Sonntag, 1. Dezember 2019

Aladdin

Regie: Guy Ritchie

Alte Helden, neue Gewänder...

Nach seinen kultigen britischen Gangsterfilmen "Bube, Dame, König, Gras", "Snatch", "Revolver" und "RocknRolla" wechselte Guy Ritchie mit seiner Neuinterpretation von "Sherlock Holmes" ins Blockbusterfach. Der Film spielte hervorragende 524 Millionen Dollar ein. Daher gabs einen Nachschlag mit "Sherlock Holmes: Spiel im Schatten", der noch einige Millionen erfolgreicher war. Es folgte ein gelungenes Update der Fernsehserie "Codename: U.N.C.L.E., der an der Kasse auch die 100 Millionen Dollar Marke knackte. Die etwas gewagte Version von"King Arthur - Legend of a Sword" kam auf ein Einspielergebnis von 148 Millionen Dollar, bekam aber eher negative Bewertungen.
Mit "Aladdin" setzte er seine Reihe der nostalgischen Klassiker im modernen Gewand fort. Im Kino lief der Film prächtig und mit 1,051 Milliarden Dollar befindet sich der Film auf dem 34. Rang der Blockbuster mit den höchsten Einnahmen aller Zeiten. Ritchies Film ist eine Realverfilmung des Disney Zeichentrickfilms "Aladdin" aus dem Jahr 1992, der damals mit über 500 Millionen Dollar Kasse ebenfalls ein riesiger Erfolg war.
Die Geschichte von "Aladdin" wurde auch vorher schon mehrfach verfilmt. Die schönste Verfilmung stammt aus dem Jahr 1940. Dort wurde die Geschichte vom "Dieb von Bagdad" und seinem Kampf mit dem Großwesir Jaffar leicht umgewandelt, denn der Held hießt dort Abu und wurde gespielt von dem indischen Schauspieler Sabu. Dieser Klassiker wurde von Alexander Korda produziert, von den drei Regisseuren Ludwig Berger, Michael Powell und Tim Whelan inszeniert und mit insgesamt drei Oscars geehrt.
Da die Realverfilmung von "Aladdin" eine Disney Production ist, hält man sicher eher an den Zeichentrickfilm aus dem eigenen Hause und natürlich wird auch etwas gesungen.
Ansonsten hat Guy Ritchie seine moderne Adaption sehr stilsicher inszeniert und manche Szenen wirken sogar total begeisternd. So beispielsweise wenn der arme Dieb Aladdin als Prinz Ali of Ababwa verkleidet mit seinen Heerscharen die arabische Stadt Agrahbah besucht, um um die Hand der Tochter des Sultans zu werben.
Aber zuerst lernt der Zuschauer den ehrgeizigen Dschafar (Marwan Kenzari) kennen, den Großwesir von Agrabah und Chefberater des Sultans. Er ist zerfressen von der Sucht nach Macht und entwirft einen Plan den amtierenden Sultan (Navid Negabhan) zu stürzen, dessen geliebte Tochter Prinzessin Jasmin (Naomi Scott) sehr gerne Sultan werden würde - aber als Frau sind ihr im Orient strenge Grenzen gesetzt. Daher versucht man verbissen nach einem Gemahl - doch Dummköpfe wie Prinz Anders (Billy Magnussen) haben keine Chance bei der jungen selbstbewussten Frau. Sie stiehlt sich öfters aus dem Palast und mischt sich unter das arme Volk - sie will wissen wie die Untertanen denken. Auf einem ihrer Ausflüge lernt sie den jungen Aladdin (Mena Massoud) und dessen kleinen Affen Abu kennen, der ebenso diebisch veranlagt ist wie sein Herrchen. Doch der jungen Frau gefällt der Dieb. Der wird eines Tages von Dschafar gefangen genommen und zu einer riskanten Aufgabe überredet. Aladdin soll für ihn eine Wunderlampe stehlen, die sich in einer gefährlichen Höhle befindet. Aladdin willigt ein und steigt hinunter. Dort trifft er auf einen fliegenden Teppich und durch Zufall befreit er den Dschinni (Will Smith), der Jahrhunderte in der Lampe eingeschlossen war....





Der Befreier hat drei Wünsche frei und jeder der die Märchen aus 1001 Nacht kennt, wird vieles wiedererkennen. Guy Ritchie hat den Stoff aber ultramodern aufgemotzt und interessanterweise ist ihm dies recht gut gelungen. Will Smith gefällt als "Genie in a bottle" und hat auch sichtlich Spass an dieser Rolle. Newcomer Mena Massoud überzeugt ebenfalls. Lediglich Marwan Kenzari braucht etwas um in die Rolle hineinzuwachsen. Da war der deutsche Conrad Veidt aus "Dieb von Bagdad" doch wesentlich charismatischer und wirkte auch gefährlicher. Der Film ist mit einem ständigen Augenzwinkern versehen und nimmt sich nicht allzu ernst. Vielleicht das Geheimnis des Erfolgs, denn als Unterhaltungsfilm ist "Aladdin" sicherlich keine schlechte Wahl. Ob er irgendwann zum Klassiker wie seine Vorgänger avanciert, werden nachfolgende Kinogenerationen zu entscheiden haben. Ritchie hat die CGI Effekte voll ausgeschöpft, auch der prächtige bengalische Tiger Rajah, Haustier der Prinzessin, ist reine Computerschöpfung. Sowas macht natürlich neugierig auf die computerisierte Realverfilmung vom "König der Löwen".





Bewertung: 7 von 10 Punkten. 

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