Regie: Scott Cooper
Unheilvolle Allianz...
Scott Cooper ist ein sehr interessanter Regisseur. Bereits "Crazy
Heart", sein Regiedebüt 2009, konnte überzeugen und Jeff Bridges bekam
für seine Hauptrolle sogar den Oscar. Es folgte der Neo Noir "Auge um
Auge" mit Christian Bale, mit dem er auch den Western "Hostiles" und den
Mysteryfilm "Der denkwürdige Fall des Mr. Poe" drehte.
Mit einem sehr attraktiven Ensemble, allen voran Johnny Depp in
einer sehr ungewöhnlichen Rolle als Mafiaboss, drehte er 2015 den
Mafiathriller "Black Mass", der gute 99 Millionen Dollar in den Kinos
einspeilte.
"Black Mass" ist ein biographischer film über den US-Mafioso Whitey
Bulger und basierend auf dem Buch "The True Story of an Unholy Alliance
between the FBI and the Irish Mob" von Dick Lehr und Gerard O´Neill aus
dem Jahr 2001.
Die Geschichte beginnt im Jahr 1975... James "Whitey" Bulger
(Johnny Depp) ist der Anführer der Winter Hill Gang, zusammen mit
seiner rechten Hand Stephen Flemmi (Rory Cochrane), dem Newcomer Kevin
Weeks (Jesse Piemons) und dem gefühllosen Auftragskiller Johnny
Martorano (W.R. Brown) regiert er den größten Teil des organisierten
Verbrechens in Süd-Boston. Bulger lebt mit seiner langjährigen Partnerin
Lindsey Cyr (Dakota Johnson) und ihrem kleinen Sohn Douglas zusammen.
Bulgers Vormachtstellung wird von den Angiulo Brothers aus North
End herausgefordert, einer rivalisierenden Bande, die zur New England
Mafia gehört. Der FBI-Agent John Connolly (Joel Edgerton) kehrt in die
Gegend zurück, nachdem er in Süd-Boston als Freund von Whitey und seinem
Bruder, dem Senatspräsidenten von Massachusetts, William "Billy" Bulger
(Benedict Cumberbatch) aufgewachsen ist.
Nachdem die Angiulo-Brüder einen Motorrad fahrenden Attentäter
geschickt haben, der einen Soldaten aus Winter Hill ermordet, wird
Whitey zu einem Informanten für Connolly. Connolly glaubt, dass er mit
Whiteys Hilfe die Organisation der Angiulo-Brüder infiltrieren kann.
Obwohl Whitey die Vorstellung hasst, eine Ratte zu sein, versteht er,
dass dies ihm, seiner Gang und seiner Familie Schutz bieten würde. Der
kleine Douglas leidet am Reye-Syndrom, was die am Boden zerstörte
Lindsey dazu veranlasst, ihn gegen Whiteys wütende Einwände von den
lebenserhaltenden Maßnahmen zu trennen.
Obwohl Connolly von seinem Kollegen John Morris (David Harbour)
unterstützt wird, ist ihr Chef, Charles McGuire (Kevin Bacon),
misstrauisch. Whitey nutzt seinen Status als Informant zunehmend aus und
benutzt Connollys "Schutz" als Deckmantel für seine fiesen Verbrechen.
Als Connolly Informationen über die Verstecke der Angiulos verlangt,
erhält Whitey Fotos von den Verstecken der rivalisierenden Bande und
ermöglicht es dem FBI, Abhörgeräte anzubringen. Das FBI verhaftet die
Angiulos und schaltet damit den letzten Widerstand gegen Whiteys Macht
aus. Von seiner Vergangenheit geblendet, nähert sich Connolly Whitey und
der Bande an und lädt sie sogar zu sich nach Hause zu einem Grillfest
ein. Seine Frau Marianne (Julianne Nicholson) bemerkt negative
Veränderungen an ihrem Mann, da seine Beziehung zu Whitey als Agent und
Informant immer enger wird und er sogar teure Geschenke und Geld von der
Bande annimmt.
Ein Mitarbeiter, Brian Halloran (Peter Sarsgaard), fürchtet um sein
eigenes Leben und geht zum FBI, um Whiteys Beteiligung zu melden, sehr
zum Missfallen Connollys. Connolly erzählt Whitey dann von Hallorans
Anschuldigung, was zu den Morden an Halloran und einem ungenannten
Komplizen führt. Nach dem Tod seiner Mutter wird Whiteys Verhalten
zunehmend gewalttätig und unberechenbar, wodurch sich die Beziehung zu
seinem Informanten verschlechtert.
Als der "Bulldoggen"-Staatsanwalt Fred Wyshak (Corey Stoll) zum
neuen stellvertretenden US-Staatsanwalt in Boston ernannt wird, versucht
Connolly, sich mit ihm anzufreunden und vielleicht seine Aufmerksamkeit
von Whitey abzulenken. Doch Wyshak weigert sich strikt und verlangt,
dass das FBI ihn verhaftet....
Die unheilvolle Allianz zerbricht am Ende. Aber vorher darf Johnny
Depp noch einige hinterhältige Morde befehligen oder selbst vollziehen.
Eine besonders tragische Szene bekommt dadurch Juno Temple als Deborah
Hussey, die er zuerst in Sicherheit wiegt und dann überraschend
erdrosselt. Der Mann ist ein Psychopath und schlägt dann zu, wenn man es
gar nicht mehr vermutet. Der echte James Bulger wurde nach einer
jahrelangen Flucht im Jahr 2011 festgenommen und meinte, dass der Film
die Tatsachen in keiner Weise richtig darstellt. Das einzige was stimmt
und nach Bulger aussieht wäre Johnny Depps Haarschnitt, meinte der
Inhaftierte.
Scott Cooper hat einen sehr geradlinigen Mafiafilm mit guten
Darstellern und einer spannenden Handlungsaufbau gedreht - einige Szenen
bleiben im Gedächtnis haften und die Abhängigkeit des Gangsters mit dem
FBI Agent (oder umgekehrt) ist intensiv und glaubwürdig dargestellt.
Johnny Depp überrascht positiv, auch wenn er gelegentlich mit seinen
Gangstermanierismen übertreibt.
Bewertung: 8 von 10 Punkten.
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