Sonntag, 12. Januar 2014

Passion

























Regie: Brian de Palma

Kriegsschauplatz Werbeagentur

5 Jahre nach dem Handkamera-Kriegsfilm "Redacted" gibt es wieder einen neuen Film von Brian de Palma. Seine "Passion" ist ein Remake des französischen Krimis "Love and Crime" von Alain Corneau, in dem Kristin Scott Thomas und Ludivine Sagnier zu erbitterten Konkurrentinnen werden. De Palmas Fassung hält sich inhaltlich weitestgehend an das Original, inst aber von der Form her viel grobschlächtiger inszeniert und in manchen Szenen erkennt man auch den unverwechselbaren Stil des Meisterregisseurs. So ist z.Bsp. die Splitscreen-Szene, in der der Mord passiert und der Zuschauer zeitgleich eine Balletaufführung zu Debussys "Nachmittag eines Fauns" sieht, eine Demonstration seines visuellen Geschicks und Könnens, was er ja schon in zahlreichen Meisterwerken unter Beweis stellen konnten. Man merkt aber dem Film das begrenzte Budget an, obwohl de Palma versucht den Film so alptraumhaft wie möglich darzustellen. Dies ist auch ein weiterer Unterschied zum Original mit seinen streng grafisch gebauten Kameraeistellungen und der eiskalten Atmosphäre, de Palma dagegen inszenierte fiebrig und etwas chaotisch. Ich finde den Originalfilm um einiges besser, aber wenn man de Palmas Version als Trashvariante mit viel Überzogenheit sehen kann, dann hat der Film durchaus das zu bieten, was man vom Regisseur von "Dressed to Kill", "Blow out" oder "Der Tod kommt zweimal" erwartet: Nämlich Suspence ala Hitchcock und erotisch aufgeheizte Stimmungen. "Passion" spielt in Berlin und handelt von der attraktiven wie erfolgreichen Werbemanagerin Christine Stanford (Rachel McAdams), die in der ehrgeizigen Isabelle James (Noomi Rapace) eine engagierte und äusserst fähige Untergebene hat. Christine profitiert von Können ihrer Mitarbeiterin und verkauft eine bravouröse Geschäftsidee, die Isabelle ersonnen hat, als ihren Geistesblitz. Was ihr viel Lob bei der Hauptgeschäftsstelle in New York einbringt. Dies kränkt Isabellle sehr, ihre lesbische Arbeitskollegin Dani (Karoline Herfurth) findet Christines Vorgehensweise auch mehr als gemein. Möglicherweise gibt dies den Ausschlag dafür, dass Isabelle eine Affäre mit Dirk (Paul Anderson), dem Lover von Christine beginnt. Doch diese revanchiert sich mit einem weiteren gemeinen Schachzug. Ein Zickenkrieg beginnt...

 Sozusagen die Holzhammerversion eines subtilen Originals, de Palma versuchte die Geschichte möglichst spekulativ zu pulverisieren und kann trotz gegrenten finanziellen Mitteln stellenweise Glanz suggerieren. Natürlich ist die Geschichte schon im Original sehr konstruiert, das Remake suhlt sich sogar ein bisschen an der Überzeichnung der Geschichte. Leider war die Kritik nicht sehr besonders gnädig mit dem grellen Thriller, aber das liegt vermutlich daran, dass man von de Palma doch irgendwann noch einmal ein Meisterwerk wünscht und dies ist ihm zuletzt vor 20 Jahren mit "Carlitos Way" gelungen, was allerdings nicht bedeutet, dass er in der Folgezeit schlechte Filme gedreht hat. Sie waren alle interessant, aber lagen doch hinter den Erwartungen zurück.


Bewertung: 6,5 von 10 Punkten. 

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