Regie: Tony Richardson
Todesritt...
Im britischen Sprachraum wird der Ausdruck "Charge of the Light
Brigade" noch heute verwendet, wenn man ironisch eine Unternehmung
kennzeichnet, die zwar mit großem Mut und hoher Disziplin, aber mit
mangelhafter Vorbereitung und untauglichen Mitteln durchgeführt wird.
Ein Scheitern ist vorprogrammiert. Der Ausdruck geht zurück auf den
Angriff britischer Kavalleristen in der Schlacht von Balaklawa, während
des Krimkriegs. Dieser Todesritt der leichten Brigade am 25. Oktober
1854 führte zu großen Verlusten (mehr als 300 Soldaten),
Nach seinen hervorragenden Free Cinema Beiträgen "Blick zurück im
Zorn", "Bitterer Honig" und "Die Einsamkeit des Langstreckenläufers"
entschied sich der britische Filmemacher Tony Richardson im Jahr 1968
einen Film über diese Schlacht zu machen. Sein "Angriff der leichten
Brigade" wurde von der Kritik hochgelobt, war jedoch kein großer Erfolg
an der Kinokasse. Bei der Vergabe der britischen Filmpreise wurden aber
immerhin 7 Nominierungen erzielt:
Trevor Howard in der Kategorie Bester Schauspieler, daneben gab es
Nominierungen für die beste Musik, das beste Szenenbild, die beste
Kameraführung David Watkin (der Jahre später für "Jenseits von Afrika"
einen Oscar gewann), die besten Kostüme, den besten Schnitt und den
besten Ton. Der
Film handelt von der Torheit des Krieges und dem schlechten Zustand der
britischen Armee und ihrer Führung während des Krimkrieges (1853–1856). Großbritannien
hatte seit der Schlacht von Waterloo im Jahr 1815 nicht mehr auf einem
europäischen Kriegsschauplatz gekämpft, und die Armee war verhärtet und
streng und an die Bürokratie gebunden. Die
taktischen und logistischen Methoden waren seit vierzig Jahren nicht
weiterentwickelt worden, und das gesamte Ethos der Armee war an
überholte gesellschaftliche Werte gebunden. Der Antiheld der Geschichte ist ein relativ kompetenter Offizier, Captain Louis Nolan (David Hemmings) - ein
Veteran der britisch-indischen Armee, ist in der Hierarchie seiner Zeit
ungewöhnlich, sowohl weil er über Kampferfahrung verfügt als auch weil
er seine Beförderung durch verdiente Leistungen und nicht durch
Beziehungen und Geld erworben hat. Daher
betrachtet er viele seiner Kollegen, bei denen es sich zumeist um
aristokratische Dilettanten handelt, die das Leben ihrer Untergebenen
verschwenden, mit Verachtung. Nolans
Vorgesetzter ist der schroffe Lord Cardigan (Trevor Howard), der das
Regiment unter seinem Kommando als sein persönliches Eigentum behandelt
und Nolan als"indischen“ Offizier mit einem einheimischen indischen
Diener nicht mag. Cardigans Männer sind typisch für die einfachen Soldaten ihrer Zeit; Obwohl sie im Vergleich zu den Russen recht gut ausgerüstet sind, sind sie auch schlecht ausgebildet und versorgt. Sie
ertragen erbärmliche Lebensbedingungen und werden für die kleinsten
Fehltritte bei der Erfüllung ihrer Pflichten gnadenlos bestraft. Nolan
gerät bald in eine vielbeachtete Fehde mit Cardigan, der wütend auf ihn
ist, weil er bei einem Bankett, bei dem alle Gäste Champagner trinken
sollten, Wein bestellt hat. Die
britischen Streitkräfte werden von Lord Raglan (John Gielgud)
angeführt, einem Waterloo-Veteranen und einem liebenswürdigen, vage
denkenden Mann, der sich als schlechter Kommandant erweist. Obwohl
er jahrzehntelang ein Schüler des kürzlich verstorbenen Herzogs von
Wellington war, verfügt er nicht über dessen militärisches Talent. Als
die Vorbereitungen für den Wahlkampf beginnen, ist er mit einem
schweren Fehler beschäftigt, den er bei der Zuteilung der Kommandos
begangen hat. Er verlangt von Lord Cardigan, die Leichte
Kavallerie-Brigade unter seinem ebenso unangenehmen Erzrivalen und
Schwager Lord Lucan (Harry Andrews) zu leiten, der ernannt wurde die Kavalleriedivision zu befehligen. Kapitän Nolan, der als Raglans Adjutant angeworben wurde, ist froh, Großbritannien zu verlassen; Es
gibt ihm einen Ausweg aus der moralisch unsicheren und heimlichen
Liebschaft, die er mit Clarissa Morris (Vanessa Redgrave), der Frau
seines besten Freundes William (Mark Burns), hat....
Nachdem die geschichtsträchtige Schlacht mit vielen Opfern endete, beginnen die Verantwortlichen und die Offizieren sofort darüber zu streiten, wer die Schuld an dieser Katastrophe hat. Sehr beeindruckende Animationen, die von Richard Williams geschaffen wurden, tauchen in vielen Szenen auf und bilden einen ironischen Beitrag zum Geschehen. Williams hat sich an zeitgenössischen Cartoons orientiert. Sie spiegeln den Journalismus im Viktorianischen Zeitalter wider, denn die britische Vorherrschaft und die ehrenvollen Taten werden verherrlicht. Der Film endet mit einer Skizzenzeichnung eines verfaulten toten Pferdes dieser leichten Brigade. Schauspielerisch ist der Film hervorragend mit Harry Andrews, Trevor Howard, John Gielgud, David Hemmings, Jill Bennett und Vanessa Redgrave besetzt. Letztere war von 1962 bis 1967 mit Richardson verheiratet.
Nachdem die geschichtsträchtige Schlacht mit vielen Opfern endete, beginnen die Verantwortlichen und die Offizieren sofort darüber zu streiten, wer die Schuld an dieser Katastrophe hat. Sehr beeindruckende Animationen, die von Richard Williams geschaffen wurden, tauchen in vielen Szenen auf und bilden einen ironischen Beitrag zum Geschehen. Williams hat sich an zeitgenössischen Cartoons orientiert. Sie spiegeln den Journalismus im Viktorianischen Zeitalter wider, denn die britische Vorherrschaft und die ehrenvollen Taten werden verherrlicht. Der Film endet mit einer Skizzenzeichnung eines verfaulten toten Pferdes dieser leichten Brigade. Schauspielerisch ist der Film hervorragend mit Harry Andrews, Trevor Howard, John Gielgud, David Hemmings, Jill Bennett und Vanessa Redgrave besetzt. Letztere war von 1962 bis 1967 mit Richardson verheiratet.
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