Freitag, 17. April 2020

Gemini Man


























Regie: Ang Lee

Der Tag, an dem Jerry Bruckheimer und Ang Lee Will Smith geklont haben...

"Gemini Man" heißt das filmische Ergebnis, was herauskommt, wenn sich ein Künstler wie Ang Lee mit einem Blockbuster-Produzenten wie Jerry Bruckheimer zusammen tut. Dabei trifft der in die Jahre gekommene Auftragskiller und Sniper Henry Brogan, gespielt von Will Smith, auf einen aussergewöhnlichen Gegner: Junior Ferris wird ebenfalls von Will Smith gespielt, allerdings wurde der Star für diese Rolle am PC total verjüngt, denn Junior ist der Klon von Henry Brogan und soll sein älteres "Ich" ausschalten.
Ang Lee ist einer der erfolgreichsten Regisseure der letzten Jahre. In seiner Heimat drehte er in den 90er Jahren die Filme "Das Hochzeitsbankett" und "Eat Drink Man woman" - beide Filme wurden international gefeiert und Ang Lee bekam die Chance in Hollywood zu drehen. Seinen ersten Oscar erhielt er für "Tiger and Dragon", der den Preis als bester ausländischer Film gewann. Es folgten zwei Regie-Oscars für "Brokeback Mountain" und für "LIfe of Pi - Schiffbruch mit Tiger". Diese drei prämierten Filme sind auch seine erfolgreichsten Arbeiten. Aber auch kleinere Filme wie "Taking Woodstock" und vor allem "Die irre Heldentour des Billy Lynn" sind großartige Filme. Das Actionfach ist dem Regisseur auch schon bekannt. 2003 drehte er die Comicverfilmung "Hulk", die weltweit 245 Millionen Dollar einspielte. "Gemini Man" liegt jedoch unter diesem Ergebnis. Der Film spielte 173 Millionen Dollar ein, allerdings war das Budget mit 140 Millionen Dollar extrem üppig. Von einem echten Kassenerfolg kann daher nicht gesprochen werden.
Rein inhaltlich ist der Film leider eine Katastrophe - das Drehbuch des Trios Billy Ray, Darren Lemke und David Benioff ist nicht spannend genug, es hat soviele Logiklöcher wie ein schweizer Käse und behandelt das an sich interessante Grundthema leider viel zu oberflächlich und seicht.
Als technische Errungenschaft kann natürlich die geglückte Verjüngung von Will Smith angesehen werden und am Ende wird der Protagonist noch ein bisschen jünger und geht mehr in Richtung Terminator, was dann fast schon die beste Szene des Films sind, der ein Science Fiction Thema in unserer Gegenwart behandelt.
Dabei geht es um den Auftragskiller Henry Brogan (Will Smith), der für die Regierung böse Buben neutralisieren muss. Er hat den Job bislang gerne gemacht - so eine Art Dienst an der Menschheit - aber nun mit 51 Jahren kommen ihm immer mehr Zweifel. Ausserdem fühlt er sich langsam zu alt für seinen Job. Beim letzten Auftrag musste er einen Terroristen an Bord eines Hochgeschwindigkeitszuges ermorden. Das wäre beinahe schief gegangen, denn ein kleines Mädchen auf dem Nachbarsitz des Bösewichts war plötzlich aufgestanden und lief Gefahr, dass sie selbst von der tödlichen Kugel des Killers getroffen wird. Doch zum Glück ist nochmals alles gut gegangen. Brogan will aber aufhören und sich zur Ruhe setzen. Von seinem alten Freund Jack (Douglas Hodge) erfährt er dann, dass der Mann, den er tötete, gar kein Terrrorist war. Der Auftrag wurde von Brogans Vorgesetzen Clayton Verris (Clive Owen) und Janet Lassiter (Linda Emond) erteilt. Brogan ahnt nun, dass er mit seinem Wissen nun auch für seine Auftragsgeber gefährlich werden könnte. Er warnt Kompagnon Marino (E.G. Bonilla), doch leider zu spät. Es bleibt nur noch die Flucht, die er gemeinsam mit der jungen Danny (Mary Elisabeth Winstead) unternimmt, denn sie arbeitet ebenfalls für denselben Verein und hat sich auf die Seite von Henry geschlagen. Doch ein Killer ist schon längst auf seinen Fersen. Es ist sein eigener Klon, der Junior heißt und von Verris großgezogen wurde...



Es kostet ein bisschen Überzeugungskraft, dass der junge und der alte Will Smith sich endlich zusammentun und gegen den Klon Next Generation antreten. Natürlich wird dieser unterstützt von dem Filmbösewicht. Seltsam ist auch die Moral des Films, denn als Ex-Auftragskiller mutiert Will Smith am Ende noch zum echten Menschenfreund und Moralisten, der sich wie der Papa von Junior aufspielt. Irgendwie albern. Ein paar spektakuläre Actionszenen sind dabei - die Verfolgungsjagd per Motorrad ist am markantesten. Sie ist aber auch leider wieder an manchen Stellen so derart übertrieben, dass das Szenario wie ein Comic wirkt. So bleibt "Gemini Man" einer der enttäuschendsten Filme des Jahres.


Bewertung: 2 von 10 Punkten.

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