Donnerstag, 23. April 2020

Der Grenzwolf

























Regie: Jerrold Freedman

Polizisten, Schleuser und Flüchtlinge...

Noch ist die Grenze zwischen den USA und Mexiko nicht gebaut, aber wer weiß schon was der Wahnsinn der Zukunft noch alles mit sich bringt. Seit einer Gesetzesänderung aus dem Jahr 1965 wurde den Mexikanern eine legale Einreise in die USA beinahe verwehrt, dies führte natürlich zu einer riesigen Welle von illegalen Grenzübertretungen.
Der schnelle Ausbau der United States Border Patrol führte nach Medienberichten dazu, dass weder Mannschaften noch leitende Beamte sorgfältig ausgewählt und ausgebildet worden seien. In den Jahren 2007 bis 2012 hätten trotz anderslautender Einsatzrichtlinien Beamte in mindestens zehn Fällen über die Grenze nach Mexiko geschossen und dabei in sechs Fällen unbeteiligte mexikanische Bürger tödlich getroffen.
Das Problem ist keineswegs neu - auch Anfang der 80er Jahre war eine riesige Welle von Flüchtlingen aus Mexiko zu verzeichnen. Auch Hollywood nahm sich diesem Thema an. Der bekannteste Film dazu ist sicherlich Tony Richardsons sehr gelobter "Grenzpatrouille" mit Jack Nicholson aus dem Jahr 1982. Zwei Jahre zuvor war aber auch schon der Super-Actionstar Charles Bronson als Grenzschützer im Einsatz. "Der Grenzwolf" wurde inszeniert von Jerrold Freedman und spielte in den US-Kinos etwas mehr als 3 Millionen Dollar ein.
Für einen Charles Bronson Film ist "Grenzpatrouille" nicht ganz so actionlastig. Der Schwerpunkt liegt aber ganz auf den Hauptdarsteller, der den Chef einer Einheit von US-Grenzschutzbeamten spielt. Dieser Jeb Maynard hat mit seinen Männern allle Hände voll zu tun, denn im Grenzgebiet, das in den Hügeln östlich von San Diego, Californien liegt, herrscht totales Chaos. Jede Nacht sind Schleuser unterwegs, die eine Vielzahl von Mexikanern in die USA bringen. Diese armen Tagelöhner sind Wirtschaftsflüchtlinge, werden aber von vielen US-Unternehmen illegal beschäftigt. Der Grund ist einfach: Diese Arbeiter schuften für Billiglöhne und Nutznießer sind solche reichen Obstbauern wie Carl Richards (Bert Remsen), der natürlich seine Ware zu viel günstigeren Preisen auf dem Markt anbieten kann und seine Konkurrenz aus dem Rennen wirft.
Im Grunde also nicht nur ein Film über drohende Flüchtlingsinvasionen, sondern auch über die Ausnutzung von Arbeitskräften, die mit Hungerlöhnen abgespeist werden.
Jeb Maynard ist ein besonnerer Mann, der von seiner Mannschaft geschätzt und geachtet wird. Bei einer Fahrzeugkontrolle entdeckt sein Kollege Patrol Agent Scooter jackson (Wilford Brimley) ein verdächtiges Auto und in dem Moment als er dem Fahrer befiehlt die Hintertür seines LKW zu öffnen, wird er auch schon von einer tödlichen Kugel des gewissenlosen Schleusers Hotchiss (Ed Harris) erschossen. Die Kugel trifft auch den hinter dem Polizisten stehenden jungen Mexikaner Benito (Panchito Gomez), der verletzt liegen bleibt. Um die Spuren zu verwischen, wird auch der Junge von Hotchiss erschossen. Da man glaubt, dass die beiden Toten aufgrund von Drogenschmuggel ermordet wurden, übernimmt das FBI den Fall. Doch Jeb ist sich sicher, dass hier Schleuser am Werk waren und er mobilisiert seine Mannschaft weiterzumachen. Unterstützt wird er vom jungen Grenzpolizisten Jimmy Fantes (Bruno Kirby), der extra aus New York geschickt wurde, um die Grenzpatrouille zu unterstützen. Und Jeb lässt nicht locker, er kann sogar die Mutter (Karmin Murcello) des getöteten mexikanischen Jungen mobilisieren, ihm zu helfen..



Natürlich ist der Film kein Meisterwerk. Aber ich bin dennoch ein Fan von Charles Bronsons Filmen. Auch "Der Grenzwolf" ist einfach konzipiert. Der Stoff war zuerst auch für Producer Michael Douglas interessant und er wollte für die Rolle des Jeb Gene Hackman verpflichten. Doch dann entschieden sich die Macher daraus einen Charles Bronson Film zu machen. Dies war dann auch der Grund, warum Michael Douglas aus dem Projekt ausstieg. So bleibt natürlich "Der Grenzwolf" öfters unter seinen Möglichkeiten - so bleibt die Rolle des New Yorkes Jimmy Fante eher farblos. Hier hätte man mehr daraus machen können. Aber immerhin zeigt der junge Ed Harris, dass er sehr gut einen Schurken mimen kann. Und Charles Bronson ist natürlich immer Herr der Lage. Mehr muss man auch bei einem Bronson Movie nicht erwarten.




Bewertung: 7 von 10 Punkten. 

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen