Sonntag, 12. Januar 2014

Cold Blooded





















Regie: Jason Lapeyre

Krankenhaus der gähnenden Langeweile...


Einige Kritiker sahen viel John Carpenter Flair im Regiedebüt "Cold Blooded" von Jason Lapeyre, denn der Anfang gelingt rasant und spannend. Ein verunglückter Diamantenraub läuft gerade ab. Zwei flüchtige Männer rennen auf der Flucht vor den Bullen in einer Sackgasse, einer mit der Beute, der andere hat eine Pistole. Kurzer Schnitt zu ihren Verfolgern, den Cops, dann ist die Polizei auch scho vor Ort, einer der Gangster liegt nun schon erschossen am Boden, der andere wird schwer verletzt ins Krankenhaus eingeliefert und könnte vielleicht der Täter sein. Was ist passiert? Wo sind die Diamanten? Wer hat den zweiten Gangster getötet? War es vielleicht die Polizei. Dies war die actionreichste Szene des Films, aber nun wird das Tempo leider zugunsten einer eher uninteressanten Dialoglastigkeit aufgegeben, stattdessen spielt alles in einem beinahe menschenleer wirkenden Krankenhaus ab, denn der mutmaßliche Räuber Cordero (Ryan Robbins) wird rund um die Uhr bewacht. Die Nachtschicht übernimmt die überaus korrekte und idealistische Polizistin Frances Jane (Zoie Palmer), die zuerst nicht viel mit ihrem Gefangenen zu tun haben möchte und ihre Sitzwache vor dem Krankenzimmer beginnt. Doch dafür ist Cordero mehr als gesprächig und es entsteht ein eher zähes Gespräch mit den Themen Recht, Gerechtigkeit, Gesetz, Moral, Schuld und so weiter. Dies lähmt natürlich die Handlung und viel spannender wird es auch nicht als die Komplizen des Gangsters unter der Führung von einem Mister Holland (William McDonald) auftauchen. Der will natürlich wissen, wer Danny Boy (Chris Ratz) ermordet hat und wo die verdammten Juwelen abgeblieben sind. Da Cordero keine große Lust hat auszupacken, beschliessen die Gangster, dass er das Krankenhaus nicht lebend verlassen soll. Natürlich gerät auch die junge Beamtin in Lebensgefahr, sie muss sich - um zu überleben - irgendwann während der Jagd durch leere Krankenhaus-Korridore und Gänge ein dem Überleben förderliche Zwangsgemeinschaft mit Cordero eingehen. Da taucht auch noch die ärztliche Nachtbereitschaft Dr. Gil (Husein Madhavi) auf...

Leider hab ich mich ein bisschen von den überaus positiven Kritiken beeindrucken lassen und man freut sich ja, wenn es junge Regisseure antreibt nach John Carpenter Stil zu inszenieren. Leider kommt aber nicht viel von diesem Feeling rüber, auch wenn der Stil ruppig, kalt und amateurhaft wirkt. Es fehlt aber deutlich an Atmosphäre. Und Spannung kommt eigentlich leider überhaupt nicht auf. So sieht man eine wenig beeindruckende Jagd im Krankenhaus, die einfach so vor sich hinplätschert und auch leider keine einzige Figur anbietet, die zumindest halbwegs von Interesse sein könnte. Für mich ist "Cold Blooded" eine herbe Enttäuschung und ein sehr schwacher Genrebeitrag
Bewertung: 3 von 10 Punkten. 

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