Montag, 13. Januar 2014

Stadt Land Fluß

























Regie: Benjamin Cantu

Liebe auf dem Bauernhof...

"Stadt Land Fluss" ist ein stiller, eher spröder Coming Out Film von Benjamin Cantu und spielt in der hochsommerlichen Erntezeit auf dem großen brandenburgischen Agrarbetrieb in Nuthe-Urstromtal, etwa 60 Km südlich von Berlin. Dort macht der verschlossene Marko (Lukas Steltner) seine Lehre. Er arbeitet gut, aber er hat einige Schwächen im schriftlichen Bereich und es fällt ihm schwer seine Berichtshefte ordentlich zu führen. Wenn er die Abschlußprüfung besteht, dann ist er Landwirt. Seine Ausbilderin würde ihn gerne übernehmen, aber Marko ist sich noch unschlüssig, ob er überhaupt in der Landwirtschaft bleiben soll. Von den anderen Lehrlingen wird er als eher sonderbar eingestuft, denn er ist ein Einzelgänger, der sich selten mit den anderen privat trifft. Als mit Jacob (Kai Michael Müller) ein neuer Azubi auftaucht, taut Marco ein bisschen auf. Jacob hat die Banklehre abgebrochen, weil er keinen großen Sinn darin sah, den ganzen Tag nur hinter dem Schreibtisch zu sitzen. Auf dem Bauernhof ist das natürlich anders:
Bei der Ernte wird auch sonntags gearbeitet, der Stall muss immer sauber abgefegt sein, und wenn die Mutterkuh ihr Kalb nicht annimmt, wird es von Hand aufgezogen. Es ist immer Arbeit da und langsam freunden sich die beiden Jungs etwas an. Vor allem gefühlsmässig passiert da was. Aber erstmal muss man klar kommen mit diesen Gefühlen. Für einen Tag fahren die beiden nach Berlin, dort wird aus der Anziehungskraft der Beginn einer Liebesgeschichte...


 Die große Stärke des Films sind die beiden sehr authentischen Hauptdarsteller und der beinahe schon dokumentarische Stil des Films, der sehr viel von der Arbeit und dem Leben auf dem Land zeigt. Kühe und Möhren bestimmen den Alltag der Lehrlinge. Die Reise nach Berlin ist für die beiden nicht nur eine vollkommene Abwechslung, sondern sie wird mit dem Augen der Frischverliebten wie verzaubert erlebt. Diese Poesie macht "Stadt Land Fluss" zu einem sehr schönen Film. Zusammen mit der dokumentarischen Herangehensweise, dem improvisierten Stil ist der Eindruck, den der Film vermittelt, sehr echt und spärbar lebendig. 

Bewertung: 8 von 10 Punkten. 

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