Dienstag, 26. Dezember 2023

Seabiscuit


 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Gary Ross

Unterschätztes Pferd...

"Man wirft doch nicht ein ganzes Leben weg, nur weil es ein bisschen beschädigt ist", "Manche werden denken, dass wir ein Pferd gefunden haben und gerettet haben. Aber das stimmt nicht, er hat uns gerettet, jeden einzelnen von uns" oder "Wo ist das Pferd ? Es schreibt Autogramme" - "Seabiscuit" ist ein Film von Gary Ross (Regie für "Pleasantville, Drehbuch für "Big" und "Dave", der 2003 entstand und 148 Millionen Dollar Umsatz machte. Die Geschichte handelt von dem legendären Vollblut-Rennpferd, dass auf dem Höhepunkt seiner Rennkarriere mehr Artikel in den US-Zeitungen hatte als Adolf Hitler oder Franklin D. Roosevelt.
Seine Karriere begann alles andere als vielversprechend, denn für ein Rennpferd war es viel zu klein. Alle haben dieses Pferd unterschätzt, lediglich drei Männer glaubten an das Tier. Es wurde zum erfolgreichsten Rennpferd seiner Zeit, das eine Reihe spannender Rennen gewann und für die Amerikaner in der Zeit der großen Depression in den 30er Jahren sogar zu einem Symbol für Hoffnung wurde.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts, als Amerika in das Automobilzeitalter eintritt, eröffnet Charles S. Howard (Jeff Bridges) ein Fahrradgeschäft in San Francisco. Bald verkauft er auch Autos und wird zum größten Autohändler in Kalifornien und zu einem der reichsten Männer der Gegend. Nach der Weltwirtschaftskrise ist die Familie des Kanadiers John „Red“ Pollard (Tobey Maguire, als Junge wird er von Michael Angarano gespielt) finanziell ruiniert und er wird zu einem Pferdetrainer geschickt, weil er großes Talent hat. Die Jahre vergehen und Pollard wird Jockey, doch durch das Amateurboxen, mit dem er etwas Geld verdient, ist er auf einem Auge blind. Nachdem Charles Howards kleiner Sohn bei einem Autounfall ums Leben gekommen ist, verlässt ihn auch seine Frau. Er lässt sich in Mexiko scheiden, wo Pollard darum kämpft, sich als Jockey einen Namen zu machen. Howard lernt Marcela Zabala (Elizabeth Banks) kennen und heiratet sie. Als er einen Stall mit Rennpferden erwirbt, engagiert er den heimatlosen Wanderer und Pferdeliebhaber Tom Smith (Chris Cooper) als seinen Trainer, denn er hat mitbekommen, dass Smith ein verletztes Pferd mit viel Geduld gesund gepflegt hat.  Smith überredet ihn später, ein Hengstfohlen namens Seabiscuit zu kaufen. Obwohl Seabiscuit ein Enkel des großen Man o' War ist und von dem berühmten James E. Fitzsimmons ausgebildet wurde, gilt er als klein, faul und unkontrollierbar. Smith wird Zeuge von Pollards ähnlich temperamentvollem Geist und engagiert ihn als Jockey von Seabiscuit, weil er sicher ist, dass die beiden zusammenpassen. Durch Smiths innovatives Training wird Seabiscuit zum erfolgreichsten Rennpferd an der Westküste und für die Öffentlichkeit zum Außenseiterhelden. Howard fordert Samuel D. Riddle (Edddie Jones) heraus, den Besitzer des Ostküsten-Champions und Triple-Crown-Gewinners War Admiral, aber Riddle weist den kalifornischen Rennsport als minderwertig zurück. Im prestigeträchtigen Santa Anita Handicap übernimmt Seabiscuit die Führung, aber Pollards eingeschränktes Sehvermögen verhindert, dass er ein anderes Pferd bemerkt, das von außen heranstürmt. Pollard verliert knapp und gesteht Smith gegenüber seine teilweise Blindheit. Howard erklärt, dass Pollard Seabiscuits Jockey bleiben wird und sammelt öffentliche Unterstützung für ein Match Race mit War Admiral. Riddle stimmt zu, unter der Bedingung, dass sie mit einem Seil und einer Glocke statt mit einem Starttor laufen. Da Seabiscuit im Nachteil ist, trainiert Smith das Pferd, beim Klang der Glocke schnell zu brechen. Als das Rennen näher rückt, bricht sich Pollard bei einem Reitunfall schwer das Bein. Als ihm mitgeteilt wird, dass er vielleicht nie wieder gehen, geschweige denn reiten wird, empfiehlt er seinem Freund und erfahrenen Jockey George Woolf (Gary Stevens), Seabiscuit zu reiten, und berät ihn vom Krankenhausbett aus über die Handhabung und das Verhalten des Pferdes. Das mit Spannung erwartete "Rennen des Jahrhunderts“ zieht eine ausverkaufte Menge an, weitere 40 Millionen Menschen hören im Radio.....




"Seabiscuit" ist ein sehr schöner Familienfilm über den Glauben und Willen zum Erfolg. Dabei sind die Helden - Mensch und Tier - irgendwie Aussenseiter, die sich nicht unterkriegen lassen. Auch mal verlieren, sich aber wieder aufraffen und mit ihrer Underdog Geschichte nicht nur die Zuschauer auf der Pferderennbahn begeistern. Das ganze land profitiert von dieser Erfolgsgeschichte. Natürlich speigelt sich auch die damalige Befindlichkeit einer Nation in der Geschichte wieder. Der Film ist edel fotografiert und ausgestattet. Daher wurde der Film auch gerechterweise mit 7 Oscarnominierungen belohnt: Bester Film (Gary Ross war Mitproduzent), Bestes adaptiertes Drehbuch (ebenfalls Gary Ross), beste Kamera John Schwartzman, bester Ton, bester Schnitt, bestes Szenenbild und beste Kostüme). Bei der Oscarverleihung 2004 dominierte jedoch Peter Jacksons dritter Teil von "Herr der Ringe". "Die Rückkehr des Königs" gewann in 11 Kategorien und so hatte "Seabiscuit" am Ende das Nachsehen. Die Macher mussten mit leeren Händen nach Hause gehen. Trotzdem ist diese Erfolggeschichte eines Pferdes und seiner Menschen ein klasse Wohlfühlfilm.





Bewertung: 8 von 10 Punkten. 

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