines gut aufgelegten Schauspieler-Ensembles.
Joy (Jennifer Lawrence/als Kind: Isabella Crovetti-Cramp) bastelte schon als kleines Kind sehr gerne und sie hatte großes Talent darin. Ihre Großmutter Mimi (Diane Ladd) glaubt sogar, dass sie so tolle Fähigkeiten hat einmal eine große Erfinderung zu werden. Joys Eltern (Robert de Niro/Virginia Madsen) streiten sich oft und trennen sich auch. Schon in der Kinheit freundet sie sich mit Jackie (Dascha Polanka/ als Kind: Emily Nunez) an. Das Verhältnis zu ihrer Halbschwester Peggy (Elisabeth Röhm/ als Kind: Madison Wolfe) ist eher immer etwas angespannt. Joy heiratet früh, merkt aber, dass ihr Ehemann Tony Miranne (Edgar Ramirez) nicht die Verantwortung übernehmen kann für die Familie zu sorgen. Er ist auch beruflich wenig ehrgeizig, sondern sieht sich als Sänger. Die Scheidung ist logisch, aber wegen den gemeinsamen beiden Kindern bleibt der Ex-Mann im Haus und wohnt im Keller. Auch der Vater steht irgendwann vor der Tür und wird zum zweiten Untermieter in dem Haus, wo die Frauen (Grandma, Mom und Joy) das Sagen haben. Als der Vater eine reiche Witwe Trudy (Isabella Rosellini) kennenlernt, kommt die Stunde von Joy. Es gelingt ihr, dass Trudy in den Wunder-Mob investiert. Doch die Geschichte des Mobs ist eine Geschichte mit Höhen und sehr katastrophalen Tiefen...
Eine weitere Rolle hat auch Bradley Cooper, der ebenfalls mit Russell zum dritten Mal arbeitet. Er spielt einen Verantwortlichen beim Werbesender QVC, bei dem der Mob erstmalig eine Chance erhält ihn per Dauerwerbesendung erfolgreich zu vermarkten. Die diesjährigen Oscarfilme präsentieren mit "Joy" und "Big Short" zwei Filme, die sich mit dem Thema "Geld machen" auseinandersetzen. Beide Filme könnte man im Doppelpack genießen und man hätte einen guten Einblick über Money und Business. Jennifer Lawrence spielt ihre Rolle wirklich sehr glaubwürdig, zu Recht erhielt sie ihre dritte Oscarnominierung nach "Winters Bone" und "Silver Lining) als beste Hauptdarstellerin. Es gelingt dem Regisseur, dass man ab einem gewissen Punkt mit der Heldin mitfiebert. Man will, dass sie ihren Traum von Ruhm, Karriere und Wohlstand auch verwirklichen kann. Und man hofft, sie kann ihre gierigen Mitkonkurrenten im Spiel um Macht und Geld auch erfolgreich austricksen.
Bewertung: 7 von 10 Punkten.
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