Regie: Jerrold Freedman
Polizisten, Schleuser und Flüchtlinge...
Noch ist die Grenze zwischen den USA und Mexiko nicht gebaut, aber
wer weiß schon was der Wahnsinn der Zukunft noch alles mit sich bringt.
Seit einer Gesetzesänderung aus dem Jahr 1965 wurde den Mexikanern eine
legale Einreise in die USA beinahe verwehrt, dies führte natürlich zu
einer riesigen Welle von illegalen Grenzübertretungen.
Der schnelle Ausbau der United States Border Patrol führte nach
Medienberichten dazu, dass weder Mannschaften noch leitende Beamte
sorgfältig ausgewählt und ausgebildet worden seien. In den Jahren 2007
bis 2012 hätten trotz anderslautender Einsatzrichtlinien Beamte in
mindestens zehn Fällen über die Grenze nach Mexiko geschossen und dabei
in sechs Fällen unbeteiligte mexikanische Bürger tödlich getroffen.
Das Problem ist keineswegs neu - auch Anfang der 80er Jahre war
eine riesige Welle von Flüchtlingen aus Mexiko zu verzeichnen. Auch
Hollywood nahm sich diesem Thema an. Der bekannteste Film dazu ist
sicherlich Tony Richardsons sehr gelobter "Grenzpatrouille" mit Jack
Nicholson aus dem Jahr 1982. Zwei Jahre zuvor war aber auch schon der
Super-Actionstar Charles Bronson als Grenzschützer im Einsatz. "Der
Grenzwolf" wurde inszeniert von Jerrold Freedman und spielte in den
US-Kinos etwas mehr als 3 Millionen Dollar ein.
Für einen Charles Bronson Film ist "Grenzpatrouille" nicht ganz so
actionlastig. Der Schwerpunkt liegt aber ganz auf den Hauptdarsteller,
der den Chef einer Einheit von US-Grenzschutzbeamten spielt. Dieser Jeb
Maynard hat mit seinen Männern allle Hände voll zu tun, denn im
Grenzgebiet, das in den Hügeln östlich von San Diego, Californien liegt,
herrscht totales Chaos. Jede Nacht sind Schleuser unterwegs, die eine
Vielzahl von Mexikanern in die USA bringen. Diese armen Tagelöhner sind
Wirtschaftsflüchtlinge, werden aber von vielen US-Unternehmen illegal
beschäftigt. Der Grund ist einfach: Diese Arbeiter schuften für
Billiglöhne und Nutznießer sind solche reichen Obstbauern wie Carl
Richards (Bert Remsen), der natürlich seine Ware zu viel günstigeren
Preisen auf dem Markt anbieten kann und seine Konkurrenz aus dem Rennen
wirft.
Im Grunde also nicht nur ein Film über drohende
Flüchtlingsinvasionen, sondern auch über die Ausnutzung von
Arbeitskräften, die mit Hungerlöhnen abgespeist werden.
Jeb Maynard ist ein besonnerer Mann, der von seiner Mannschaft
geschätzt und geachtet wird. Bei einer Fahrzeugkontrolle entdeckt sein
Kollege Patrol Agent Scooter jackson (Wilford Brimley) ein verdächtiges
Auto und in dem Moment als er dem Fahrer befiehlt die Hintertür seines
LKW zu öffnen, wird er auch schon von einer tödlichen Kugel des
gewissenlosen Schleusers Hotchiss (Ed Harris) erschossen. Die Kugel
trifft auch den hinter dem Polizisten stehenden jungen Mexikaner Benito
(Panchito Gomez), der verletzt liegen bleibt. Um die Spuren zu
verwischen, wird auch der Junge von Hotchiss erschossen. Da man glaubt,
dass die beiden Toten aufgrund von Drogenschmuggel ermordet wurden,
übernimmt das FBI den Fall. Doch Jeb ist sich sicher, dass hier
Schleuser am Werk waren und er mobilisiert seine Mannschaft
weiterzumachen. Unterstützt wird er vom jungen Grenzpolizisten Jimmy
Fantes (Bruno Kirby), der extra aus New York geschickt wurde, um die
Grenzpatrouille zu unterstützen. Und Jeb lässt nicht locker, er kann
sogar die Mutter (Karmin Murcello) des getöteten mexikanischen Jungen
mobilisieren, ihm zu helfen..
Natürlich ist der Film kein Meisterwerk. Aber ich bin dennoch ein
Fan von Charles Bronsons Filmen. Auch "Der Grenzwolf" ist einfach
konzipiert. Der Stoff war zuerst auch für Producer Michael Douglas
interessant und er wollte für die Rolle des Jeb Gene Hackman
verpflichten. Doch dann entschieden sich die Macher daraus einen Charles
Bronson Film zu machen. Dies war dann auch der Grund, warum Michael
Douglas aus dem Projekt ausstieg. So bleibt natürlich "Der Grenzwolf"
öfters unter seinen Möglichkeiten - so bleibt die Rolle des New Yorkes
Jimmy Fante eher farblos. Hier hätte man mehr daraus machen können. Aber
immerhin zeigt der junge Ed Harris, dass er sehr gut einen Schurken
mimen kann. Und Charles Bronson ist natürlich immer Herr der Lage. Mehr
muss man auch bei einem Bronson Movie nicht erwarten.
Bewertung: 7 von 10 Punkten.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen