Regie: Jason Lapeyre
Krankenhaus der gähnenden Langeweile...
Einige Kritiker sahen viel John Carpenter Flair im
Regiedebüt "Cold Blooded" von Jason Lapeyre, denn der Anfang gelingt rasant und
spannend. Ein verunglückter Diamantenraub läuft gerade ab. Zwei flüchtige Männer
rennen auf der Flucht vor den Bullen in einer Sackgasse, einer mit der Beute,
der andere hat eine Pistole. Kurzer Schnitt zu ihren Verfolgern, den Cops, dann
ist die Polizei auch scho vor Ort, einer der Gangster liegt nun schon erschossen
am Boden, der andere wird schwer verletzt ins Krankenhaus eingeliefert und
könnte vielleicht der Täter sein. Was ist passiert? Wo sind die Diamanten? Wer
hat den zweiten Gangster getötet? War es vielleicht die Polizei. Dies war die
actionreichste Szene des Films, aber nun wird das Tempo leider zugunsten einer
eher uninteressanten Dialoglastigkeit aufgegeben, stattdessen spielt alles in
einem beinahe menschenleer wirkenden Krankenhaus ab, denn der mutmaßliche Räuber
Cordero (Ryan Robbins) wird rund um die Uhr bewacht. Die Nachtschicht übernimmt
die überaus korrekte und idealistische Polizistin Frances Jane (Zoie Palmer),
die zuerst nicht viel mit ihrem Gefangenen zu tun haben möchte und ihre
Sitzwache vor dem Krankenzimmer beginnt. Doch dafür ist Cordero mehr als
gesprächig und es entsteht ein eher zähes Gespräch mit den Themen Recht,
Gerechtigkeit, Gesetz, Moral, Schuld und so weiter. Dies lähmt natürlich die
Handlung und viel spannender wird es auch nicht als die Komplizen des Gangsters
unter der Führung von einem Mister Holland (William McDonald) auftauchen. Der
will natürlich wissen, wer Danny Boy (Chris Ratz) ermordet hat und wo die
verdammten Juwelen abgeblieben sind. Da Cordero keine große Lust hat
auszupacken, beschliessen die Gangster, dass er das Krankenhaus nicht lebend
verlassen soll. Natürlich gerät auch die junge Beamtin in Lebensgefahr, sie muss
sich - um zu überleben - irgendwann während der Jagd durch leere
Krankenhaus-Korridore und Gänge ein dem Überleben förderliche Zwangsgemeinschaft
mit Cordero eingehen. Da taucht auch noch die ärztliche Nachtbereitschaft Dr.
Gil (Husein Madhavi) auf...
Leider hab ich mich ein bisschen von den überaus
positiven Kritiken beeindrucken lassen und man freut sich ja, wenn es junge
Regisseure antreibt nach John Carpenter Stil zu inszenieren. Leider kommt aber
nicht viel von diesem Feeling rüber, auch wenn der Stil ruppig, kalt und
amateurhaft wirkt. Es fehlt aber deutlich an Atmosphäre. Und Spannung kommt
eigentlich leider überhaupt nicht auf. So sieht man eine wenig beeindruckende
Jagd im Krankenhaus, die einfach so vor sich hinplätschert und auch leider keine
einzige Figur anbietet, die zumindest halbwegs von Interesse sein könnte. Für
mich ist "Cold Blooded" eine herbe Enttäuschung und ein sehr schwacher
Genrebeitrag
Bewertung: 3 von 10 Punkten.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen